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Der Besuch der alten Dame
02.02.2014, Oldenburg, Oldenburgisches Staatstheater


Bild von Hans FalladaFallada, Hans

Hans Fallada wurde am 21. Juli 1893 in Greifswald geboren. Bevor er als freier Schriftsteller leben konnte, war er als Journalist und Angestellter eines Verlages tätig. Bereits in jungen Jahren wurde Fallada alkohol- und morphiumabhängig und kam wegen Unterschlagungsdelikten zweimal vor Gericht. Aus dem Gefängnis entlassen, arbeitete er mehrere Jahre beim Neumünsterer Generalanzeiger. Bereits mit Bauern, Bonzen und Bomben (1931) hatte der Autor großen Erfolg. Der 1932 veröffentlichte Roman Kleiner Mann - was nun? brachte ihm internationale Berühmtheit. Nach der Machtübernahme Adolf Hitlers zog sich Fallada weitgehend aus dem öffentlichen Leben auf sein Landgut in Carwitz (Mecklenburg) zurück. 1944 wurde er wegen eines mutmaßlichen Mordversuchs an seiner Frau Anna in die Landesanstalt Strelitz eingeliefert, später aber wieder freigelassen. Im selben Jahr entstand der Roman Der Trinker (Veröffentlichung posthum 1950), der autobiographische Züge trägt.

Hans Fallada starb am 5. Februar 1947 an den Folgen eines Rückfalls in die Drogensucht.

Auf der Bühne erlangten Falladas Werke als Dramatisierungen nach seinem Tode zunehmend Popularität. So kam 1972 Kleiner Mann - was nun? als Revue von Peter Zadek und Tankred Dorts auf die Bühne des Bochumer Schauspielhauses, es folgten zahlreiche Inszenierungen, u.a. von Gil Mehmert und Volker Bürger am Münchner Volkstheater, Luk Perceval an den Münchner Kammerspielen und Michael Thalheimer am Schauspiel Frankfurt. Zu den bekanntesten Verfilmungen seiner Werke zählen u.a. "Wolf unter Wölfen" (1964; mit Armin Mueller-Stahl), "Jeder stirbt für sich allein" (1975; mit Hildegard Knef), "Der eiserne Gustav" (1979; Regie Wolfgang Staudte), "Der Trinker" (1995; Regie Tom Toelle) mit Harald Juhnke in der Hauptrolle., "Jeder stirbt für sich allein" (2016; mit Emma Thompson, Brendan Gleeson, Daniel Brühl, Regie: Vincent Perez).

Bitte beachten Sie auch unser Hans Fallada-Spezial:
Hans Fallada - eine Wiederentdeckung

Hans Falladas Werk wird im Aufbau Verlag verlegt.


Weitere Informationen zu Hans Fallada

vergrösserte Ansicht zur Broschüre zu Fallada, Hans

Fallada, Hans
Autorenbroschüre
Leben und Werk

 

Wolf unter Wölfen

Roman von Hans Fallada


Fallada schildert in dem zweiteiligen Roman die Schrecken der Inflation: Massenarbeitslosigkeit und Lebensnöte des „kleinen Mannes“. Er beschreibt den Rausch des Geldes und der Liebe, in dem jeder das Glück auf Kosten der anderen zu erjagen sucht. Es ist eine Rückkehr zum Erzählstil der Neuen Sachlichkeit. Fallada zeigt einen erschütternd realistischen und ehrlichen Querschnitt durch die inflationsgebeutelte Gesellschaft.

Am Morgen eines stickigen, schwülen Sommertages im Jahr 1923 erwacht ein junges Paar in einer Berliner Hinterhofwohnung. 24 Stunden später befindet sich Petra Ledig im Polizeigefängnis am Alexanderplatz und ihr Freund, der stellungslose Glücksspieler Wolfgang Pagel, mit zwei ehemaligen Kriegskameraden im Zug auf einer Reise ostwärts, zum Rittergut Neulohe. Dazwischen liegt ein dichtgedrängtes Geschehen mit beeindruckenden Schicksalen, bunten, lebensvollen Gestalten und unverwechselbaren Inflationsexistenzen. Wie nebenbei schildert Fallada mit dieser spannungsgeladenen Atmosphäre die Hektik jener Zeit, die außer Rand und Band geraten zu sein scheint.

Jedes Kapitel des zweiten Bandes handelt an einem Tag, und an jedem dieser Tage steht ein aufregendes Ereignis im Mittelpunkt. Die junge Violet kämpft um ihre Liebe, Eva von Prackwitz gegen ihren unfähigen Mann und gegen ihren verschlagenen Vater um das Gut, ein „Gänsekrieg" findet statt, die „Schwarze Reichswehr" zettelt einen Putsch an, und Wolfgang Pagel, der ehemalige Glücksspieler, kämpft um den Sinn seiner Arbeit und seines Lebens: „Mensch gegen Mensch, Wolf unter Wölfen, mußt du dich entscheiden, wenn du dich vor dir selbst behaupten willst.“

Da der Roman durch die Darstellung der Inflationsfolgen als eine Kritik an der Weimarer Republik gelesen werden konnte, wurde er wohlwollend von den NS-Kulturbehörden aufgenommen. Doch die politischen Umstände stehen hier nur bedingt zur Diskussion. Fallada schildert die fatalen sozialen Auswirkungen der Rezession, nicht deren Ursachen. Und sucht nach der Hoffnung in Krisenzeiten.


Hinweis:
Es ist jeder Bühne möglich, in Rücksprache mit dem Verlag eine eigene Adaption von den Werken Hans Falladas zu erstellen.


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Der Stoff liegt auch in folgenden Fassungen vor:

Wolf unter Wölfen