22.10.2018

Aktuelle Nachrichten
Aktuelle Stücke
Aktuelle Premieren
Aktuelle Premierenberichte

Effi
19.09.2018, Berlin, Theater an der Parkaue

Die Mitwisser
28.04.2018, Düsseldorf, Düsseldorfer Schauspielhaus

Schatten eines Jungen
06.04.2018, Göttingen, Deutsches Theater

Lazarus
03.02.2018, Düsseldorf, Düsseldorfer Schauspielhaus

Alice
23.11.2017, München, Metropol Theater

Alles Schwindel
17.12.2017, Berlin, Maxim Gorki Theater

Die Zertrennlichen
26.11.2017, Frankfurt am Main, Schauspiel Frankfurt

Wie kann ich dich finden, zu mir ziehen und überreden zu bleiben
27.09.2017, Mannheim, Nationaltheater

Freiheit
21.09.2017, Wien, New Space Company / Blumenhof

Nichts von mir
22.09.2017, Berlin, Berliner Ensemble


 

Wer sind Sie?

(Qui êtes vous?)
Deutsch von Birgit Leib
2D, 2H

"Wer sind Sie?" fragt die Mutter ihre eigene Tochter Audrey. Die Mutter leidet an Demenz, Alzheimer der 1. Stufe. Noch aber findet sie sich mit Hilfe der Tochter zuhause zurecht. Aber ihr Zustand verschlimmert sich, sie gleitet mehr und mehr in die Krankheit ab, obwohl sie in lichten Momenten noch über ihre Lebenskrise reflektieren kann.
Audrey hat ihren jüngeren Bruder kommen lassen, sie braucht seine Einwilligung, um die Einweiseung der Mutter in ein Pflegeheim vorzubereiten. Doch der behandelnde Arzt meint, diese Einweisung sei noch nicht nötig, obwohl er Zeuge wird, wie die Mutter bei der Untersuchung langsam der realen Welt entrückt, in ihre Vergangenheit taucht, ihren verstorbenen Mann, an den sie der Arzt erinnert, vor sich sieht, so wie sie ihn damals als Tochter des französischen Konsuls in Bombay kennengelernt hat.
In den 15 Szenen des Stückes entwickelt der Autor eine berührende Geschichte über diese Krankheit und wie alle Beteiligten darunter leiden, eine Geschichte, die anfangs irritiert ob der Sympathie, die die alte Dame ausstrahlt. Der Galgenhumor, der kraft der Pfiffigkeit dieser Figur durch das Stück galoppiert, macht Mut, mit Krisen dieser Art umzugehen, auch wenn hier die Erkrankte während des Stückes langsam aber sicher der Welt abhanden kommt.
Eine weitere Stärke des Stückes besteht darin, daß Lengliney die Mutter in ihren lichten Momenten als eine witzige, selbstironische Frau zeigt, bar jeder Sentimentalität, daß er die Demente trotz der im Stück fortschreitenden Krankheit in ihr eigenes Leben fallen und es sie so zum Schluss treffen läßt, bei ihrer "unfreiwilligen" Erkundungsreise ins eigene Ich. Das hat etwas Tröstliches und macht die Traurigkeit leicht.

Werk aus dem Programm des Theaterverlag Werk aus dem Programm des Theaterverlag Desch