20.11.2017

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"Die Orestie" am Thalia Theater in Hamburg
Am 21. Oktober feierte Aischylos' Werk Die Orestie in der Bearbeitung von...

UA: "Eine Weihnachtsgeschichte" von Philipp Löhle nach Charles Dickens
Die Geschichte ist bekannt: Der hartherzige Geldverleiher Ebenezer Scrooge...

Neu bei FBE: "Blütenzeit (Blossom Time)" von Dorothy Donnelly und Sigmund Romberg
Blütenzeit ist die amerikanische Version des Wiener Singspiels "Das...

"Alice" am Metrolpoltheater München
Herzlichen Glückwunsch zum Nichtgeburtstag und toi, toi, toi dem Münchener...

UA: "Nachts" von Franziska Henschel am Theater Oberhausen
Was passiert eigentlich mit der Welt, wenn ich die Augen zumache? Wie kommen...

"Wartesaal" von Lion Feuchtwanger an den Münchner Kammerspielen
In Lion Feuchtwangers berühmter Wartesaal-Trilogie bestehend aus den Romanen...

DER FAUST für Hannah Biedermann
Am Freitag ist Hannah Biedermann der Deutsche Theaterpreis DER FAUST...

Brüder-Grimm-Preis 2017 für "NASSER #7Leben"
Der mit 10.000 Euro dotierte Brüder-Grimm-Preis des Landes Berlin geht in...

Neu bei FBE: "Mit deinem Bein im Mund lässt es sich viel leichter ich liebe dich Luka sagen" von Marcus Peter Tesch
Körper hängen wie geschlachtete Tiere von der Bühnendecke. Es sind die...

NEU bei Desch: "Jugendliebe" von Ivan Calbérac
Antoine Chopin hat alles – eine wunderschöne Freundin, beruflichen Erfolg und...


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Bild von Nina EnderEnder, Nina
Foto: Martina Strilic 

Nina Ender, 1980 in Erlangen geboren, absolvierte das Grundstudium in Journalistik und Germanistik an der Universität Hamburg, bevor sie von 2004 bis 2008 Szenisches Schreiben an der Universität der Künste Berlin studierte. Sie erhielt Einladungen zum Dramatikerworkshop des Berliner Theatertreffens 2005, an die Münchner Kammerspiele, zu den Werkstatttagen am Wiener Burgtheater und zum Forum Junger Autoren Europas der Theaterbiennale Wiesbaden / Neue Stücke aus Europa 2006.
Mit "DIE WISSENDEN" gewann sie 2008 den Stückepreis der Schaubühne Berlin. Es folgten eine Einladung zum Autorenwochenende am Staatstheater Stuttgart, ein Stipendium der Contemporary Arts Alliance Berlin sowie der Förderpreis für Literatur der Stadt Ulm.

Seit 2011 erarbeitet Nina Ender mit Stefan Kolosko, langjähriger Weggefährte und Schauspieler von Christoph Schlingensief, als ENDER/KOLOSKO Inszenierungen und Projekte. Gemeinsam inszenierten sie u. a. auf Kampnagel "HAMLETANSTALT" und "PARZIVALPARK". In der Spielzeit 2014/15 werden ENDER/KOLOSKO als ersten Teil ihrer LEBEN.TRILOGIE auf Kampnagel "FAUSTFESTUNG - Eine Spiel- und Bildungsreise" auf die Bühne bringen.

2012 erhielt Nina Ender das Projektstipendium des Jugendtheaterpreises Baden-Württemberg für PIDKID.DE. Das Stück wurde im Oktober 2013 am Theater Ulm uraufgeführt.



Auszeichnungen/Preise (Auswahl)

2012 Projektstipendium des Jugendtheaterpreises Baden-Württemberg für PIDKID.DE
2010 Stipendium Literatur der Kunststiftung Baden-Württemberg
2009 Förderpreis für Literatur der Stadt Ulm
2008 Stückepreis der Schaubühne Berlin für "DIE WISSENDEN"


Weitere Informationen zu Nina Ender

 

PIDKID.DE

Leben-Trilogie I
2D, 3H
UA: 04.10.2013, Theater Ulm

Moritz meint, seinem kleinen Bruder Mark alles geben zu müssen: Süßigkeiten, seine Weihnachtsgeschenke, die selbstgeschriebenen Raptexte. Und hat doch immer ein schlechtes Gewissen. Immerhin hat Mark, der sich bloß noch Knochenmark nennt, ihm durch eine Knochenmarkspende das Leben gerettet.
Sophie meint, alles wissen zu müssen. Weist ihren Eltern nur Einsen vor und weiß um die medizinische Odyssee, die sie auf sich genommen haben, um sie gesund zur Welt zu bringen. Und doch weiß sie nicht, ob sie ihren Eltern mehr schuldig ist, ihrem schwerbehinderten Bruder, den "Zellgelumpgeschwisterlein", gegen die sie im Achtzellstadium gewann, oder doch Gott.
Moritz lernt Sophie bei pidkid.de, einem sozialen Netzwerk für die Kinder der Präimplanationsdiagnostik (PID) kennen und verliebt sich in sie. "Sophie / Wieso Sophie / Das ist keine Philosophie / Keine ist so wie sie / Sowie ich sie sah / War mir klar / Die oder niemand ...", rappt er für sie. Und kann seinem Bruder vielleicht endlich etwas geben, was ihm so viel wert ist, wie sein Leben. Aber da hat Sophie schon ganz andere Pläne mit den Brüdern ... Ein Battle um Tod oder Leben beginnt.

Nina Ender erhielt für PIDKID.DE das Projektstipendium des Jugendtheaterpreises Baden-Württemberg 2012. Ausgangspunkt ist der Entscheid im Bundestag von 2011, der die Präimplantationsdiagnostik (PID), bei der in vitro gezeugte Embryonen genetisch durchleuchtet werden, im Falle schwerer Erbkrankheiten erlaubt. PIDKID.DE geht der Frage nach den Folgen dieser brisanten Möglichkeit anhand von Kindern nach, deren Existenz – 13 Jahre in der Zukunft – durch diese medizinische Selektion bedingt ist. Was bedeutet das Auserwähltsein für sie und ihre Familien?

Entstanden ist ein Stück mit einem bemerkenswerten sprachlichen Zugriff auf dieses hochaktuelle, existenzielle Thema. Nina Ender gelingt es, mit klugem Humor, lebendiger, pulsierender Sprache und schlagfertigen Dialogen die Welt der jungen Erwachsenen aufzuzeigen, die sich - ob "PIDKID" oder "ganz normal" - alle mit den selben Fragen konfrontiert sehen: Genüge ich in dieser Gesellschaft, so wie ich bin? Was macht mich einzigartig? "Aktueller kann ein Stück nicht sein!", schrieb die Südwest Presse nach der Uraufführung am Theater Ulm.

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