22.05.2018

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Ausgezeichnet: "In dir schläft ein Tier" von Oliver Schmaering gewinnt den Mülheimer Kinderstückepreis
In dir schläft ein Tier von Oliver Schmaering ist mit dem Kinderstückepreis...

Nominierung Österreichischer Musiktheaterpreis 2018
Wir freuen uns mit dem Landestheater Linz und besonders auch mit unseren...

Jubiläum: Burt Bacharach wird 90!
Burt Bacharach wird am 12. Mai 90 Jahre alt. Er gehört bis heute zu den...

Neu bei FBE: "Der Freischütz" von Carsten Golbeck
Der Dreißigjährige Krieg geht dem Ende entgegen. Das Land ist zerstört. In...

Rückblick: Die DSE von Arne Lygres "Schatten eines Jungen" am DT Göttingen
Das Deutsche Theater Göttingen zeigte am 6. April die deutschsprachige...

Rückblick: UA von Philipp Löhles "Die Mitwisser" am Düsseldorfer Schauspielhaus
"Der Mensch als Idiot des digitalen Zeitalters" (WAZ) – Uraufführung von...

ÖEA: "Lazarus" von David Bowie und Enda Walsh am Volkstheater Wien
Lazarus, David Bowies letzter musikalischer Gruß, feiert am 9. Mai...

Heidelberger Stückemarkt 2018 mit Esther Becker und Sergej Gößner
Auf dem diesjährigen Heidelberger Stückemarkt war Esther Becker...

UA: "Brigitte Bordeaux" von Sergej Gößner
Am 26. Mai ist die Uraufführung von Sergej Gößners neuem Stück Brigitte...

ÖEA: "Music Hall" von Jean-Luc Lagarce am Theater in der Josefstadt
Am 26. Mai ist die österreichische Erstaufführung von Music Hall am Theater...

DSE: "Die Rechnung" von Clément Michel am Kleinen Theater am Südwestkorso
Das Kleine Theater am Südwestkorso in Berlin zeigt am 31. Mai die...

Neu bei DESCH: "Der Sittich" von Audrey Schebat
SIE und ER warten auf Freunde für ein gemeinsames Abendessen. Das Telefon...

Wieder bei FBE: "Hair", "La Cage aux folles" u. a.
Mit La Cage Aux Folles, Hair, Hello, Dolly! und Der kleine Horrorladen sind...


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Feuchtwanger, Lion

Feuchtwanger wurde am 7. Juli 1884 in München geboren. Er studierte Philologie und Philosophie. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 wurde der pazifistisch-sozialkritische Schriftsteller aus Deutschland ausgebürgert; seine Werke fielen der Bücherverbrennung zum Opfer. Feuchtwanger flüchtete nach Frankreich, wo er bis zu seiner Inhaftierung 1940 lebte. Noch im gleichen Jahr gelang ihm die Flucht über Spanien und Portugal in die USA. Zusammen mit Bertolt Brecht und Willi Bredel gab Feuchtwanger hier die Emigrantenzeitschrift "Das Wort" heraus. In seinem ersten historischen Roman, Die häßliche Herzogin (1923, später unter dem Titel "Margarete Maultasch" veröffentlicht), beschrieb er das Leben in Tirol im 14. Jahrhundert. Ihm folgten Jud Süß (1925), ein Roman, der im 18. Jahrhundert angesiedelt ist, und die Josephus-Trilogie, bestehend aus den Romanen Der jüdische Krieg (1932), Die Söhne (1934) und Der Tag wird kommen (1945).

In seinem dokumentarischen Roman Erfolg (1930) stellte Feuchtwanger die Ereignisse in München ab der Revolution von 1919 bis 1930 dar. Der Roman stellt den ersten Teil seiner "Wartesaal-Trilogie" dar, in der sich der Autor mit dem Nationalsozialismus auseinandersetzte. Zu Feuchtwangers bedeutenden Werken, die er nach seiner Flucht aus Deutschland im amerikanischen Exil schrieb, gehören Die Geschwister Oppermann (1933) und Exil (1940), der zweite und dritte Teil der "Wartesaal-Trilogie" sowie die Romane "Waffen für Amerika" (1947, auch unter dem Titel Die Füchse im Weinberg erschienen) und Die Jüdin von Toledo (1954, 1955 auch unter dem Titel "Spanische Ballade" erschienen).

Feuchtwanger starb am 21. Dezember 1958 in Los Angeles.

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Lion Feuchtwanger
Autorenbroschüre
Leben und Werk

 

Waffen für Amerika

Schauspiel
5D, 15H
UA: 19.10.1962, Theater Plauen-Zwickau Zwickau

1777 in Versailles. Marie Antoinette, hier nur noch "Madame Defizit" genannt, belastet in ihrer Verschwendungssucht die Staatskasse derartig, dass der französische Hof sich am Rande des finanziellen Ruins befindet. König Louis XVI. ist nicht fähig, sich den Wünschen der Königin zu widersetzen. Trotz der inneren Schwierigkeiten gewährt der König den englischen Kolonien in Nordamerika Kredite zur Beschaffung von Waffen und weiterem Kriegsmaterial. Seine Sympathie liegt aber keineswegs bei den Rebellen, er will den Feind England treffen. Der Hof bedient sich hierbei zunächst des populären Schriftstellers Beaumarchais, der leidenschaftlich für die Sache der Amerikaner eintritt. Doch der amerikanisch Gesandte, Benjamin Franklin, wird in Versailles lange nicht empfangen, denn der König ahnt, welche innenpolitische Gefahr das Beispiel der Rebellen für die eigene Monarchie bedeuten könnte. Antoinette setzt sich darüber hinweg, trifft sich heimlich mit Franklin und erreicht schließlich sogar eine Aufführung von Beaumarchais, in der die herrschende Kaste aggressiv verspottet wird. Dadurch schürt sie unbewusst die Aufruhr im eigenen Land.
Louis XVI. hat keines seiner Ziele erreicht, er sieht sich genötigt, dem Beispiel Franklins zu folgen und mir England Frieden zu schließen. Am Vorabend der Revolution muss er erkennen: "Die amerikanische Republik ist gegründet, und die französische Monarchie ist verloren."

Feuchtwanger schrieb zunächst die dramatische Vorlage, dann den gleichnamigen Roman, der 1947 erscheint und auch den Titel Die Füchse im Weinberg trägt.

Lion Feuchtwanger über "Waffen für Amerika": "Ich wollte die Wechselwirkung zwischen dem fortschrittlichen Frankreich und dem Unabhängigkeitskampf in Amerika darstellen. Ich wollte die amerikanische Revolution in einem neuen Licht zeigen, so nämlich, wie sie sich in den Köpfen fortgeschrittener Europäer jener Epoche malte, ich wollte amerikanische Geschichte geben im Rahmen der Weltgeschichte."


Dieses Stück ist Teil von:

Die Füchse im Weinberg
Roman


Die Füchse im Weinberg