16.12.2018

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Neu bei FBE: "Mord im Orientexpress" von Agatha Christie
Auf der Fahrt des Orientexpress von Istanbul nach Calais fällt ein...

Eine Auswahl: Familienstücke für die Weihnachtszeit
Auch wir können uns dem vorweihnachtlichen Glanz nicht entziehen und haben...

Aktuell: "Die Jüdin von Toledo" am Schauspielhaus Bochum
Am 1. November eröffnete Johan Simons seine Intendanz am Schauspielhaus...

Neu bei FBE: "Der Name der Rose" (Umberto Eco / Gisle Kverndokk / Øystein Wiik)
1327: Mysteriöse Todesfälle bringen eine Benediktinerabtei in Ligurien in...

Neu bei FBE: "Ich werde nicht hassen" von Izzeldin Abuelaish
Dies ist die Geschichte von Dr. med. Izzeldin Abuelaish, einem...

Premiere: "Little Voice" am Theater Paderborn
Am Theater Paderborn inszeniert Katharina Kreuzhage Little Voice von Jim...

Deutscher Kindertheaterpreis 2018 für Fabrice Melquiot und "Die Zertrennlichen"
Fabrice Melquiot wurde für sein Stück Die Zertrennlichen mit dem Deutschen...


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Bild von Curt GoetzGoetz, Curt

1888 in Mainz geboren, zählt Curt Goetz zu den wichtigsten Vertretern der gehobenen deutschen Boulevardkomödie und des brillant geschriebenen Konversationsstücks. Bei der pointierten Ausarbeitung der Dialoge dürften dem Autor seine Erfahrungen als Schauspieler sicherlich ebenso geholfen haben wie bei der Dramaturgie seiner well-made-plays.

Standen am Anfang seiner schriftstellerischen Karriere Einakter im Mittelpunkt, etablierte er sich ab 1921 auch als Autor abendfüllender Stücke, wobei er sich viele Hauptrollen quasi "auf den Leib" schrieb z. B. Hokuspokus (1927) oder Dr. Med. Hiob Praetorius (1932).

In den 30er Jahren schrieb er vermehrt Drehbücher und produzierte Filme. 1939 emigrierte er gemeinsam mit seiner Frau Valerie von Martens in die Vereinigten Staaten. Ab 1945 lebte er in der Schweiz, wo er am 12. September 1960 starb.

Im Auftrag von Felix Bloch Erben bearbeitete Curt Goetz den bekannten Schwank Der Raub der Sabinerinnen. Diese Fassung zählt noch heute zu den beliebtesten Bearbeitungen dieses Werkes.

Curt-Goetz-Gesellschaft e. V. (externer Link)

 

Nichts Neues aus Hollywood

Ein vergeblicher Versuch zu übertreiben in drei Akten
7D, 10H, Statisterie
UA: 12.10.1956, Deutsches Schauspielhaus Hamburg

Gwendolin, die Schauspielerin, und Cliff, der Schriftsteller, sind ein redegewandtes, einander in Hassliebe verbundenes Ehepaar, das sich mit Vorliebe auf Partys amüsante Redeschlachten liefert. Ihre besten Freunde heißen Robert und Louella, ebenfalls ein Ehepaar. Robert ist Gwendolin verfallen, Louella liebt Cliff. Zwar sind die Begehrten einander treu, aber freilich äußerst eifersüchtig, zudem lassen sie die Anbeter am langen Arm verhungern. Und weil sie aufbrausend sind wie junge Liebende, kommt es häufig vor, dass Gwendolin nach einer aktuellen Zankerei über Tage hinweg in der Versenkung verschwindet. Und komischerweise verabschiedet sich zu genau diesen Daten Robert auf Motivsuche. Zu just einer solchen Gelegenheit erklärt Cliff seine Gattin für verstorben, beraumt eine Beerdigung an, sie ihrerseits arrangiert eine Geisterstunde, und zu guter Letzt liegen sich die Liebenden wieder in den Armen, um fürderhin die Welt mit ihren Streitigkeiten zu beglücken.

Nichts Neues aus Hollywood ist im besten Sinne ein merkwürdiges Stück. Einerseits ist es ein Kammerspiel für 2 Paare, andererseits ist es garniert mit einem Kabinett der Eitelkeiten, wie sie sich in der Filmindustrie herumtreiben, und gibt, bei aller Vermeidung der Erwähnung des 3. Reichs, ein genaues Bild der Exilanten in Hollywood. Jener "vergebliche" Versuch der Übertreibung erfordert einen mutigen Zugriff, ihn ins Heute zu transponieren. Denn das Drama ist eine Abrechnung, die viel näher liegt, als sie scheint. Wie es sich selbst als Versuch beschreibt, ist es nötig, eben diesen durchzuführen. Denn die Ferne des Kosmos, den jenes fast untypische Goetz-Stück gleich einem "Großen Gatsby" beschreibt, evoziert einen besonderen Zauber – einen Zauber, auf den man sich einlassen muss, um ihn zu begreifen...