Aktuelle Nachrichten

KinderStückePreis 2019: Nominierungen für "Die Eisbärin" und "Ich, Ikarus"
Zwei Kinderstücke aus unserem Programm wurden zu den diesjährigen Mülheimer...

ÖEA: "Die Mitwisser" von Philipp Löhle am Schauspielhaus Graz
Am Schauspielhaus Graz inszeniert Felicitas Braun Die Mitwisser von Philipp...

Neu: Felicia Zeller bei Felix Bloch Erben
Wir freuen uns, mitteilen zu können, dass Felicia Zeller seit dem 1. Januar...

Ursendung: "Wie die Blinden träumen" von Tomer Gardi im SWR
Die Ursendung von Tomer Gardis neuem Hörspiel Wie die Blinden träumen ist am...

UA: "Karl und Rosa. Für Geister Eintritt frei" von Felicia Zeller (nach Alfred Döblin) am Theater Magdeburg
Wir freuen uns, mitteilen zu können, dass Felicia Zeller seit dem 1. Januar...

Premiere: "Ikar" von Katrin Lange am Unicorn Theatre
Ikar - zu Wasser, zu Lande, in der Luft (Das Labyrinth) von Katrin Lange hat...

SEA: "Die Zertrennlichen" am Theater und Orchester Biel Solothurn
Das Theater und Orchester Biel Solothurn bringt am 27. Februar die Schweizer...

Wiederentdeckt: "Mörder ohne Bezahlung" von Eugène Ionesco
"Die Leute wissen davon und lassen sich trotzdem überraschen." Mörder ohne...

Premiere: "Die Stühle" von Eugène Ionesco am Burgtheater Wien
"Das Theater spiegelt offensichtlich die Beunruhigung unserer Zeit." sagte...


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Bild von Wilfried OschischnigOschischnig, Wilfried

Wilfried Oschischnig wurde 1964 in Klagenfurt geboren, studierte Theaterwissenschaft und Skandinavistik. 1993 erhielt er den Nachwuchsdramatikerpreis des Österreichischen Bundesministeriums für Unterricht und Kunst. 1994 nahm er an der Theaterwerkstatt des Literarischen Colloquiums in Berlin teil. Oschischnig lebt als freier Schriftsteller in Wien.

Hörspiele

"Katzeninterview"
1989 produziert vom ORF

"Fluchwasserzeremonie"
Hörspielfassung, 1997 vom ORF produziert

 

Notstand

1D, 2H
UA: 15.06.2000, Theaterdock Berlin

Der lebensmüde Philosoph Lehner hat der Obdachlosen Ilse seine Wohnung überlassen. Sie soll dort kostenlos wohnen, bis er seinen geplanten Freitod vollzogen hat. Ilse erhält regelmäßig Besuch von dem Penner Gundolf - beide wissen zunächst nicht, ob sie einem Irren oder einem wirklichen Wohltäter aufgesessen sind.

Ritualhaft leben Ilse und Gundolf in dem behaglichen Heim die Wunschträume eines besseren Lebens aus, dessen Verwirklichung greifbar scheint. Doch Gundolf misstraut der bürgerlichen Idylle - eine Kassette mit Meeresrauschen ist für ihn wichtiger als ein Vorstellungsgespräch bei einem möglichen Arbeitgeber. Ilse ist enttäuscht von Gundolf, denn sie glaubt, dass beide die Chance ihres Lebens haben. In einer Art Menschenversuch heiratet Lehner Ilse vor seinem Selbstmord, hinterlässt ihr sein Vermögen. Doch Gundolf empfindet Ilses Eintritt in die Bürgerlichkeit als Verrat am bisherigen Dasein.

In knappen Dialogen und kurzen, einfachen Repliken entwirft Oschischnig eine drückende Atmosphäre, in der seine verängstigten, aggressiven, von der Welt enttäuschten Figuren auf unlösbare Weise aneinandergekettet scheinen. Der Autor verzichtet auf eine einfache, moralisch eindeutige Aussage über die Ursachen und Folgen von Obdachlosigkeit und gewinnt so alle Freiheit, um die gesellschaftlichen und seelischen Ursachen des Problems und den verlogenen Umgang der bürgerlichen Welt damit deutlich zu machen.