17.02.2018

Aktuelle Nachrichten

Wiederentdeckt: "Der Flüchtling" von Fritz Hochwälder
Nahe einer schwer passierbaren Landesgrenze im Hochgebirge treffen drei...

Neu bei FBE: "Das Mädchen Wadjda" von Haifaa Al Mansour
Riad, Saudi-Arabien: Die zehnjährige Wadjda wünscht sich nichts sehnlicher...

DSE: "Lazarus" von David Bowie und Enda Walsh am Düsseldorfer Schauspielhaus
Am 3. Februar ist die deutschsprachige Erstaufführung des Musicals Lazarus...

"Grimm!" von Thomas Zaufke und Peter Lund am Theater Erfurt
Mit dem bösen Wolf hat schon so ziemlich jeder seine Erfahrungen gemacht. So...

Neu bei FBE: "Das Molekül" von William W. Murta
Mit biografischen Schlaglichtern erzählt William Ward Murta in seinem Musical...

Neu bei FBE: "Polnische Hochzeit" von Joseph Beer
19. Jahrhundert, Zeit des polnischen Aufstandes gegen die russische...

Neuübersetzung "High Society" am Landestheater Coburg
Wenn sich die High Society amüsiert und Hochzeit feiert, ist auch die...

Neu bei FBE: "Rabbit Hole" von David Lindsay-Abaire
Becca und Howie Corbett sind mit ihrem vierjährigen Sohn Danny eine...

"Die Nashörner" am Staatsschauspiel Dresden
Die Kritik an einem hinter dem Individualismus versteckten Zwang zu...


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Bild von Paul PourveurPourveur, Paul

Paul Pourveur wurde als Sohn wallonischer Eltern 1952 im flämischen Antwerpen geboren und wuchs zweisprachig auf. Nach seinem Filmstudium am RITS, in Brüssel sowie einer Ausbildung in Szenischem Schreiben in den USA begann Pourveurs Karriere zunächst als Drehbuchautor für Film und Fernsehen. Es entstanden Texte für Dokumentar-, Jugend- und Spielfilme sowie für verschiedene populäre TV-Serien. Seit Mitte der achtziger Jahre schreibt Pourveur Theaterstücke, sowohl in Flämisch als auch in Französisch, die sich gegen eine traditionelle Dramaturgie mit deutlich linearen und abgerundeten Erzählsträngen und eine Einheit von Zeit, Ort und Handlung richten. Er vermischt verschiedene Genres und Stile und arbeitet auch häufig wissenschaftliche Texte in seine Stücke mit ein, um dem Zuschauer eine Vielzahl Materialien anzubieten, aus denen sich dieser selbst seine eigene Geschichte konstruieren kann. Dies geschieht auch in TIRANNIE VAN DE TIJD, in dem er als Mitautor das Thema Zeit aus wissenschaftlicher Sicht betrachtet und den Zuschauer u. a. mit Quantenmechanik konfrontiert.

 

Stiefmütter

(Stiefmoeders)
Deutsch von Uwe Dethier
3D, 2H

In diesem Stück werden Stiefmütter endlich mal als das gezeigt, was sie wirklich sind: grausame, Kinder fressende Monstren. Julia jedenfalls empfindet die Aussicht, dass die Freundin ihres Vaters in die gemeinsame Wohnung ziehen soll, als Katastrophe. Dem familiären Chaos versucht sie sich zu entziehen, indem sie sich in die geliebte Welt der mathematischen Ordnung flüchtet. Doch mit der strengen Logik der Zahlen lassen sich nicht alle Probleme lösen. Während ihr Vater sie zum Aufbruch drängt, begibt sie sich auf die Suche nach der magischen Zahl, die jedoch genauso schwer zu finden ist wie Erdbeeren im Winter. Wie gut, dass Julia ihr Freund Jules zur Seite steht, der bereits seine eigenen Erfahrungen mit Stief- im Gegensatz zu "Bioeltern" gemacht hat und mit dessen Hilfe Julia am Ende der neuen Stiefmutter sehr viel gelassener entgegensehen kann. Mit viel Witz und Lust an der Übertreibung erweckt Paul Pourveur die Hirngespinste, Ängste und Machtphantasien der selbstbewussten und energischen Hauptfigur zum Leben. Die Grenze zwischen Phantasie und Wirklichkeit wird dabei mühelos übersprungen zum Zweck der Konfliktlösung, die ganz ohne Schuldzuweisungen oder didaktische Eindeutigkeiten auskommt.