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KinderStückePreis 2019: Nominierungen für "Die Eisbärin" und "Ich, Ikarus"
Zwei Kinderstücke aus unserem Programm wurden zu den diesjährigen Mülheimer...

ÖEA: "Die Mitwisser" von Philipp Löhle am Schauspielhaus Graz
Am Schauspielhaus Graz inszeniert Felicitas Braun Die Mitwisser von Philipp...

Neu: Felicia Zeller bei Felix Bloch Erben
Wir freuen uns, mitteilen zu können, dass Felicia Zeller seit dem 1. Januar...

Ursendung: "Wie die Blinden träumen" von Tomer Gardi im SWR
Die Ursendung von Tomer Gardis neuem Hörspiel Wie die Blinden träumen ist am...

UA: "Karl und Rosa. Für Geister Eintritt frei" von Felicia Zeller (nach Alfred Döblin) am Theater Magdeburg
Wir freuen uns, mitteilen zu können, dass Felicia Zeller seit dem 1. Januar...

Premiere: "Ikar" von Katrin Lange am Unicorn Theatre
Ikar - zu Wasser, zu Lande, in der Luft (Das Labyrinth) von Katrin Lange hat...

SEA: "Die Zertrennlichen" am Theater und Orchester Biel Solothurn
Das Theater und Orchester Biel Solothurn bringt am 27. Februar die Schweizer...

Wiederentdeckt: "Mörder ohne Bezahlung" von Eugène Ionesco
"Die Leute wissen davon und lassen sich trotzdem überraschen." Mörder ohne...

Premiere: "Die Stühle" von Eugène Ionesco am Burgtheater Wien
"Das Theater spiegelt offensichtlich die Beunruhigung unserer Zeit." sagte...


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Bild von Alexandra BadeaBadea, Alexandra

Alexandra Badea, 1980 in Rumänien geboren, studierte in Bukarest Regie. Seit 2003 lebt sie in Paris und arbeitet als Regisseurin, Drehbuchautorin und Bühnenbildnerin in Frankreich und Rumänien. Seit 2009 werden ihre Stücke, die sie auch selbst inszeniert, bei L’Arche Editeur in Paris verlegt. Ihr Stück Zersplittert wurde 2013 mit dem Grand Prix de Littérature Dramatique ausgezeichnet, als Hörspiel in Frankreich und Deutschland gesendet und am Théâtre National de Strasbourg uraufgeführt. 2015 wurde sie damit zum Theatertreffen nach Berlin eingeladen und das Stück im darauffolgenden September am Schauspielhaus Graz erfolgreich erstaufgeführt. Die Uraufführung ihres zweiten Stückes Ich schaue dich an fand ebenfalls im Herbst 2015 am Theater Freiburg statt.

 

Zersplittert

(Pulvérisés)
Deutsch von Frank Weigand
2D, 2H
UA: 04.02.2014, Théâtre National de Strasbourg Strasbourg
DSE: 25.09.2015, Schauspielhaus Graz Graz

Shanghai, Dakar, Lyon, Bukarest. Vier Städte, vier Arbeitsalltage, vier Leben, eigentlich weit voneinander entfernt: Wieder ist er in einem Hotel aufgewacht, das aussieht wie alle, "dasselbe identisch formatierte keimfreie heitere Design". Als Head of quality im Zulieferungsbereich ist der Jetlag sein ständiger Begleiter, er weiß meist nicht, wo auf der Welt er gerade ist, sondern nur, dass alles hier nicht zu ihm gehört, er selbst letztendlich auch nicht. Beim Skypen mit der Familie in Lyon gibt sich der kleine Sohn verschwiegen und seine Chat-Bekanntschaft lüftet währenddessen ihr T-Shirt vor der Webcam. Der Teamleiter im Kunden-Center in Dakar muss bei der Rekrutierung neuer Arbeitskräfte französische Namen verteilen und französische Gedanken eintrichtern, wer sich widersetzt, fliegt raus, denn der Kunde auf dem anderen Kontinent diktiert das Geschäft. In der Fabrik in Shanghai werden Arbeit und Körper der Fertigungskräfte reglementiert, es gilt Sprechverbot, Toilettengänge sind limitiert. Es ist das Wichtigste, vergessen zu können, so zu tun, als würde all das nicht existieren, weiß die Arbeiterin. Für die Versuchs- und Entwicklungsingenieurin in Bukarest beginnt der Arbeitstag auf einem ergonomischen Stuhl umgeben von Waldduft aus dem Aromaeasy-Spray. Das Unternehmens-Ziel "Exzellenz" hat sich längst in ihr Privatleben eingeschlichen, sie überwacht nicht nur Excel-Tabellen, sondern per Video das Kind zu Hause, den Babysitter, die Raumtemperatur. Sie würde gerne wegfliegen, egal wohin, one-way. Sie kauft ein Ticket und fährt, vom Navi geleitet, doch mit dem Auto zurück in die Stadt.

In Zersplittert erzählt Alexandra Badea von Menschen, die nicht mehr in der Lage sind, dem Leben jenseits der Arbeit etwas abzugewinnen, die das Wünschen verlernt haben, denen Funktionen, Handgriffe und Erfolge den Alltag diktieren und denen jegliche Beziehungen abhanden kommen. Symptomatisch entzieht sich immer wieder auch die Sprache als Mittel zur Mitteilung, ihr Versiegen lässt den Verlust von Individualität und Freiheit, die Entfremdung zu anderen und zu sich selbst in aller Deutlichkeit zu Tage treten. Es sind vier Stimmen, die parallel verlaufen, ineinander greifen und Aspekte der globalisierten Welt einprägsam in unsere Gegenwart holen.

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