21.10.2014

Aktuelle Nachrichten

DSE: "Da kommt noch wer" am Stadttheater Gießen
Am 19. Oktober gibt es mit Knut Vaages und Jon Fosses Oper Da kommt noch wer...

UA: "Der große Houdini" am Theater Hof
Am Theater Hof kann man ab dem 24. Oktober noch viel mehr Bühnenzauberei als...

Friedensnobelpreis für Malala Yousafzai
Die pakistanische Kinderrechtlerin Malala Yousafzai wurde mit dem...

Neu bei FBE: "Zero People" von Volker Schmidt
"Das Junge-Mädchen ist die Gestalt, die Ewig-Weibliches und ewige Jugend in...

DSE "Wolkenbilder" von Mike Kenny am Theater Junge Generation in Dresden
Nach der gefeierten DSE von Mike Kennys Stück "Nachtgeknister" 2012 am...

UA: "Superhero" am Hessischen Staatstheater Wiesbaden
Nach 42nd Street und Das Geheimnis des Edwin Drood können wir uns nun mit der...

DSE: "Eine glückliche Scheidung" von Nick Hall am Theater Eisleben
Am 11. Oktober kann man zum ersten Mal im deutschsprachigen Raum Eine...

Neu bei DESCH: "Das Abschiedsdinner" von Matthieu Delaporte und Alexandre de la Patellière
Alexandre de la Patellière und Matthieu Delaporte beleuchten in ihrer...

UA: "Tom Sawyer und Huckleberry Finn" am Deutschen Theater Göttingen
Am 4. Oktober wird am Deutschen Theater Göttingen das Familienstück Tom...

Zum Wiederentdecken: "Alles Liebe" von René Heinersdorff
Als Spezialist für Unterhaltendes und Humorvolles hat sich René Heinersdorff...


Archiv

Aktuelle Stücke
Aktuelle Premieren
Aktuelle Premierenberichte
Offenbach, Jacques

Jacques Offenbach, 1819 in Köln geboren, Cello-Schüler am Pariser Konservatorium, Orchestermusiker an der Opéra Comique, Kapellmeister am Théâtre Français, hat seine Pariser Theaterkarriere als erfolgreicher Theaterleiter und Komponist gekrönt. Mit seinen die "große Welt" und die "ewigen Werte" des zweiten französischen Kaiserreichs frech karikierenden Opéras-bouffes hat er eine Gattung begründet, die überall in Europa Anhänger und Nachahmer fand. Grundlage von Offenbachs Erfolge waren neben seinen mitreissenden, tänzerisch wirbelnden Melodien sicherlich auch sein Gespür für das Burlesk-Komische, für pikante Situationen und zeitgenössische Satire.

Orpheus in der Unterwelt (1858), Offenbachs erstes größeres Werk, offenbart dem Pariser Publikum, dass es in der Antike auch nicht viel anders zugegangen ist, als in der Gegenwart und beleuchtet den Bildungsstoff von einer durchweg heiter-amourösen Seite. Das Pariser Leben (1866) entwickelt ein Thema, das die Operettenwelt noch lange beschäftigen wird: Provinzler in der Metropole, ein unerschöpfliches Heiterkeitsmotiv mit Ewigkeitsanspruch. La Périchole (1868) und "Die Großherzogin von Gerolstein" (1868) parodieren einmal mehr die große Politik auf der kleinen Bühne der seit 1855 bestehenden Offenbach-Bühne "Bouffes-Parisiennes".

Ganz zum Schluss seiner Karriere konnte es selbst ein Jacques Offenbach nicht lassen und wandte sich der Oper zu. Das unvollendet hinterlassene Werk Hoffmanns Erzählungen resümiert ein Offenbachsches Thema, das auch in seinen Operetten zu verfolgen ist, die Entfremdung des modernen Menschen in einer dem Schein verfallenen Welt.

 

Orpheus in der Unterwelt

Große Operette in 3 Akten (8 Bilder)
nach Hector Crémieux
Textliche und musikalische Neufassung: Walter Hochtritt
Musik von Jacques Offenbach
11D, 7H, Chor, Ballett
Orchesterbesetzung: Fl I, II, Ob, Klar I, II, Fg, Hr I, II, Trp I, II, Pos I, II, Pk, Schl, Vl I, II, Va, Vc, Kb
UA: 21.10.1858, Théâtre de Bouffes Parisiens Paris

Orpheus und Eurydike gelten als mustergültiges Ehepaar, doch die beiden sind einander längst überdrüssig: Er schwärmt für seine Schülerin Hetäre, sie für Schäfer Aristeus. Der ist in Wahrheit Pluto, Gott der Unterwelt. Eurydike schreibt einen Abschiedsbrief und folgt Pluto in sein Reich. Ihrem Gatten ist dies ganz recht, doch die Öffentliche Meinung steht dagegen. Orpheus’ Ruf ist ruiniert, wenn er Pluto nicht bei Jupiter, der obersten Götterinstanz, verklagt und die Rückkehr der Gattin einfordert.
Im Olymp erwachen die Götter aus tiefem Schlaf. Als Orpheus mit der Öffentlichen Meinung vor Jupiter erscheint, wird der verdächtige Pluto sofort vorgeladen. Da er leugnet, muss eine Untersuchung vor Ort stattfinden. Nur zu gern beraumt Jupiter einen Lokaltermin mit allen Göttern in der Unterwelt an - hat er doch selbst ein Auge auf Eurydike geworfen.
Die Entführte wird in Plutos Boudoir von Kammerdiener Styx bewacht und langweilt sich, da Pluto seine Qualitäten als Liebhaber in keiner Weise bestätigt hat. Umso erfreuter ist sie über Jupiter, der sie als Fliege getarnt besucht. Auf dem Höllenfest, zu dem Pluto die Götter geladen hat, erscheint auch Orpheus mit der Öffentlichen Meinung und fordert Eurydikes Rückkehr. Die beiden Chef-Götter müssen sie ziehen lassen, allerdings verlangt Jupiter, dass sich Orpheus auf dem Weg zur Erde nicht nach seiner Frau umdrehen darf. Als sich zeigt, dass Orpheus die Anweisung befolgt, schleudert Jupiter in letzter Sekunde einen Blitz. Erschrocken sieht sich Orpheus um. Nun ist Eurydike endgültig für ihn, aber auch für die Götter verloren. Ein neues Urteil wird gesprochen: Eurydike wird zu ihrer Freude in die Zukunft und in die Stadt der Liebe verbannt - nach Paris, wohin alle sicher bald folgen werden.

Walter Hochtritt betont mit seiner heutigen Fassung des Orpheus den Gegenwartsbezug der Gattung Operette und stellt über Modernismen und Aktualisierungen die Zeitlosigkeit der dargestellten Geschichte heraus.

Die Aufführungsrechte für dieses Werk vertritt Felix Bloch Erben im Auftrag der Edition Meisel GmbH, Berlin.