Bild von CocoRosieCocoRosie

CocoRosie sind die Schwestern Sierra und Bianca Casady. Ihre Musik ist eine Mischung aus elektronischen Samples, klassischem und surreal verzerrtem Gesang. Dabei verwenden sie neben Gitarren, Flöten und Harfen auch ungewohnte "Instrumente" wie etwa eine Popcornmaschine, Kinderspielzeug oder einen Föhn. Die Texte zu der oft naiv und kindlich anmutenden Musik sind häufig feministisch und politisch motiviert.

 

Peter Pan

Musik und Gesangstexte von CocoRosie
Buch von James M. Barrie
Fassung, Regie und Stage Design der Originalproduktion von Robert Wilson
Deutsch von Erich Kästner
6D, 7H, mit Mehrfachbesetzungen
Orchesterbesetzung: Perc/Mar, Perc/Electr, Pos/Bjo, Fl/P.fl, Reed (Kl/B.Kl/Rec), Vla, Kb, Key (Kl, Harm, Cel, Sampler)
UA: 17.01.2014, Berliner Ensemble Berlin

Robert Wilson und das amerikanisch-französische Freak-Folk-Duo CocoRosie adaptieren James Matthew Barries Bühnenstück Peter Pan als musikalische Erzählung für Erwachsene. Sie kreieren ein schaurig-schönes Nachtstück, tauchen tief ein in die Abgründe des modernen Mythos. Peter Pan als Einsamer, Ausgestoßener, der gefangen ist in der ewigen Schleife des Kindseins. Nicht zu reifen, nie selbst Verantwortung zu tragen, wird für ihn zum Alptraum. Wer das Erwachsenwerden verweigert, bleibt außen vor.

Die Musik bildet mit 21 Liedern und Zwischenspielen das dramaturgische Rückgrat. Sie strukturiert, übersetzt die düstere Stoffinterpretation in eine geheimnisvolle, abgründige Atmosphäre. Hebt Captain Hook seinen Arm, scheppert ein blecherner Trommelwirbel. Erscheint das Krokodil, gibt es schrille Trompetenstöße, und tritt die Fee auf, ertönt eine Spieluhr. Es gibt kaum eine Szene, die nicht mit Geräuschen und Leitmotiven durchgestaltet ist.

"Dass sich Robert Wilson mit den beiden Musikerinnen Bianca und Sierra Casady zusammengetan hat, ist schon ein kleiner Coup. Weil CocoRosies Musik eh auch entrückten Welten zu entstammen scheint, mit ganz eigenen Rhythmen und Harmonien, Fahrradklingeln, Glockenspielen oder Spieldosen als Instrumenten."
NACHTKRITIK

"Und hier kommt Robert Wilson. Er bringt aus New York den frischen Sound von CocoRosie mit und stellt ein Stück auf die Bühne, das sich nur als original Wilson beschreiben lässt, mit all seinem Slapstick und Surrealismus, seiner Lichtkunst und den typischen schrillen Soundeffekten."
DER TAGESSPIEGEL