25.11.4229

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"Wartesaal" von Lion Feuchtwanger an den Münchner Kammerspielen
In Lion Feuchtwangers berühmter Wartesaal-Trilogie bestehend aus den Romanen...

DSE: "Die Zertrennlichen" von Fabrice Melquiot am Schauspiel Frankfurt
Am 26. November ist die deutschsprachige Erstaufführung von Die...

"Alice" am Metrolpoltheater München
Herzlichen Glückwunsch zum Nichtgeburtstag und toi, toi, toi dem Münchener...

"Die Orestie" am Thalia Theater in Hamburg
Am 21. Oktober feierte Aischylos' Werk Die Orestie in der Bearbeitung von...

UA: "Eine Weihnachtsgeschichte" von Philipp Löhle nach Charles Dickens
"Die Reise führt tief hinein ins Unterbewusste des alten Griesgrams, wo die...

Neu bei FBE: "Blütenzeit (Blossom Time)" von Dorothy Donnelly und Sigmund Romberg
Blütenzeit ist die amerikanische Version des Wiener Singspiels "Das...

UA: "Nachts" von Franziska Henschel am Theater Oberhausen
Was passiert eigentlich mit der Welt, wenn ich die Augen zumache? Wie kommen...

DER FAUST für Hannah Biedermann
Am Freitag ist Hannah Biedermann der Deutsche Theaterpreis DER FAUST...

Brüder-Grimm-Preis 2017 für "NASSER #7Leben"
Der mit 10.000 Euro dotierte Brüder-Grimm-Preis des Landes Berlin geht in...

Neu bei FBE: "Mit deinem Bein im Mund lässt es sich viel leichter ich liebe dich Luka sagen" von Marcus Peter Tesch
Körper hängen wie geschlachtete Tiere von der Bühnendecke. Es sind die...

NEU bei Desch: "Jugendliebe" von Ivan Calbérac
Antoine Chopin hat alles – eine wunderschöne Freundin, beruflichen Erfolg und...


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Bild von Éric-Emmanuel SchmittSchmitt, Éric-Emmanuel

Éric-Emmanuel Schmitt ist heute einer der weltweit meistgelesenen und meistgespielten französischsprachigen Autoren. 1960 geboren, wird der an der Pariser Elitehochschule École Normale Supérieure ausgebildete Lehrbeauftragte und Doktor der Philosophie zunächst als Theaterautor mit seinem Stück Der Besucher bekannt. Das Stück wird zu einem Klassiker im Repertoire von Theatern auf der ganzen Welt. Rasch schließen sich weitere erfolgreiche Stücke an. Gleichermaßen von Publikum und Kritik gefeiert, wird Schmitt für seine Arbeiten mit mehreren „Molière“ und dem „Grand Prix du Théâtre“ der Académie française ausgezeichnet. Seine Bücher liegen heute in dreiundvierzig Sprachen übersetzt vor, seine Stücke werden in über fünfzig Ländern regelmäßig aufgeführt. Auch für das Kino und als Opernübersetzer ist Schmitt erfolgreich. Éric-Emmanuel Schmitt lebt in Brüssel.

 

Mylady

(Mylady)
Nach den von Eric-Emmanuel Schmitt
5D, 12H, Doppelbesetzungen möglich

"Mylady" ist eine sehr persönliche Adaptation Eric-Emmanuel Schmitts von Alexandre Dumas' berühmtesten Roman "Die drei Musketiere". Er stellt Mylady von Winter in den Mittelpunkt seines Stückes und erzählt dadurch - wenn man so will - eine weibliche Version "Der drei Musketiere". Vielleicht sogar eine feministische Version? Schmitt selbst sagt dazu: "Wenn 'Die drei Musketiere' die Geschichte von Jungs ist und den Jungs gefällt, dann deshalb, weil es in ihrem geheimen Zentrum eine unglaublich schöne Frau gibt, intelligent, sinnlich unberechenbar, deren Umarmung köstlich oder tödlich sein kann, manchmal beides zugleich:Mylady von Winter. Sie bedeutet Abenteuer, Atemlosigkeit, Mangel an Schlaf, Überraschungen, Verrat, Unsicherheit, leidenschaftlichen Sex, Gewissenbisse, Hoffnungen, gebrochene Versprechen. Mit ihr wird das Leben reich, aufregend, aber es endet böse.

Mylady, das bedeutet vergiftete Verführung, sie führt die Männer in den Ruin. Doch sie ist eine viel ambivalentere Person, denn sie ist gleichzeitig Henker und Opfer. Opfer ihrer Familie, ihrer Epoche und der Männer. Ihre Eltern wurden während der Religionskriege ermordet. Sie wird in ein Kloster gesteckt und entflieht daraus, indem sie einen Priester verführt. Sie muss sich der Männer bedienen, um ihre Unabhängigkeit als Frau zu erlangen.

Das Stück beginnt wie eine Abenteurer-Komödie, doch es ist auch die wahre Tragödie einer Frau, die sich dahinter abspielt. Alle Ingredienzen der Mantel- und Degenstücke sind vorhanden, doch was die Intrige vorantreibt, das ist die Psychologie von Mylady. Die Spannung resultiert aus ihrer Vergangenheit, aus den Motivationen ihrer Rache. Warum lässt sie sich von Kardinal Richelieu einspannen, wo sie doch schön, reich und frei ist? So aber wird sie zur Hauptfigur der Geschichte. Selbst d'Artagnan erscheint wie eine Nebenfigur und Richelieu findet seinen Platz im Stück nur durch sie. Letztendlich versucht das Stück diese ungewöhnliche, mörderische Frau in gewisser Weise zu verstehen, ohne sie zu verurteilen."

Werk aus dem Programm des Theaterverlag Werk aus dem Programm des Theaterverlag Desch