24.04.3530

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Esther Becker mit "Wildbestand" zum Heidelberger Stückemarkt 2018 eingeladen
Im Februar wurde Wildbestand oder Von einer, die auszog, eine Zukunft zu...

DE: "Extremophil" von Alexandra Badea am Prinz Regent Theater Bochum
Am Prinz Regent Theater Bochum findet in der Regie von Frank Weiß die...

Wieder bei FBE: "Hair", "La Cage aux folles" u. a.
Mit La Cage Aux Folles, Hair, Hello, Dolly! und Der kleine Horrorladen sind...

UA: "Jenseits der blauen Grenze" von Dorit Linke am Volkstheater Rostock
Das Volkstheater Rostock bringt Dorit Linkes Roman Jenseits der blauen Grenze...

DSE: "Runnin' Blue" von Anouk Saleming am Saarländischen Staatstheater Saarbrücken
Am Saarländischen Staatstheater Saarbrücken inszeniert Luca Pauer Runnin'...

DSE: "Dreizehn Leben" von Fin Kennedy am Theater Lübeck
Am 5. April feiert das Theater Lübeck die Deutschsprachige Erstaufführung von...

DSE: "Schatten eines Jungen" von Arne Lygre am Deutschen Theater Göttingen
Am 6. April inszeniert Ingo Berk die deutschsprachige Erstaufführung von Arne...

UA: "Schirokko" von Renate Ahrens am Theater Schloss Maßbach
Die Uraufführung von Renate Ahrens' Stück Schirokko inszeniert Daniela...

Neu bei FBE: "Die Mitwisser" von Philipp Löhle
Am 28. April ist die Uraufführung von Philipp Löhles neuem Stück Die...


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Vaterliebe (L'homme Gris)

Deutsch von Paul Bäcker
1D, 1H

Roland Frechette betritt mit seiner Tochter Christine ein schäbiges Motelzimmer im französisch sprechenden Teil Kanadas. Er will seine „Cri-Cri“ nach Hause zurückholen, sie aus den Klauen ihres gewalttätigen Ehemannes befreien. Christine ist bereits seit ihrem zwölften Lebensjahr magersüchtig und psychisch krank. Die titelgebende Vaterliebe erweist sich bei diesem Gang durch die abgrundtiefe Familiengeschichte als blanke Heuchelei: Papa Frechette und „Mutti“, die Gattin daheim, haben offenbar schon immer alle Probleme auf ihr Einzelkind projiziert. Die eigene Unsicherheit der Eltern wird in Alkohol ertränkt oder durch Riten kleinbürgerlich-korrekter Spießigkeit zu kaschieren versucht. Beide betreten das Zimmer. Der pedantische Papa naßforsch, muß gleich den Fernseher ausprobieren, den Fast-Food-Beutel auf dem Tisch ausbreiten, die Schnapsflasche im Bad deponieren – man(n) trinkt, aber nicht ganz so offensichtlich vor den Augen der eigenen, wenn auch längst erwachsenen Tochter. „Cri-Cri“ dagegen stumm und mit großen, dunklen Augen: eine junge Frau, die getröstet und in den Arm genommen werden will. Doch Papa Roland verhält sich wie ein Angsthase im dunklen Wald: er plappert so pausenlos und unmäßig, wie er die Hähnchen mit Fritten in sich hinein stopft. Papa Roland denkt, lenkt und handelt für Tochter Christine mit, die allzu lange Zeit keine Kraft zur Gegenwehr aufbringt. Statt dem Vater die richtigen Antworten zu geben, kotzt sie sich regelrecht aus auf dem Klo.So wird die stumme Beobachterin „Cri-Cri“ selbst allmählich ruhiger, nachdem sie beobachtet, wie ihr Vater immer nervöser an der unangezündeten Zigarette saugt, immer häufiger im Bad sein Wasserglas mit Schnaps füllt, weil er sich an etwas festhalten muß. Jetzt ist es an ihr, die erste Zigarette ihres Lebens anzuzünden, sich in einer jungmädchenhaft-wilden Geste im Kreis zu drehen und, zunächst übervorsichtig-stotternd, das Wort an den Vater zu richten. Es ist der Anfang vom Ende, denn nun holt Roland die Vergangenheit der Familie ans Licht, weckt bei Christine Kindheitserinnerungen. Während er zunächst von seinem Vaterstolz berichtet, davon, wie er auch an ihrer körperlichen Entwicklung Anteil genommen hat, macht er Christine bald auf perfide Art herunter, indem er ihre psychische Labilität in den Vordergrund rückt: „Du solltest lernen, nicht alles mit dir machen zu lassen. Weil es sein könnte, daß ich eines Tages nicht mehr da bin.“ Als sie sich daraufhin ihren Schädel an der Tür blutig schlägt, will er überstürzt das Motel verlassen und nach Hause zurückkehren. Doch Christine hat plötzlich seine Schnapsflasche in der Hand...

Werk aus dem Programm des Theaterverlag Werk aus dem Programm des Theaterverlag Desch