22.11.2017

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"Die Orestie" am Thalia Theater in Hamburg
Am 21. Oktober feierte Aischylos' Werk Die Orestie in der Bearbeitung von...

UA: "Eine Weihnachtsgeschichte" von Philipp Löhle nach Charles Dickens
Die Geschichte ist bekannt: Der hartherzige Geldverleiher Ebenezer Scrooge...

Neu bei FBE: "Blütenzeit (Blossom Time)" von Dorothy Donnelly und Sigmund Romberg
Blütenzeit ist die amerikanische Version des Wiener Singspiels "Das...

"Alice" am Metrolpoltheater München
Herzlichen Glückwunsch zum Nichtgeburtstag und toi, toi, toi dem Münchener...

UA: "Nachts" von Franziska Henschel am Theater Oberhausen
Was passiert eigentlich mit der Welt, wenn ich die Augen zumache? Wie kommen...

"Wartesaal" von Lion Feuchtwanger an den Münchner Kammerspielen
In Lion Feuchtwangers berühmter Wartesaal-Trilogie bestehend aus den Romanen...

DER FAUST für Hannah Biedermann
Am Freitag ist Hannah Biedermann der Deutsche Theaterpreis DER FAUST...

Brüder-Grimm-Preis 2017 für "NASSER #7Leben"
Der mit 10.000 Euro dotierte Brüder-Grimm-Preis des Landes Berlin geht in...

Neu bei FBE: "Mit deinem Bein im Mund lässt es sich viel leichter ich liebe dich Luka sagen" von Marcus Peter Tesch
Körper hängen wie geschlachtete Tiere von der Bühnendecke. Es sind die...

NEU bei Desch: "Jugendliebe" von Ivan Calbérac
Antoine Chopin hat alles – eine wunderschöne Freundin, beruflichen Erfolg und...


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Bild von William ShakespeareShakespeare, William
Droeshout Porträt (1623) 

Die Lebensgeschichte von William Shakespeare liegt weitgehend im Dunkeln und die Urheberschaft seiner Werke ist nicht zufriedenstellend geklärt, so ist der meistgespielte Theaterdichter zugleich der, von dem die Nachwelt am wenigsten weiß.
Bertold Brecht vermutete, hinter dem Pseudonym Shakespeare stehe ein ganzes Team von versierten Londoner Theatermachern um 1600. Die dokumentarischen Beweise für die Existenz Shakespeares sind jedenfalls dürftig und so präsentiert sich der Nachwelt mehr ein Übermensch und eine Institution der Theatergeschichte als eine Persönlichkeit mit verlässlicher Biographie. Von den 36 Theaterstücken, enthalten in der ersten Gesamtausgabe der Werke Shakespeares, sind 14 Komödien, 12 Tragödien und 10 Historiendramen. Mehr als zwei Drittel werden noch immer aufgeführt.

William Shakespeare, Sohn eines angesehenen Landwirts und Geschäftsmannes, wuchs in dem mittelenglischen Martkflecken Stratford-upon-Avon auf, besuchte dort die Grammar School und heiratete mit 18 Jahren die wesentliche ältere Anne Hathaway. 1586, nach vierjähriger Ehe, verließ er seine Frau und seine drei Kinder, um sich in London einer Theatergruppe anzuschließen. Ab 1592 ist er in der Hauptstadt als Schauspieler und Stückeschreiber nachweisbar. Zwei Jahre später wurde er Mitglied von Lord Chamberlain's Men, einer von König Elisabeth I. protegierten Schauspielergesellschaft. Als ihr wichtigster Autor, vielseitiger Schauspieler und als Aktionär des Globe Theatre, ab 1608 auch des Blackfriars Theatre, erwarb Shakespeare großes Ansehen und ein beachtliches Vermögen. 1610/11 veräußerte er seine Anteile an diesen Theatern und kehrte zu seiner Familie nach Stratford zurück.

Wie alle Autoren seiner Zeit bezog Shakespeare die Grundelemente seiner Stücke aus Mythologie und chronistischer Überlieferung sowie aus berühmten literarischen Quellen der Antike und der Renaissance. Sein dramaturgisches Geschick und seine dichterische Potenz erweisen sich jedoch als allen Vorlagen überlegen.
Die spektakulärsten Werke des Dichters wurden bereits im Laufe des 17. und 18. Jahrhunderts durch englische Wandertruppen in ganz Europa bekannt und begeistert aufgenommen. Seit der enthusiastischen Bewunderung, die Goethe und die Dramatiker des Sturm und Drang dem englischen Dichter zollten, galt Shakespeares Auffassung vom Wesen des Theaters vor allem im deutschen Sprachraum als revolutionär und unübertrefflich.

(Quelle: Harenberg)

 

Der Sturm

(The Tempest)
Weitgehend neu übersetzt und für die Bühne eingerichtet von Erich Engel
1D, 11H, Statisterie

Einsame Insel, unbestimmte Zeit.
In der Nähe einer Insel erleidet König Alonso von Nepal mit seinem Gefolge im Sturm Schiffbruch. Bei ihnen ist auch Antonio, der Herzog von Mailand, der seinen Bruder Prospero und dessen dreijährige Tochter Miranda vor zwölf Jahren in einem Boot aussetzte. Nur durch die Hilfe von Gonzalo, der damals Essen und Bücher auf das Boot geschmuggelt hatte, konnten Prospero und Miranda auf einer Insel überleben. Mittels magischer Fähigkeiten hat sich Prospero dort zum Herrscher gemacht, indem er Caliban, den bösen Sohn der kurz zuvor gestorbenen Hexe Sycorax, unterwarf und die Freundschaft des Luftgeistes Ariel erwarb. Prosperos Versuche, den missgestalteten Caliban zu einem guten Wesen zu erziehen, waren jedoch vergeblich. Nach dem von Prospero durch Zauberkraft verursachten Schiffsuntergang gelangen die Gestrandeten auf Prosperos Insel. Der Königssohn Ferdinand wird von seinen Gefährten getrennt und hält diese für tot. Prospero arrangiert es, dass Ferdinand und Miranda sich treffen und ineinander verlieben. Der König ist über den vermeintlichen Tod Ferdinands untröstlich. Antonio und Sebastian verabreden, den Herrscher zu töten, um selbst auf den Thron zu gelangen. Ihr Anschlag misslingt jedoch durch das Eingreifen Ariels. Prospero legt Ferdinand als Probe schwere Arbeit auf, doch dessen Liebe zu Miranda wächst. Als Harpyie verkleidet, hält Ariel dem König, Alonso und Antonio eine Strafpredigt und konfrontiert sie mit ihren Untaten. Während Alonso bereut und den Tod sucht, sagen Sebastian und Antonio den beunruhigenden Geistern den Kampf an. Prospero erklärt Ferdinand, dass er die Probe bestanden habe, und vermählt seine Tochter mit ihm. Prospero, der Reue bei seinen Feinden feststellt, verzeiht allen. Er lässt Ariel frei, versenkt Zauberstab und Zauberbücher und nimmt sein Herzogtum wieder in Besitz.

Die von Shakespeare um 1611 uraufgeführte romantische Komödie wurde lange Zeit als sein letztes Stück und damit als sein poetisches Testament angesehen. Prospero wird meist als der Dichter selbst interpretiert, der am Ende des Stückes den Zauberstab zerbricht und die Bücher, in diesem Fall seine Stücke, vergräbt und vom Geschriebenen abzulassen verspricht.