Lincke, Paul

Paul Lincke (1866 – 1946) gilt als Vater der Berliner Operette. Seine Bedeutung für Berlin ist mit der von Johann Strauß für Wien und Jacques Offenbach für Paris zu vergleichen. Seine größten Erfolge feierte er im Apollo-Theater, wo 1899 mit Frau Luna die erste Berliner Operette uraufgeführt wurde.

 

Frau Luna / BJV

Burlesk-phantastische Ausstattungsoperette
Fassung "Bar jeder Vernunft"
Musik von Paul Lincke
Text von Heinz Bolten-Baeckers
Bearbeitung von Bernd Mottl, Ilka Seifert
und Thomas Pigor
Musikalische Arrangements von Johannes Roloff
5D, 7H
Orchesterbesetzung: Kl, Hrf, Vl, Vla, Vlc, Klar, Fl, Trp, Pos, Tb (B.Tb), Schl I, Schl II
EA d. Fassung: 27.10.2016, Tipi am Kanzleramt Berlin
UA: 02.05.1899, Apollo-Theater Berlin

Einmal Mond und zurück, bitte! Nach Im weißen Rössl präsentiert die "Bar jeder Vernunft" in Berlin nun eine Neufassung von Paul Linckes Meisterwerk "Frau Luna".
"Im Altbackenen liegt das Zeitgemäße", haben die Autoren Bernd Mottl, Ilka Seifert und Thomas Pigor erkannt und das Stück nicht auf den Kopf gestellt, sondern liebevoll an die Brust gedrückt. Sie haben klug an den Schrauben gedreht, sanft aktualisiert und dabei das ironische Augenzwinkern nicht vergessen. Auch das Neuarrangement für die zwölf "Mondharmoniker" von Johannes Roloff zeigt, dass Frau Luna im Kaiserreich und nicht im Jazz-Zeitalter komponiert wurde. Es verfügt zwar über Trommeln und Glockenspiele, um preußische Märsche zu intonieren, verzichtet aber auf ein Drumset. Es wird gefoxtrottet, gewalzt, gegassenhauert und marschiert, als gäbe es kein Morgen, und einmal mehr unter Beweis gestellt, dass der Berliner in Sachen Luftfahrt nicht erst seit heute gleichermaßen von Größenwahn und Ahnungslosigkeit geleitet wird. "Eine große galaktische Gaudi" findet die Berliner Morgenpost.