25.04.2015

Aktuelle Nachrichten
Aktuelle Stücke

Sinfonie des sonnigen Tages
von Anja Hilling

Schöne neue Welt
von Aldous Leonard Huxley und Robert Koall

Mordbrenner
von Johannes Hoffmann

Supertrumpf
von Esther Becker

Cowboy ohne Pferd
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Endlich Eiszeit
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Zaubermühle!
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Malala - Mädchen mit Buch
von Nick Wood

Café ohne Aussicht
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Backbeat - Die Beatles in Hamburg
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Oma und die 99 Schmetterlinge
von Anna Marshall

Die Prinzessin, die Kuh und der Gartenheini
von Marcus Sauermann und Uwe Heidschötter

Doktor Proktors Pupspulver
von Jo Nesbø

Doktor Proktors Zeitbadewanne
von Jo Nesbø

Doktor Proktor verhindert den Weltuntergang. Oder auch nicht ...
von Jo Nesbø

Meine Schwester ist eine Mönchsrobbe
von Christian Frascella und Sascha Hawemann

Viel Lärm um nichts
von William Shakespeare und Brandon Larch

Wie es euch gefällt
von William Shakespeare und Carsten Golbeck

Hundswetter
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Zersplittert
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nachtgeschwister
von Daniela Holtz und Anja Schneider

Wo verdammt ist Frau Wermes?
von Claudia Tondl

PIDKID.DE
von Nina Ender

Die letzte Soirée
von Arna Aley

Da kommt noch wer
von Knut Vaage und Jon Fosse

Tom Sawyer und Huckleberry Finn
von John von Düffel , Mark Twain und Kurt Weill

Der Hund des alten Mannes
von Oliver Kluck

Der himmelblaue Herr
von Fanny Sorgo

Zero People
von Volker Schmidt

Othello. Der Fischkopf im Kuhstall
von Georg Lichtenegger

Doktor Proktor im Goldrausch
von Jo Nesbø

Jedermann - Die Rockoper
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Wolkenbilder
von Mike Kenny

Das kunstseidene Mädchen
von Rainer Bielfeldt , Carsten Golbeck und Irmgard Keun

High Society
von Cole Porter

Männer gesucht!
von Daniel Ris


Aktuelle Premieren
Aktuelle Premierenberichte
Bild von Claude MagnierMagnier, Claude

Ein Schauspieler, der es müde wird, auf die Rollen zu warten, die seinem komödiantischen Talent entsprechen, setzt sich hin in einer schlaflosen Nacht und schreibt eine Komödie. So beginnt im Paris der fünfziger Jahre die Karriere eines Komödienschreiber ersten Ranges: Claude Magnier schreibt u.a. "Blaise", "Leon", "Jo", "Nid d’embrouilles" und Oscar.

Claude Magnier wird 1920 in Paris als Sohn eines Buchbinders geboren. Eigentlich sollte er das väterliche Geschäft übernehmen, wofür er auch von 1937 bis 1940 eine kaufmännische Lehre in der französischen Hauptstadt absolvierte und anschließend ein Jahr als Buchbinder und Angestellter im elterlichen Betrieb arbeitete. Doch dann ging er als Schauspieler zum Theater, dem er, mit kurzen Unterbrechungen aus finanziellen Gründen, bis zu seinem Lebensende verschrieben blieb.

1954 schrieb Magnier sein erstes Bühnenstück: "Ein klarer Fall" (Monsieur Masure). Ein Jahr später kommt die Komödie in Paris zur Uraufführung, 1956 wird sie zum weltweiten Erfolg und in Europa, Amerika und Australien nachgespielt. Magnier erhält den Dramenpreis des Casino d'Enghien, den ersten Preis für dramatische Kunst.

Ab 1958 wird Magniers zweites Theaterstück Oscar zwei Jahre erfolgreich am Théâtre Athénée gespielt. 1959 erfolgt die deutschsprachige Erstaufführung des Werks durch die Komödie im Marquardt in Stuttgart. 1967 wird Oscar zudem mit Louis de Funès in der Hauptrolle in Paris verfilmt.

Claude Magnier ist wie sein berühmter Landsmann Georges Feydeau ein fantastischer Konstrukteur: Er ist ein echter Könner ohne alle billigen Bluffs. Seine Stücke sprudeln von Situationskomik, und gerade wenn man glaubt, dass der Autor jetzt sein Pulver verschossen hat, wird die Handlung noch einmal auf den Kopf und alles, was sicher schien, in Frage gestellt. Dabei gibt es in seinen Werken keine eigentlichen "Helden". Wenn man meint, den "Sieger" ausgemacht zu haben, ist er in Wirklichkeit schon auf der Verliererstraße, und wer scheinbar zerschmettert am Boden liegt, hat bereits wieder alle Trümpfe in der Hand.

Über sich selbst und seine Arbeitsweise schrieb Magnier: "Ich schlafe wenig - und die Ideen kommen mir während meiner schlaflosen Nächte. Ich habe z. B. "Ein klarer Fall" eines Nachts um ein Uhr begonnen und um neun Uhr lag der 1. Akt fertig auf dem Tisch. Bei mir steht nichts am Anfang fest. Ich versuche, mich in die Lage des Zuschauers zu versetzen, der sich fragt, was wird nun geschehen? Im Grunde interessiert mich nicht das Drama, sondern ich liebe Gags. Der heutige Zuschauer braucht und erwartet überraschende Komik. Deshalb geht mein Witz - in meinen Stücken - über den normalen Verstand weit hinaus."

Claude Magnier starb im Alter von 62 Jahren am 22. Juni 1983 in Paris.

 

Oscar

Ein Missverständnis in drei Akten
Deutsch von Hans Weigel
5D, 4H

Der Seifenfabrikant Alfred Barnier wird eines Morgens von seinem Angestellten Albert Leroi aus dem Bett geholt, nicht weil die Firma brennt, sondern weil dieser eine Gehaltserhöhung verlangt. Und zwar gleich um das Dreifache! Barnier ist geschockt. Leider ist das erst der Auftakt, einige Minuten später gesteht Leroi eine Millionen-Unterschlagung. Jetzt will Barnier die Polizei holen. Da gesteht Leroi obendrein, seit Jahren ein Verhältnis mit Barniers Tochter zu haben und bittet gleichzeitig um deren Hand. Jetzt ist Barnier am Ende. Die Tochter wird herbeizitiert, sie gibt fröhlich ihre Liebe zu und erfindet, um die Sache zu beschleunigen, ein Kind zu erwarten. Barniers Situation scheint aussichtslos, doch es gibt einen Hoffnungsschimmer.

Es stellt sich heraus, dass das Mädchen, das Leroi heiraten will, gar nicht die Tochter des Seifenfabrikanten ist, sondern sich lediglich dafür ausgegeben hat. Die echte Tochter aber, die mit dem erfundenen Baby, meint mit ihrer Liebe nicht Leroi, sondern den Chauffeur Oscar. Oscar wiederum ist aber von Barnier vor drei Tagen entlassen worden und aus Verzweiflung zur Fremdenlegion gegangen. Als Leroi mit dem Koffer, der die unterschlagenen Millionen enthält, wieder auf der Bildfläche erscheint, tritt auch das Hausmädchen, gleichfalls mit Koffer, auf. Sie hat sich den einstmals von Barnier als Schwiegersohn auserkorenen Baron gekapert und will sich nun von der Familie verabschieden. Beim Abgang verwechselt sie natürlich die Koffer - weg sind die Millionen. Damit ist das Chaos eigentlich perfekt, doch...


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