10.12.6711

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Eine Auswahl: Familienstücke für die Weihnachtszeit
Auch wir können uns dem vorweihnachtlichen Glanz nicht entziehen und haben...

Aktuell: "Die Jüdin von Toledo" am Schauspielhaus Bochum
Am 1. November eröffnete Johan Simons seine Intendanz am Schauspielhaus...

Neu bei FBE: "Der Name der Rose" (Umberto Eco / Gisle Kverndokk / Øystein Wiik)
1327: Mysteriöse Todesfälle bringen eine Benediktinerabtei in Ligurien in...

Neu bei FBE: "Mord im Orientexpress" von Agatha Christie
Auf der Fahrt des Orientexpress von Istanbul nach Calais fällt ein...

Neu bei FBE: "Ich werde nicht hassen" von Izzeldin Abuelaish
Dies ist die Geschichte von Dr. med. Izzeldin Abuelaish, einem...

Premiere: "Little Voice" am Theater Paderborn
Am Theater Paderborn inszeniert Katharina Kreuzhage Little Voice von Jim...

Deutscher Kindertheaterpreis 2018 für Fabrice Melquiot und "Die Zertrennlichen"
Fabrice Melquiot wurde für sein Stück Die Zertrennlichen mit dem Deutschen...


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Billinger, Richard

Der österreichische Schriftsteller Richard Billinger, geboren am 20.7.1890 in St. Marienkirchen (Oberösterreich), schrieb Gedichte und Dramen, die sich durch Züge des Volkstheaters auszeichnen. Er lebte in München und Berlin und wurde vor allem durch seine bildreiche Prosa und seine Bauerngedichte bekannt. Als Bauernsohn und Jesuitenzögling stellte er seine enge Vertrautheit mit den Geheimnissen alter Sitten und Gebräuche unter Beweis. Die Darstellung der im Wandel befindlichen bäuerlichen Welt seiner Heimat kennzeichnet seine Werke, in denen er eine mystisch-dämonische Weltsicht mit christlichem Gedankengut konfrontiert. Das zeigt sich schon in seinem Frühwerk Rosse (1931) und mehr noch in seinem ersten großen Erfolg Rauhnacht (1931, Uraufführung an den Münchner Kammerspielen am 10. Oktober 1931 unter der Regie von Otto Falckenberg). Im November 1932 wurde ihm, zusammen mit Else Lasker-Schüler, der Kleistpreis verliehen. Zu Billingers weiteren Werke zählen u.a. Stille Gäste (1933), Die Hexe von Passau (1935) sowie Der Plumpsack (1953).

Richard Billinger starb am 7. Juni 1965 in Linz (Oberösterreich).

 

Rauhnacht

Schauspiel in vier Aufzügen mit einem Vorspiel
8D, 9H, Nebendarsteller

Simon Kreuzhalter ist noch vor seiner Priesterweihe als Missionar nach Afrika gegangen und hat dort die Sprache und Bräuche der Eingeborenen erlernt und ihre blutigen Opferfeste mitgefeiert. Seit seiner Rückkehr in die Heimat lebt er in einem kleinen Dorf, wo sich Reste heidnischen Brauchtums das ganze christliche Mittelalter hindurch bis in die Gegenwart hinein erhalten haben. Die "Rauhnächte" um die Weihnachtszeit bringen jedermann im Dorf auf die Beine und alle Köpfe in Verwirrung; in Teufels- und Hexenfratzen oder als allegorische Figuren verkleidet, ziehen Jungen und Mädchen johlend durch die Gassen.

Kreszenz, die Tochter der Dorfkrämerin, gehört zu den Wildesten unter den Wilden, ihre Mädchenphantasie träumt hemmungslos von wüsten Opferfesten, und keinen Augenblick zögert sie, als Simon Kreuzhalter sie in der "Rauhnacht" zu sich einlädt. Er stachelt ihre Phantasien noch durch afrikanische Erzählungen an und schleppt die Widerstandslose zuletzt in seine Schlafkammer, wo er sie durch ungezählte Messerstiche tötet. Die barbarische Lust am Leben hat sich bis zum Mord gesteigert.