19.01.6928

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Premiere: "Schöne neue Welt" am Altonaer Theater
Robert Koalls Bühnenfassung von Schöne neue Welt nach dem Roman von Aldous...

DSE: "Das Mädchen von weither" von Emma Broström an der Neuen Bühne Senftenberg
Am 19. Januar bringt die Neue Bühne Senftenberg Emma Broströms Stück Das...

Zum Wiederentdecken: "Bach. Das Leben eines Musikers." von Thomas Sutter
Bach. Das Leben eines Musikers. ist eine szenische Biographie und ein...

Premiere: "Mädchen wie die" am Jungen Schauspiel Hannover
Evan Placeys vielfach ausgezeichnetes Coming-of-Age-Stück Mädchen wie die...

Neu bei FBE: "Frau Luna" von Paul Lincke in der Fassung der Bar jeder Vernunft, Berlin
Einmal Mond und zurück, bitte! Nach Im weißen Rössl präsentiert die "Bar...

Neu bei FBE: "Der Vogel Anderswo" von Stephan Wolf-Schönburg
In Damaskus lebt der kleine Nunu. Sein bester Freund ist ein kleiner Vogel....

Neu bei FBE: "Kuno kann alles" von Henry Mason
Kuno ist ein Draufgänger, ein Energiebündel und Alleskönner: hundert Kugeln...

Premiere: "Hier kommt keiner durch!" an den Wuppertaler Bühnen
In der Regie von Markus Höller zeigen die Wuppertaler Bühnen ab dem 27....

Aktuelles: "Alles Schwindel" von Mischa Spoliansky und Marcellus Schiffer am Maxim Gorki Theater, Berlin
Am 17.12.2017 hatte Alles Schwindel von Mischa Spoliansky und Marcellus...

Aktuelles: "Die Regeln des Sommers" in der Regie von Hannah Biedermann am Jungen Nationaltheater Mannheim
Am 10. Dezember brachte die FAUST-Preisträgerin Hannah Biedermann ihre...

Aktuelles: "Alice" von Tom Waits und Robert Wilson am Metropoltheater München
Am 23.11.2017 hatte Alice von Tom Waits und Robert Wilson am Metropoltheater...


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Bild von Herbert MeierMeier, Herbert

Herbert Meier wurde am 29. August 1928 in Solothurn geboren. Schon während seiner Schulzeit begann er, Gedichte und kleine Stücke zu verfassen. Er studierte Literaturwissenschaft, Geschichte, Philosophie und Kunstgeschichte in Basel, Wien, Paris und Fribourg und schloss sein Studium mit einer Dissertation über die Dramen Ernst Barlachs ab. Danach absolvierte er eine Ausbildung als Schauspieler bei Ernst Ginsberg. Er arbeitete als Lektor in Paris und Poitiers und war als Dramaturg und Schauspieler am Städtebundtheater Biel/Solothurn tätig. Von 1977 bis 1982 war er Chefdramaturg des Schauspielhauses in Zürich. An den Universitäten St. Gallen und Zürich hielt er Vorlesungen über Dramaturgie und wurde 1986 als "Writer in residence" an die University of Southern California in Los Angeles berufen. Von 1994 bis 1998 moderierte er die Sendung "Sternstunde Philosophie" im Schweizer Fernsehen. Seit 1955 lebt er als freier Schriftsteller und Übersetzer in Zürich.

Meier ist ein Virtuose der Sprache. Seine Wortwahl ist stets knapp, präzise, niemals redundant, und dennoch von enormer Vielschichtigkeit. Er hält spielerisch die Balance zwischen einer poetischen, geprägten Sprache und dem gesprochenen, "heutigen" Wort. Seine Figuren lässt er zuweilen eigene Worte erfinden, die tiefe Einsicht in das menschliche Gefühlsleben verraten. Häufig dienen ihm historische Stoffe und Personen als Vorlage, bei denen es ihm aber niemals um die historisch getreue Darstellung geht. Sie werden quasi losgelöst von Zeit und Raum auf das Parabelhafte, Exemplarische ihrer Existenz verdichtet. Die Hauptpersonen seines dramatischen Werks sind Suchende, getrieben von ihrer Sehnsucht nach erfülltem Leben, maßlos in ihrer Forderung nach dem Absoluten: nach der bedingungslosen Liebe, nach der Freiheit zur Selbstbestimmung. Hinter all dem wird ein tief verwurzelter Humanismus spürbar, der diesen Suchenden, Verzweifelten selbst noch in ihrem Scheitern recht gibt.

Die reiche Theatererfahrung Meiers und seine dramatische Intuition machen ihn auch zu einem gefragten Übersetzer moderner wie klassischer Stücke der Weltliteratur. Gemeinsam mit seiner Frau, der Romanistin Yvonne Meier-Haas, hat er Werke von William Shakespeare, Ben Jonson, Euripides, Molière, Carlo Goldoni, Racine, Pirandello, Paul Claudel, Jean Giraudoux, Jacques Audiberti, Georges Schéhadé und Federico García Lorca übersetzt. In jüngster Zeit hat seine Neuübersetzung von Paul Claudels Der seidene Schuh oder Das Schlimmste trifft nicht immer zu, die ihre Erstaufführung im März 2003 am Basler Theater erlebte und nachfolgend im Rahmen der Ruhrtriennale in Duisburg inszeniert wurde, für großes Aufsehen gesorgt.

Herbert Meier erhielt u.a. 1955 den Literaturpreis der Freien Hansestadt Bremen, 1957 den Kunstpreis des Lions Club Basel, den Preis der Schweizerischen Schillerstiftung (1964), den Conrad-Ferdinand-Meyer-Preis (1964), den Welti-Preis für das Drama (1970), den Solothurner Kunstpreis (1975), den Förderpreis der Gottfried-Keller-Stiftung (1976) und den Schillerpreis der Zürcher Kantonalbank (1997).

Weitere Informationen zu neuen Übersetzungen von Herbert Meier finden Sie in unserem Special: "Jedes Wort begriffen und durchdacht": Herbert Meier, Übersetzer

vergrösserte Ansicht zur Broschüre zu Meier, Herbert

Herbert Meier
Autorenbroschüre
Leben und Werk

 

Morgen vor fünf Jahren

Fünf Szenen und ein Nachspiel
2D, 2H
UA: 01.02.2005, Theater am Hechtplatz Zürich

An einem Sommerabend erscheint im Garten des Psychiaters Blankart und seiner Frau ein sonderbarer junger Mann mit einem weißen Schal. Er hat angeblich keinen Namen, dafür ein Geheimnis. Kommt er wirklich aus dem Jenseits der Ungeborenen, wie er vorgibt? Oder ist er ein verwirrter Patient, der sich zufällig zu dem Ehepaar verirrt hat? Blankarts Mutter, gerade zu Besuch, glaubt, anders als ihr wissenschaftshöriger Sohn, ans Übersinnliche und scheint daher von Anfang an mehr zu wissen.

Die Erscheinung des jungen Mannes bringt Irritation und schließlich eine Krise ins Haus der Blankarts. Denn durch ihn werden sie sich bewusst, wie sehr sie ihr Leben verplant haben. Blankarts Mutter hingegen bildet den heiteren Kontrapunkt zu den Gefühlsverwirrungen und Konflikten des Paares und bewahrt bis zum Schluss den gesunden Menschenverstand.

Herbert Meier beschreibt Menschen, die auf der Suche sind, nach der Liebe, nach einem erfüllten Leben, getrieben von einer unerklärlichen Sehnsucht. In dem Kammerspiel wechselt Melancholie mit Heiterkeit, Imagination mit Klarheit. Dabei besticht der Text durch die Einfachheit seiner Form und zeugt von einer tiefen Einsicht in das menschliche Gefühlsleben: "Der Plot ist ebenso schwebend wie geheimnisvoll und dreht sich um den Einbruch des Phantastischen in den Alltag, einen jungen Namenlosen von katalytischer Kraft, der für seine Erscheinung (im doppelten Sinne) eine unglaubliche Erklärung bereit hat. Morgen vor fünf Jahren behandelt die Macht der Imagination und den unmerklichen Vollzug eines Wunders."
Neue Zürcher Zeitung, 3. Februar 2005

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