30.09.2014

Aktuelle Nachrichten
Aktuelle Stücke

Jedermann - Die Rockoper
von Wolfgang Böhmer , Peter Lund und Hugo von Hofmannsthal

Das kunstseidene Mädchen
von Rainer Bielfeldt , Carsten Golbeck und Irmgard Keun

High Society
von Cole Porter

Sinfonie des sonnigen Tages
von Anja Hilling

Das Gummiboot
von Georg Lichtenegger

Ab heute heißt du Sara
von Volker Ludwig

Amphitryon
von Carsten Golbeck

Die wundersame Reise des kleinen Kröterichs
von Yaakov Shabtai

Das Dschungelbuch
von Marc Schubring , Juliane Wulfgramm und Andreas Lachnit

Wolkenbilder
von Mike Kenny

Die Vielgeliebte
von Nico Dostal

Venus im Pelz
von David Ives

Die toten Tiere
von Eva Rottmann

Der Tod und die Mädchen
von Tom van Hasselt

Thrill Me
von Stephen Dolginoff

Der Teufel und die Diva
von Fred Breinersdorfer , Katja Röder und Hildegard Knef

Das tapfere Schneiderlein
von Wolfgang Mitterer und Helga Utz

Die Seiltänzerin
von Mike Kenny

Runnin' Blue
von Anouk Saleming

Planet Willi
von Birte Müller

Oben bleiben!
von Carsten Golbeck

Mira erklärt die Welt
von Martina Montelius

Lohengrin: Unterwegs mit Schwan!
von Katrin Lange

Der lange Weg des Lukas B.
von Willi Fährmann

König Artus und sein Zauberer
von Willi Fährmann

Kind aller Länder
von Irmgard Keun

Kebab Connection
von Anno Saul

Karneval
von Jordi Galceran

Ich falle
von Johanna Emanuelsson

Hans im Glück
von Katrin Lange

Gertrud goes Korea
von Ekat Cordes

Gärtner sterben stets im Herbst
von Rainer Volker Larm

Der fremde Blick oder Der Schacht
von Christian Lollike

Adieu, Herr Minister
von Jordi Galceran

Die Drei von der Stammzelle
von Tom van Hasselt

Drei Haselnüsse für Aschenbrödel
von Thomas Zaufke , Katrin Lange und Edith Jeske

Drei - ein Musical für zwei
von Tom van Hasselt

Dr. Ich
von Tom van Hasselt

Come Back
von Stefanie Gerhold

Clivia
von Nico Dostal

Cancun
von Jordi Galceran

Billy (brüllende Tage)
von Fabien Cloutier

Das Bekenntnis eines Masochisten
von Roman Sikora

Paradiso
von Lida Winiewicz

Hedwig and the Angry Inch
von Stephen Trask und John Cameron Mitchell

Peter Pan
von Mark Charlap und Jule Styne

Drei Haselnüsse für Aschenbrödel
von Uli Jäckle und Karel Svoboda


Aktuelle Premieren
Aktuelle Premierenberichte
Bild von William ShakespeareShakespeare, William
Droeshout Porträt (1623) 

Die Lebensgeschichte von William Shakespeare liegt weitgehend im Dunkeln und die Urheberschaft seiner Werke ist nicht zufriedenstellend geklärt, so ist der meistgespielte Theaterdichter zugleich der, von dem die Nachwelt am wenigsten weiß.
Bertold Brecht vermutete, hinter dem Pseudonym Shakespeare stehe ein ganzes Team von versierten Londoner Theatermachern um 1600. Die dokumentarischen Beweise für die Existenz Shakespeares sind jedenfalls dürftig und so präsentiert sich der Nachwelt mehr ein Übermensch und eine Institution der Theatergeschichte als eine Persönlichkeit mit verlässlicher Biographie. Von den 36 Theaterstücken, enthalten in der ersten Gesamtausgabe der Werke Shakespeares, sind 14 Komödien, 12 Tragödien und 10 Historiendramen. Mehr als zwei Drittel werden noch immer aufgeführt.

William Shakespeare, Sohn eines angesehenen Landwirts und Geschäftsmannes, wuchs in dem mittelenglischen Martkflecken Stratford-upon-Avon auf, besuchte dort die Grammar School und heiratete mit 18 Jahren die wesentliche ältere Anne Hathaway. 1586, nach vierjähriger Ehe, verließ er seine Frau und seine drei Kinder, um sich in London einer Theatergruppe anzuschließen. Ab 1592 ist er in der Hauptstadt als Schauspieler und Stückeschreiber nachweisbar. Zwei Jahre später wurde er Mitglied von Lord Chamberlain's Men, einer von König Elisabeth I. protegierten Schauspielergesellschaft. Als ihr wichtigster Autor, vielseitiger Schauspieler und als Aktionär des Globe Theatre, ab 1608 auch des Blackfriars Theatre, erwarb Shakespeare großes Ansehen und ein beachtliches Vermögen. 1610/11 veräußerte er seine Anteile an diesen Theatern und kehrte zu seiner Familie nach Stratford zurück.

Wie alle Autoren seiner Zeit bezog Shakespeare die Grundelemente seiner Stücke aus Mythologie und chronistischer Überlieferung sowie aus berühmten literarischen Quellen der Antike und der Renaissance. Sein dramaturgisches Geschick und seine dichterische Potenz erweisen sich jedoch als allen Vorlagen überlegen.
Die spektakulärsten Werke des Dichters wurden bereits im Laufe des 17. und 18. Jahrhunderts durch englische Wandertruppen in ganz Europa bekannt und begeistert aufgenommen. Seit der enthusiastischen Bewunderung, die Goethe und die Dramatiker des Sturm und Drang dem englischen Dichter zollten, galt Shakespeares Auffassung vom Wesen des Theaters vor allem im deutschen Sprachraum als revolutionär und unübertrefflich.

(Quelle: Harenberg)

 

Othello

Deutsch von Erich Fried
3D, 11H, Nebendarsteller

Venedig und Zypern, Mitte des 16. Jahrhunderts.
Jago fühlt sich zurückgesetzt, weil Othello nicht ihn, sondern Cassio zum Leutnant ernannt hat. Auch Rodrigo hat Grund, den Mohren zu hassen, da er Desdemona begehrt, Othellos über alles geliebte Frau. Jago will Othello vernichten und benutzt Rodrigo als Werkzeug.
Jago redet Rodrigo ein, dass Cassio und Desdemona ein Verhältnis miteinander hätten. Er schlägt ihm vor, den Leutnant zu provozieren, was Rodrigo während eines großen Fests auch tut. Wegen dieser Schlägerei wird Cassio von Othello degradiert.
Cassio trifft auf Desdemona, um sie wegen seiner drohenden Versetzung um Führsprache bei ihrem Gatten zu bitten. Jago kann mühelos Othellos Eifersucht anstacheln. Wenig später verliert Desdemona ihr Taschentuch, dass Othello ihr einst schenkte. Jagos Frau Emilia findet es und gibt es ihrem Mann, der es Cassio in die Hände spielt. Othello fühlt sich in seiner Eifersucht bestätigt, als Desdemona bekennen muss, dass sie sein Liebespfand nicht mehr besitzt.
Othello belauscht ein von Jago eingefädeltes Gespräch zwischen Cassio und seiner Geliebten Bianca und glaubt in seinem Wahn, Cassio spreche mit seiner Frau. Aufgebracht schlägt er Desdemona kurz darauf in der Öffentlichkeit, nachdem er den Plan gefasst hat, sie noch in derselben Nacht zu töten. Daraufhin besucht Othello Desdemona in ihrem Schlafgemach. In einem Monolog beklagt er die schreckliche, jedoch notwendige Tat, küsst die Schlafende und erwürgt sie. Emilia kommt auf den Todesschrei Desdemonas herbei und klärt Othello über die wahren Umstände auf. Jago, der Lüge bezichtigt, bringt seine Frau um. Bevor Othello abgeführt werden kann, tötet er sich.

Wie etliche andere Dramen des Dichters basiert Othello auf einer von Giraldi Cintos „Hundert Novellen“ (1565). Shakespeare veränderte jedoch die Vorlage in entscheidenden Punkten und schuf ein auf den leidenden Othello und den Bösewicht Jago konzentriertes Drama. Die Beziehung zwischen dem schwarzen Mann und der weißen Frau wird an keiner Stelle von rassistischen Bemerkungen kommentiert. Othellos Hautfarbe spielt keinerlei Rolle. Erst die Inszenierungen des 20. Jahrhunderts betonen die Außenseiterstellung des Generals und brachten in die Eifersuchtstragödie das Motiv der Diskriminierung ein.