16.08.2192

Aktuelle Nachrichten

Sommertheater: Unsere Premieren im Juli und August
Wie schon im Juni freuen wir uns über viele Sommertheater-Premieren im Juli...

Deutscher Kindertheaterpreis 2018: Nominierung für Fabrice Melquiot
Fabrice Melquiot ist mit seinem Stück Die Zertrennlichen (übersetzt von...

UA: "Jedermann - Ein Musical vom Sterbelernen" beim MusikTheaterFestival Oper Oder-Spree
Am 19. Juli feiert Peter Lunds und Wolfgang Böhmers Musical-Neufassung vom...

ÖEA: "Rock of Ages" beim Musical Sommer Amstetten
Haarspray, Leggins, Likör und die Hits der 80er-Jahre: Nach der erfolgreichen...

UA: "Sherlock Holmes und der Tod des Bayernkönigs" bei den Luisenburg-Festspielen
Am 12.7. ist die Uraufführung von Sherlock Holmes und der Tod des...

Neu bei FBE: "Little Me" von Cy Coleman
Little Me gehört mit zwei Broadway-Revivals und zahlreichen weiteren...

Zum Wiederentdecken: "33 Variationen" von Moisés Kaufman
Im Beethoven-Jahr 2020 jährt sich der Geburtstag des berühmten Komponisten...

Else-Lasker-Schüler-Stückepreis 2018 für Nele Stuhler
Nele Stuhler gewinnt mit Fische den ersten Else-Lasker-Schüler-Stückepreis...

Sommertheater: Unsere Premieren im Juni
Es ist wieder Sommertheater-Zeit! Unsere Freilicht-Premieren im Juni:...

Deutscher Kindertheaterpreis und Deutscher Jugendtheaterpreis: Fünf Stücke auf der Auswahlliste
Wir freuen uns über fünf Stücke aus unserem Programm auf den diesjährigen...

Ingeborg-Bachmann-Preis 2018: Martina Clavadetscher und Bov Bjerg
Martina Clavadetscher und Bov Bjerg wurden zu den 42. Tagen der...

Österreichischer Musiktheaterpreis für "In 80 Tagen um die Welt" von Gisle Kverndokk und Øystein Wiik
Die Uraufführungsproduktion von Gisle Kverndokks und Øystein Wiiks Musical In...


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Bild von Friedrich DürrenmattDürrenmatt, Friedrich

Friedrich Dürrenmatt zählt mit seinen nahezu 30 Stücken zu den bedeutendsten Schweizer Dramatikern des 20. Jahrhunderts. Vor allem in den 50er und 60er Jahren feierte er mit Stücken wie Der Besuch der alten Dame oder Die Physiker Triumphe. Daneben entstanden zahlreiche theatertheoretische Schriften und ein beachtliches erzählerisches, häufig in Justiz- und Kriminalmilieu angesiedeltes Werk.

Der als Sohn eines protestantischen Pfarrers 1921 in Konolfingen bei Bern geborene Dürrenmatt studierte zunächst Germanistik, Philosophie und Naturwissenschaften und wollte Maler werden ehe er sich 1945 endgültig dem Schreiben zuwandte. Interesse für aktuelle gesellschaftspolitische Fragen wie die Wirtschaftswundermentalität oder das atomare Wettrüsten prägte sein Werk trotz mythologischer und historischer Stoffe bis ins hohe Alter, wobei ihn seine pessimistische Weltsicht an der Veränderbarkeit der Verhältnisse eher zweifeln ließ. So bleibt seines Erachtens nach nur die Komödie mit all ihren Zufälligkeiten und Verzerrungen die einzig vertretbare Form der Darstellung einer undurchschaubaren Welt, in der das Individuum seine Machtlosigkeit erlebt.

Nachdem zwischen 1952 und 1962 seine wichtigsten Dramen entstanden waren, war Dürrenmatt danach als Regisseur und Direktionsmitglied am Basler Theater (1967 – '69) und als Berater des Zürcher Schauspielhauses (1970 – '72) tätig und bearbeitete Stücke u.a. von Shakespeare, Lessing, Büchner und Strindberg.

Ende der 80er Jahre zog sich Dürrenmatt nach heftiger kulturpolitischer Polemik vom Theater zurück. Wenige Jahre später starb er am 14. Dezember 1990 in Neuenburg.


Weitere Informationen zu Friedrich Dürrenmatt

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Friedrich Dürrenmatt
Autorenbroschüre
Leben und Werk

 

Die Wiedertäufer

Komödie in zwei Teilen
9D, 26H, Statisterie
UA: 16.03.1967, Schauspielhaus Zürich

Hinweis: Dieses Theaterstück ist im Buchhandel erschienen (Verlag: Diogenes). Sie können es dort bzw. als eBook erwerben.

Mit Die Wiedertäufer schrieb Dürrenmatt eine Neufassung seines frühen Dramas "Es steht geschrieben", welche im Gegensatz zur Urfassung von 1947 nüchterner ausfällt und mit scharfer Sprache und knappen Sätzen arbeitet. Im freien Umgang mit dem geschichtlichen Hintergrund der Wiedertäufer in Münster fand Dürrenmatt eine Handlungsgrundlage für seine Parabel über die Leichtgläubigkeit und Verführbarkeit der Menschen.

Im Jahr 1533 erreichen die Wiedertäufer unter Anführer Jan Matthison Münster, sie wollen die Stadt evangelisieren und in Münsters Mauern ein neues Jerusalem errichten. Gleich zu Beginn trifft die Truppe auf den gerade aus einer Ohnmacht erwachenden Johann Bockelson. Dieser gibt an, Schauspieler gewesen zu sein, bis eine Stimme, mitten in der Hauptprobe zu König Ödipus, ihm befohlen hätte, Täufer zu werden.

Mit Redegewandtheit und eingängigen Parolen gewinnen die Wiedertäufer zahlreiche Anhänger in der Stadt, darunter auch den Bürgermeister Knipperdolinck, was ihnen politische Macht in der Stadt verschafft. Andersgläubige werden hingerichtet oder aus der Stadt vertrieben, so auch Bischof Franz von Waldeck, der vor die Tore der Stadt flüchtet und dort ein Heer aufstellt, er will Münster von den Wiedertäufern „befreien“. Als bei einem Angriff auf Münster Jan Matthison getötet wird, übernimmt Bockelson die Anführerrolle und setzt den eingeschlagenen Weg brutal fort.

Auf die Bitte von Bischof von Waldeck senden schließlich Kaiser Karl V., der Kardinal, der Landgraf von Hessen und ein Kurfürst zur Unterstützung Teile ihrer Truppen nach Münster. Die vom Belagerungszustand mittlerweile geschwächten Wiedertäufer werden bei einem Angriff vernichtend geschlagen. Einzig Johann Bockelson entgeht seiner Hinrichtung, denn es gelingt ihm, den Kardinal mit seiner Schauspiel- und Redekunst zu überzeugen und in dessen Hoftheatertruppe aufgenommen zu werden. Doch um den Schein zu wahren, wird ein anderer anstelle seiner für alle sichtbar hingerichtet. Ein ironisches Spiel um Macht, religiösen Wahn und Eigennutz.