Aktuelle Nachrichten

Neu bei FBE: "Tewje" ein Ballett von Richard Wherlock und Olivier Truan
Beginnendes 20. Jahrhundert. Tewje, der Milchmann, lebt in dem kleinen...

UA & SE: "Begleiterscheinungen" am Theater an der Kö und "Unter falschen Brüdern" am Theater Matte
Begleiterscheinungen von Peter Buchholz wird am 5. April am Theater an der Kö...

Neu: "Grete Minde" von Kay Wuschek nach Theodor Fontane
"Ein unbillig Recht, ein totes Recht" widerfährt Grete, Tochter einer...

GEH DICHT DICHTIG! Ein lautpoetischer Dialog
In GEH DICHT DICHTIG! tritt die Autorin Ruth Johanna Benrath in einen...

UA: "lauwarm" von Sergej Gößner am Jungen Schauspielhaus Hamburg
Am Jungen Schauspielhaus Hamburg ist am 7. April die Uraufführung von Sergej...

UA: "Die Verlobung in St. Domingo" von Necati Öziri am Schauspielhaus Zürich
Am 4. April ist die Uraufführung von Die Verlobung in St. Domingo - Ein...

Neu: "Karl und Rosa. Für Geister Eintritt frei" von Felicia Zeller
Deutschland im Taumel der Novemberrevolution 1918. Döblin entwirft das...

Rückblick: "Am Rand (Ein Protokoll)" von Philipp Löhle am Staatstheater Nürnberg
Am 9. März war die Uraufführung von Philipp Löhles neuem Stück Am Rand (Ein...

UA: "Der Hase mit den Bernsteinaugen" am Landestheater Linz
Edmund de Waal rollt in seinem Bestseller Der Hase mit den Bernsteinaugen die...

KinderStückePreis 2019: Nominierungen für "Die Eisbärin" und "Ich, Ikarus"
Zwei Kinderstücke aus unserem Programm wurden zu den diesjährigen Mülheimer...


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Aktuelle Premierenberichte
Bild von Wilfried OschischnigOschischnig, Wilfried

Wilfried Oschischnig wurde 1964 in Klagenfurt geboren, studierte Theaterwissenschaft und Skandinavistik. 1993 erhielt er den Nachwuchsdramatikerpreis des Österreichischen Bundesministeriums für Unterricht und Kunst. 1994 nahm er an der Theaterwerkstatt des Literarischen Colloquiums in Berlin teil. Oschischnig lebt als freier Schriftsteller in Wien.

Hörspiele

"Katzeninterview"
1989 produziert vom ORF

"Fluchwasserzeremonie"
Hörspielfassung, 1997 vom ORF produziert

 

Notstand

1D, 2H
UA: 15.06.2000, Theaterdock Berlin

Der lebensmüde Philosoph Lehner hat der Obdachlosen Ilse seine Wohnung überlassen. Sie soll dort kostenlos wohnen, bis er seinen geplanten Freitod vollzogen hat. Ilse erhält regelmäßig Besuch von dem Penner Gundolf - beide wissen zunächst nicht, ob sie einem Irren oder einem wirklichen Wohltäter aufgesessen sind.

Ritualhaft leben Ilse und Gundolf in dem behaglichen Heim die Wunschträume eines besseren Lebens aus, dessen Verwirklichung greifbar scheint. Doch Gundolf misstraut der bürgerlichen Idylle - eine Kassette mit Meeresrauschen ist für ihn wichtiger als ein Vorstellungsgespräch bei einem möglichen Arbeitgeber. Ilse ist enttäuscht von Gundolf, denn sie glaubt, dass beide die Chance ihres Lebens haben. In einer Art Menschenversuch heiratet Lehner Ilse vor seinem Selbstmord, hinterlässt ihr sein Vermögen. Doch Gundolf empfindet Ilses Eintritt in die Bürgerlichkeit als Verrat am bisherigen Dasein.

In knappen Dialogen und kurzen, einfachen Repliken entwirft Oschischnig eine drückende Atmosphäre, in der seine verängstigten, aggressiven, von der Welt enttäuschten Figuren auf unlösbare Weise aneinandergekettet scheinen. Der Autor verzichtet auf eine einfache, moralisch eindeutige Aussage über die Ursachen und Folgen von Obdachlosigkeit und gewinnt so alle Freiheit, um die gesellschaftlichen und seelischen Ursachen des Problems und den verlogenen Umgang der bürgerlichen Welt damit deutlich zu machen.