20.11.2017

Aktuelle Nachrichten

"Die Orestie" am Thalia Theater in Hamburg
Am 21. Oktober feierte Aischylos' Werk Die Orestie in der Bearbeitung von...

UA: "Eine Weihnachtsgeschichte" von Philipp Löhle nach Charles Dickens
Die Geschichte ist bekannt: Der hartherzige Geldverleiher Ebenezer Scrooge...

Neu bei FBE: "Blütenzeit (Blossom Time)" von Dorothy Donnelly und Sigmund Romberg
Blütenzeit ist die amerikanische Version des Wiener Singspiels "Das...

"Alice" am Metrolpoltheater München
Herzlichen Glückwunsch zum Nichtgeburtstag und toi, toi, toi dem Münchener...

UA: "Nachts" von Franziska Henschel am Theater Oberhausen
Was passiert eigentlich mit der Welt, wenn ich die Augen zumache? Wie kommen...

"Wartesaal" von Lion Feuchtwanger an den Münchner Kammerspielen
In Lion Feuchtwangers berühmter Wartesaal-Trilogie bestehend aus den Romanen...

DER FAUST für Hannah Biedermann
Am Freitag ist Hannah Biedermann der Deutsche Theaterpreis DER FAUST...

Brüder-Grimm-Preis 2017 für "NASSER #7Leben"
Der mit 10.000 Euro dotierte Brüder-Grimm-Preis des Landes Berlin geht in...

Neu bei FBE: "Mit deinem Bein im Mund lässt es sich viel leichter ich liebe dich Luka sagen" von Marcus Peter Tesch
Körper hängen wie geschlachtete Tiere von der Bühnendecke. Es sind die...

NEU bei Desch: "Jugendliebe" von Ivan Calbérac
Antoine Chopin hat alles – eine wunderschöne Freundin, beruflichen Erfolg und...


Archiv

Aktuelle Stücke
Aktuelle Premieren
Aktuelle Premierenberichte
Bild von Renate AhrensAhrens, Renate
Foto: David Maupilé 

Renate Ahrens wurde 1955 in Herford geboren. Nach ihrem Anglistik- und Romanistik-Studium war sie einige Jahre als Lehrerin tätig, bis sie 1986 nach Dublin zog. Seitdem arbeitet sie als freie Autorin. Sie schreibt in deutscher und englischer Sprache.

Zunächst verfasste sie Texte für den Kinderfunk, Drehbücher fürs Kinderfernsehen und Reisefeatures. Seit 1998 veröffentlichte sie zahlreiche Kinderbücher, darunter mehrere zweisprachige. Für ein erwachsenes Publikum schrieb sie drei Theaterstücke: Mütter-Los, Der Nachlass und Schirokko, ein Hörspiel: "Back to Berlin" (1991), sowie die Romane: "Alles, was folgte" (2017), "Das gerettete Kind" (2016), "Seit jenem Moment" (2013), "Ferne Tochter" (2012), "Fremde Schwestern" (2011), "Zeit der Wahrheit. Ein Südafrika-Roman" (2003) und "Der Wintergarten" (2001)..

Mütter-Los entstand auf Englisch und wurde 1998 unter dem Titel "When the Wall Came Down" von der Storytellers' Theatre Company in Dublin uraufgeführt, in den Hauptrollen Ruth McCabe und Johnny Murphy. Das Stück ging anschließend auf Tournee durch Irland und Nordirland. 1999 wurde diese Produktion im English Theatre 'Friends of Italian Opera' in Berlin gezeigt. Die deutsche Erstaufführung fand 2003 im Staatstheater Nürnberg statt.

Das Werk von Renate Ahrens wurde mehrfach ausgezeichnet. Die Autorin lebte 1996-97 in Kapstadt und 2002-03 in Rom, seitdem wieder in Dublin und Hamburg. Sie ist Mitglied im PEN-Zentrum deutschsprachiger Autoren im Ausland.


Weitere Veröffentlichungen (Auswahl)

"Ferne Tochter", Roman, Verlag Knaur Taschenbuch, München 2012

"Fremde Schwestern", Roman, Verlag Knaur Taschenbuch, München 2011

"Zeit der Wahrheit". Ein Südafrika-Roman, Kabel (Piper), München 2003
Taschenbuchausgabe: Serie Piper, München 2005
Sonderausgabe: Weltbild Verlag, Augsburg 2006

"Der Wintergarten", Roman, Bertelsmann Club Premiere, Rheda-Wiedenbrück 2001
Taschenbuchausgabe: Serie Piper, München 2003

"Back to Berlin", Hörspiel, RTE (Radio Telefís Eireann) Dublin 1991


Auszeichnungen

1989 Kulturpreis des Kreises Herford (Lyrik)

1994 Christophorus-Autoren-Team-Preis (zusammen mit John Delbridge) für "Kinder im Straßenverkehr" für die Sendereihe "Sesamstraße"

1999 Goldener Telix für die Sendereihe "Tobi und die Stadtparkkids"

2000 Förderpreis des Club Bertelsmann für den Roman "Der Wintergarten"

2001 Der Kinderroman "Afspraak op de kattentrap" (Katzenleiter Nr. 3) wurde von der Kinderjury Limburg (Belgien) mit dem ersten Preis in der Kategorie der Zehn- bis Zwölfjährigen ausgezeichnet.


Weitere Informationen zu Renate Ahrens

 

Der Nachlass

1D, 2H
frei zur UA

Renate Ahrens Stück Der Nachlass schildert einen markanten Fall einer Rückkehr verdrängter Geschichte in die Gegenwart.

Der erfolgreiche Schriftsteller Roland Lapke hat mit der Biographie über seine heldenhafte Mutter, die während des Krieges einen Juden vor den Nazis versteckt hatte, den Höhepunkt seiner Karriere erreicht. Seine jüdische Frau und sein Sohn Sven freuen sich mit ihm, doch an Sven, dem Germanistikstudenten, fällt den Eltern neuerdings eine merkwürdige Arbeitswut auf. Er verschwindet tage- und nächtelang mit Aktenordnern in seinem Zimmer.

Am Vorabend eines wichtigen Termins mit einem israelischen Kamerateam, das Roland Lapke auch dem israelischen Publikum vorstellen will, gesteht der verwirrte Sohn seiner Mutter einen schrecklichen Verdacht: Der seltene Name der Großmutter, über die der Vater nur Gutes zu berichten wusste, ist ihm im Laufe seiner historischen Nachforschungen über Widerstandsliteratur als Verräterin an einer Jüdin begegnet, die schließlich wegen eines gestohlenen Butterbrotes ins KZ kam und dort totgeschlagen wurde. Darüber hinaus sei sie die Geliebte eines Nazis gewesen. Der Vater reagiert auf die Nachfragen seines Sohnes unangemessen aggressiv und beschuldigt ihn des Verrats. Gerade diese scharfe Reaktion lässt den Sohn aufhorchen: Er verifiziert seine Vermutung im Gespräch mit einer Zeitzeugin. Als er zurückkommt, gibt der Vater seinen Widerstand auf und gesteht Frau und Sohn, dass er sich seine Geschichte ausgedacht hat, dass sie ihm fast zur Wahrheit geworden war. Die Fiktion war seine Strategie, mit dem bedrückenden Schweigen seiner Mutter umzugehen, das seine Kindheit begleitet hatte.

Am nächsten Tag steht der Skandal bereits in der Zeitung, vom Vater selbst verfasst. Frau und Sohn sind bereit ihm zu verzeihen, doch vor sich selbst hat Roland Lapke versagt.

Hinweis:
Für dieses Stück können Aufführungsrechte
an Amateurtheater erst nach der Uraufführung vergeben werden.