24.11.9891

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"Wartesaal" von Lion Feuchtwanger an den Münchner Kammerspielen
In Lion Feuchtwangers berühmter Wartesaal-Trilogie bestehend aus den Romanen...

DSE: "Die Zertrennlichen" von Fabrice Melquiot am Schauspiel Frankfurt
Am 26. November ist die deutschsprachige Erstaufführung von Die...

"Alice" am Metrolpoltheater München
Herzlichen Glückwunsch zum Nichtgeburtstag und toi, toi, toi dem Münchener...

"Die Orestie" am Thalia Theater in Hamburg
Am 21. Oktober feierte Aischylos' Werk Die Orestie in der Bearbeitung von...

UA: "Eine Weihnachtsgeschichte" von Philipp Löhle nach Charles Dickens
"Die Reise führt tief hinein ins Unterbewusste des alten Griesgrams, wo die...

Neu bei FBE: "Blütenzeit (Blossom Time)" von Dorothy Donnelly und Sigmund Romberg
Blütenzeit ist die amerikanische Version des Wiener Singspiels "Das...

UA: "Nachts" von Franziska Henschel am Theater Oberhausen
Was passiert eigentlich mit der Welt, wenn ich die Augen zumache? Wie kommen...

DER FAUST für Hannah Biedermann
Am Freitag ist Hannah Biedermann der Deutsche Theaterpreis DER FAUST...

Brüder-Grimm-Preis 2017 für "NASSER #7Leben"
Der mit 10.000 Euro dotierte Brüder-Grimm-Preis des Landes Berlin geht in...

Neu bei FBE: "Mit deinem Bein im Mund lässt es sich viel leichter ich liebe dich Luka sagen" von Marcus Peter Tesch
Körper hängen wie geschlachtete Tiere von der Bühnendecke. Es sind die...

NEU bei Desch: "Jugendliebe" von Ivan Calbérac
Antoine Chopin hat alles – eine wunderschöne Freundin, beruflichen Erfolg und...


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Bild von Curt GoetzGoetz, Curt

1888 in Mainz geboren, zählt Curt Goetz zu den wichtigsten Vertretern der gehobenen deutschen Boulevardkomödie und des brillant geschriebenen Konversationsstücks. Bei der pointierten Ausarbeitung der Dialoge dürften dem Autor seine Erfahrungen als Schauspieler sicherlich ebenso geholfen haben wie bei der Dramaturgie seiner well-made-plays.

Standen am Anfang seiner schriftstellerischen Karriere Einakter im Mittelpunkt, etablierte er sich ab 1921 auch als Autor abendfüllender Stücke, wobei er sich viele Hauptrollen quasi "auf den Leib" schrieb z. B. Hokuspokus (1927) oder Dr. Med. Hiob Praetorius (1932).

In den 30er Jahren schrieb er vermehrt Drehbücher und produzierte Filme. 1939 emigrierte er gemeinsam mit seiner Frau Valerie von Martens in die Vereinigten Staaten. Ab 1945 lebte er in der Schweiz, wo er am 12. September 1960 starb.

Im Auftrag von Felix Bloch Erben bearbeitete Curt Goetz den bekannten Schwank Der Raub der Sabinerinnen. Diese Fassung zählt noch heute zu den beliebtesten Bearbeitungen dieses Werkes.

Curt-Goetz-Gesellschaft e. V. (externer Link)

 

Der Mörder

Eine ärgerliche Begebenheit
1D, 5H, (ggf. 3H)

"Es hatte sich in jener Gegend ein großer Schadhirsch gezeigt, ein so genannter Mörder, der alle anderen Hirsche zu Tode forkelte und deren Frauen in Besitz nahm."

Diese Geschichte erzählt der unheimliche Apotheker, der in der Ehrverteidigung der jungen Isabella auf ihrem Jagdhaus beide Beine ließ. Es ist Nacht, draußen tobt ein Gewitter, und die Dame des Hauses ist in heller Aufregung, weil ihr Gatte nebst Jagdgast noch nicht heimgekehrt ist. Unnötig zu erwähnen, dass Isabella in einen heißen Flirt mit dem Gast verstrickt ist. Wie der Apotheker ihr allerdings von geheimnisvollen Jagdunfällen berichtet, bei denen die Herren 'zufällig' ihre Nebenbuhler erschossen, und der Hausherr zu allem Überfluss auch noch alleine heimkehrt, ist es um die Contenance der (im Geiste) Untreuen geschehen. Nach einem hitzigen Dialog um den Verlauf der Jagd und den Verbleib des Galans gesteht die Frau ihre unkeuschen Gedanken, die Polizei taucht auf, sie fleht ihren Mann um Vergebung an – und das finstere, gruselige Spiel entpuppt sich als Sturm im Wasserglas: Der Jagdgast erscheint mit der geschossenen Ente, die ihm ins Gesicht purzelte, als er vom Baum fiel, und der Gendarm wollte nichts als einen Zentner Kartoffeln.

In Der Mörder spielt Goetz virtuos mit falschen Erwartungshaltungen. Er baut das Szenario eines Gruselkabinetts, bedient sich der Versatzstücke des Psychothrillers, und findet im Finale zu boulevaresker Leichtigkeit.


Dieses Stück ist Teil von:

Die tote Tante und andere Begebenheiten
Drei Einakter
4D, 5H