22.09.9763

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"Lazarus" von David Bowie am Landestheater Linz
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Mit der Uraufführung von Axel Ranischs Roman Nackt über Berlin eröffnet das...

UA: "Heiß auf 2. Liga" von Jörg Menke-Peitzmeyer an den Hamburger Kammerspielen
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Zwei Brüder hausen in einem heruntergekommenen Gebäude in Philadelphia. Seit...

Deutscher Kindertheaterpreis 2018: Nominierung für Fabrice Melquiot
Fabrice Melquiot ist mit seinem Stück Die Zertrennlichen (übersetzt von...


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Bild von Mark HayhurstHayhurst, Mark

Mark Hayhurst schreibt für Theater, Film und TV. Zu seinen Fernseharbeiten gehören "37 Days", "The Man Who Crossed Hitler", "London’s Burning", "Animals"; zu seinen Dokumentationen "To Stop a Tyrant", "The Promised Land", "Terror - Robespierre and the French Revolution", "The Last Days of the Raj", "The Year London Blew Up", "The Somme", "American Dream", "Challenger – Go for Launch", "Brinks-Mat – the Greatest Heist", "Days in the Life", "Witchcraze; The Difficult Birth of the NHS".
Sein von der Kritik hoch gelobtes Theaterstück "Der Prozess des Hans Litten (Taken at Midnight)" wurde 2014 am Festival Theatre Chichester uraufgeführt und 2015 ins Londoner Westend transferiert. Das Stück war für die Olivier Awards 2015 nominiert.

 

Der Prozess des Hans Litten

(Taken at Midnight)
Deutsch von Michael Raab
1D, 9H
UA: 26.09.2014, Chichester Festival Theatre / 15.01.2015, Theatre Royal Haymarket, London
DSE: 08.10.2016, Staatstheater Nürnberg

Wer war Hans Litten? Anwalt? Opfer? Held? In der bekannteren Werken über die Zeit des Nationalsozialismus’ kommt der Name nicht vor und sein Schicksal kennt hierzulande kaum jemand. Hans Litten, 1903 in Halle geboren, war Rechtsanwalt und Strafverteidiger. Dabei machte er sich insbesondere als Gegner des NS-Regimes und als „Anwalt des Proletariats“ einen Namen. Höhepunkt seiner Karriere war der sogenannte Edenpalast-Prozess am Moabiter Schwurgericht im Frühjahr 1931, bei dem vier Mitglieder des berüchtigten SA-Sturms 33 eines besonders brutalen Überfalls auf die Versammlung eines Arbeiterwandervereins angeklagt waren und Hans Litten die spektakuläre Vorladung des „Schriftstellers Adolf Hitler“ erreichte. In einem mehrstündigen Verhör über die gewaltverherrlichenden Hetzschriften der NSDAP gelang es Litten, Hitler in Rage zu bringen und öffentlich zu demütigen – was dieser ihm nie verzieh. Wenige Wochen nach der Machtergreifung der Nazis wurde Litten in der Nacht des Reichstagsbrandes in „Schutzhaft“ genommen, fünf Jahre in verschiedenen Gefängnissen und Konzentrationslagern misshandelt, bis er sich schließlich im Februar 1938 im KZ Dachau das Leben nahm.

Mit seiner Verhaftung setzt das Theaterstück von Mark Hayhurst ein, der bereits einen Dokumentar- und einen Fernsehfilm über Hans Litten geschrieben hat. Hayhurst stellt in seinem klugen und geschickt konstruierten Stück die couragierte Mutter, Irmgard Litten, in den Vordergrund, die sich aufopferungsvoll wenn auch vergebens um die Freilassung ihres Sohnes mühte. Jeder zermürbende Gang durch die Behörden, jede perfide Erniedrigung durch die Staatsdiener, jede menschliche Enttäuschung über Angepasstheit oder Angst ihrer zivilen Umgebung offenbaren ihr nach und nach das wahre Gesicht des Terrors jener Zeit. Als sie nach dem Tod Littens nach England emigriert, hat sie mehr verloren als einen Sohn. Ihr Bericht, der den größten Teil des Stücks einnimmt, wird unterbrochen durch Szenen aus dem Gefängnis, wo ihr Sohn zusammen mit Erich Mühsam und Carl von Ossietzky inhaftiert ist, und den Lagern, in denen der Idealist zum physischen und psychischen Wrack wird.

Mark Hayhurst beschränkt sich aber nicht auf die Mutter-Sohn-Geschichte, sondern beschreibt gekonnt die Komplexität der verschiedenen Charaktere im Umgang mit der Diktatur. Und somit ist Der Prozess des Hans Litten nicht nur ein Stück längst fälliger Geschichtsaufarbeitung, sondern vor allem ein Stück über die Facetten der menschlichen Natur.

Weiterführende Informationen zu Hans Litten finden Sie hier.

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