17.07.2018

Aktuelle Nachrichten
Aktuelle Stücke

Kommissar Gordon - Der erste Fall
von Ulf Nilsson

Bestimmt wird alles gut
von Kirsten Boie und Konstanze Kappenstein

Einsam und Esmeralda
von Martina Montelius

Gebückt und windschief auf Sturmesfittichen (Juller)
von Jörg Menke-Peitzmeyer

Strafraumszenen
von Jörg Menke-Peitzmeyer

Die 9 Fridas
von Kaite O'Reilly

Heimat ist kein Ort
von Olivier Garofalo

Das neue Jerusalem
von Arna Aley

Der letzte Europäer
von Martina Clavadetscher

Mittagswende. Die Stunde der Spurlosen
von Anja Hilling

American Hotel
von Sara Stridsberg

Lass dich sein
von Arne Lygre

Dienstags bei Kaufland
von Emmanuel Darley

Begleiterscheinungen
von Peter Buchholz

Alles was Sie wollen
von Matthieu Delaporte und Alexandre de la Patellière

Vor dem Entschwinden
von Florian Zeller

Rasputin
von Paul Graham Brown

Peter Pan oder Das Märchen vom Jungen, der nicht groß werden wollte
von James Matthew Barrie , Leonard Bernstein und Erich Kästner

Ein Mann geht durch die Wand
von Didier van Cauwelaert , Michel Legrand und Marcel Aymé

Lazarus
von David Bowie und Enda Walsh

Die Familie, die über alles reden konnte
von Christian Lollike

Jenseits der blauen Grenze
von Dorit Linke

Mein Freund Salim
von Uticha Marmon

Inside IS
von Yüksel Yolcu

WiLd!
von Evan Placey

Widerfahrnis
von Bodo Kirchhoff

djihad
von Volker Schmidt

Silberflügel
von Anja Tuckermann , Frank Becker und Kenneth Oppel

So bin ich nicht (Gretas Storys)
von Anneliese Mackintosh

Broken German
von Tomer Gardi

Feuer fangen
von Luc Tartar

All you can eat - Variationen des Verschlingens
von Ariane Koch

Wiegenlied für Baran
von Joël László

Jeunesse dorée
von Johannes Hoffmann

Umständliche Rettung
von Martina Clavadetscher

Massiver Kuss
von Anja Hilling

Gesunde Beziehungen
von Evan Placey

Flug BU21
von Stuart Slade

Straight
von Scott Elmegreen und Drew Fornarola

Ein Geschenk der Götter
von Oliver Haffner

Der letzte schöne Herbsttag
von Ralf Westhoff

Die gefälschte Wahrheit
von Peter Buchholz

Der Familienrat oder Mama muss weg
von Morgan Spillemaecker und Amanda Sthers

Das Gewissen vergisst nie
von Sébastien Azzopardi und Sacha Danino

platz.an.der.sonne.com
von Agnès Besse und Daniel Besse

Die Rechnung
von Clément Michel

Besser schlichten als richten
von Chloé Lambert

Tochter bleibt Tochter
von Agatha Christie

Monsieur Poirot und der schwarze Kaffee
von Agatha Christie

Das Urteil
von Agatha Christie

Und dann gab's keines mehr
von Agatha Christie

Bach. Das Leben eines Musikers
von Thomas Sutter

Spaghettihochzeit
von Thomas Sutter

Mädchen extraschön
von Gisle Kverndokk und Øystein Wiik

Eingefädelt – Das Musical
von Paul Graham Brown und Birgit Simmler

Der Postraub
von Paul Graham Brown und Birgit Simmler

Haben Sie schon mal im Dunkeln geküsst?
von James Edward Lyons und Michael Jary

In 80 Tagen um die Welt
von Gisle Kverndokk und Øystein Wiik


Aktuelle Premieren
Aktuelle Premierenberichte
Bild von Herbert MeierMeier, Herbert

Herbert Meier wurde am 29. August 1928 in Solothurn geboren. Schon während seiner Schulzeit begann er, Gedichte und kleine Stücke zu verfassen. Er studierte Literaturwissenschaft, Geschichte, Philosophie und Kunstgeschichte in Basel, Wien, Paris und Fribourg und schloss sein Studium mit einer Dissertation über die Dramen Ernst Barlachs ab. Danach absolvierte er eine Ausbildung als Schauspieler bei Ernst Ginsberg. Er arbeitete als Lektor in Paris und Poitiers und war als Dramaturg und Schauspieler am Städtebundtheater Biel/Solothurn tätig. Von 1977 bis 1982 war er Chefdramaturg des Schauspielhauses in Zürich. An den Universitäten St. Gallen und Zürich hielt er Vorlesungen über Dramaturgie und wurde 1986 als "Writer in residence" an die University of Southern California in Los Angeles berufen. Von 1994 bis 1998 moderierte er die Sendung "Sternstunde Philosophie" im Schweizer Fernsehen. Seit 1955 lebt er als freier Schriftsteller und Übersetzer in Zürich.

Meier ist ein Virtuose der Sprache. Seine Wortwahl ist stets knapp, präzise, niemals redundant, und dennoch von enormer Vielschichtigkeit. Er hält spielerisch die Balance zwischen einer poetischen, geprägten Sprache und dem gesprochenen, "heutigen" Wort. Seine Figuren lässt er zuweilen eigene Worte erfinden, die tiefe Einsicht in das menschliche Gefühlsleben verraten. Häufig dienen ihm historische Stoffe und Personen als Vorlage, bei denen es ihm aber niemals um die historisch getreue Darstellung geht. Sie werden quasi losgelöst von Zeit und Raum auf das Parabelhafte, Exemplarische ihrer Existenz verdichtet. Die Hauptpersonen seines dramatischen Werks sind Suchende, getrieben von ihrer Sehnsucht nach erfülltem Leben, maßlos in ihrer Forderung nach dem Absoluten: nach der bedingungslosen Liebe, nach der Freiheit zur Selbstbestimmung. Hinter all dem wird ein tief verwurzelter Humanismus spürbar, der diesen Suchenden, Verzweifelten selbst noch in ihrem Scheitern recht gibt.

Die reiche Theatererfahrung Meiers und seine dramatische Intuition machen ihn auch zu einem gefragten Übersetzer moderner wie klassischer Stücke der Weltliteratur. Gemeinsam mit seiner Frau, der Romanistin Yvonne Meier-Haas, hat er Werke von William Shakespeare, Ben Jonson, Euripides, Molière, Carlo Goldoni, Racine, Pirandello, Paul Claudel, Jean Giraudoux, Jacques Audiberti, Georges Schéhadé und Federico García Lorca übersetzt. In jüngster Zeit hat seine Neuübersetzung von Paul Claudels Der seidene Schuh oder Das Schlimmste trifft nicht immer zu, die ihre Erstaufführung im März 2003 am Basler Theater erlebte und nachfolgend im Rahmen der Ruhrtriennale in Duisburg inszeniert wurde, für großes Aufsehen gesorgt.

Herbert Meier erhielt u.a. 1955 den Literaturpreis der Freien Hansestadt Bremen, 1957 den Kunstpreis des Lions Club Basel, den Preis der Schweizerischen Schillerstiftung (1964), den Conrad-Ferdinand-Meyer-Preis (1964), den Welti-Preis für das Drama (1970), den Solothurner Kunstpreis (1975), den Förderpreis der Gottfried-Keller-Stiftung (1976) und den Schillerpreis der Zürcher Kantonalbank (1997).

Weitere Informationen zu neuen Übersetzungen von Herbert Meier finden Sie in unserem Special: "Jedes Wort begriffen und durchdacht": Herbert Meier, Übersetzer

vergrösserte Ansicht zur Broschüre zu Meier, Herbert

Herbert Meier
Autorenbroschüre
Leben und Werk

 

Umarmungen

Drei Szenen und drei Farcen
1D, 2H
frei zur UA
eine junge Schauspielerin, ein junger Schauspieler, ein Schauspieler mittleren Alters

Szene 1: OHNE TITEL

Nach der Vernissage zeigt der Kunsthändler Garner Interesse an der Videokunst der jungen Chantal. Sein Interesse ist zweideutig. Dennoch lässt Chantal sich auf ihn ein; sie erhofft sich ein Geschäft. Garner verführt sie zu Kuss und Umarmung. Da erkennt sie in ihm ihren Vater, der ihre Mutter im Stich gelassen hat, noch bevor sie selbst auf die Welt gekommen war.


Szene 2: MARER

Vor dem Ausgehen in eine Abendgesellschaft gesteht Marer, ein wohlhabender, körperlich verwachsener Anwalt, seiner Frau Cordula, dass er von Zweifeln besessen sei, sie liebe ihn nicht. Cordula vermag ihn nicht vom Gegenteil zu überzeugen. Er treibt sie in die Verzweiflung und dem Schein nach in die Arme Seebachs, eines jungen Partners in seiner Kanzlei, den er um seinen heilen Körper beneidet.


Szene 3: MORGEN VOR ZWEI JAHREN

Der Psychiater von Burg und seine junge Frau bekommen beim abendlichen Drink den Besuch eines jungen Mannes. Sie halten ihn für einen verwirrten Patienten, denn er behauptet, er komme aus dem „limbischen Sektor“. Beim analytischen Gespräch stellt sich heraus, dass es sich um ihren Sohn handelt, der morgen vor zwei Jahren aus medizinischen Gründen abgetrieben worden ist. Er ist gekommen, um eine zweite Geburt für sich zu erbitten. Von Freude überwältigt, umarmt ihn die junge Mutter trotz des Verbotes, das er bei seinem Erscheinen ausgesprochen hat. Und er löst sich in Luft auf. Da schlägt der Psychiater seiner Frau vor: „Komm, wir machen ihn neu.“


Farce 1: DAS ROTE TUCH

Bubi, sieben Jahre alt (er argumentiert zeitweise wie ein Erwachsener und wird vom Schauspieler mittleren Alters dargestellt) hat eines Tages die Erscheinung eines Stierkämpfers, der sich als sein Vater ausgibt, den er nicht kennt. Dieser hinterlässt ihm ein rotes Tuch und verspricht wiederzukommen, wenn der Geliebte der Mutter weg ist. Bubi weigert sich, Priska, seiner alleinerziehenden Mutter, das Geheimnis des Tuches zu verraten. Er hasst Jan, ihren Geliebten, der kommt, um mit ihr die Nacht zu verbringen. Der Kleine treibt ein böses Spiel mit Jan und Priska, und es glückt ihm, Jan zu vertreiben. Schließlich zückt er sein Federmesserchen gegen die Mutter und umarmt sie verzweifelt. Der Vater ist nicht gekommen.


Farce 2: ARA

Rehmann, ein Hobbyastronom, denkt nachts an Rosemary, die ihn verlassen hat. Da flattert Ara, ein entflogener Papagei, in sein Wohnzimmer. Er quält Rehmann mit angelernten Zitaten und treibt ihn in Selbstanklagen, Rosemary betreffend. Rehmann hat ihr damals ein Kind verweigert, das sie von ihm haben wollte. Ara greift ihn seiner Verweigerung wegen an und beginnt ihn zu foltern. Schließlich tötet Ara ihn. In diesem Augenblick taucht Dr. Hense, der Besitzer des Papageis, auf. Er hat den Vogel zum sprachlichen „Zettelkasten“ seiner intellektuellen Existenz gemacht. Sie will nicht mehr zu ihm zurück und hackt ihn tot. Und gibt sich den Zuschauern als Frau (Rosemary) zu erkennen.


Farce 3: JEDER MENSCH HAT ELTERN

Der gescheiterte Journalist Maurus sieht sich nach einer Psychoanalyse als Opfer des frühen Todes seiner Eltern. Er kommt nach Hause und ist entschlossen, sich umzubringen. Da wird er von einem jungen Paar, seinen toten Eltern, heimgesucht. Er verliebt sich in Esther, seine junge Mutter. Im Augenblick der Umarmung gibt sie sich ihm zu erkennen. Andy, der Vater, versucht ihn von seinem Selbstmord abzuhalten; vergeblich. In seinem verzweifelten Übermut gibt Maurus seinen Eltern vom vergifteten Wein zu trinken. Sie erstarren wie leblos. Er sieht sich als ihr Mörder und trinkt den Rest aus der Karaffe.

Hinweis:
Für dieses Stück können Aufführungsrechte
an Amateurtheater erst nach der Uraufführung vergeben werden.

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