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Beginnendes 20. Jahrhundert. Tewje, der Milchmann, lebt in dem kleinen...

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Begleiterscheinungen von Peter Buchholz wird am 5. April am Theater an der Kö...

Neu: "Grete Minde" von Kay Wuschek nach Theodor Fontane
"Ein unbillig Recht, ein totes Recht" widerfährt Grete, Tochter einer...

GEH DICHT DICHTIG! Ein lautpoetischer Dialog
In GEH DICHT DICHTIG! tritt die Autorin Ruth Johanna Benrath in einen...

UA: "lauwarm" von Sergej Gößner am Jungen Schauspielhaus Hamburg
Am Jungen Schauspielhaus Hamburg ist am 7. April die Uraufführung von Sergej...

UA: "Die Verlobung in St. Domingo" von Necati Öziri am Schauspielhaus Zürich
Am 4. April ist die Uraufführung von Die Verlobung in St. Domingo - Ein...

Neu: "Karl und Rosa. Für Geister Eintritt frei" von Felicia Zeller
Deutschland im Taumel der Novemberrevolution 1918. Döblin entwirft das...

Rückblick: "Am Rand (Ein Protokoll)" von Philipp Löhle am Staatstheater Nürnberg
Am 9. März war die Uraufführung von Philipp Löhles neuem Stück Am Rand (Ein...

UA: "Der Hase mit den Bernsteinaugen" am Landestheater Linz
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KinderStückePreis 2019: Nominierungen für "Die Eisbärin" und "Ich, Ikarus"
Zwei Kinderstücke aus unserem Programm wurden zu den diesjährigen Mülheimer...


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Bild von Walter KolloKollo, Walter

Walter Kollo wurde am 28. Januar 1878 in Neidenburg (Ostpreußen) geboren und sollte ursprünglich Kaufmann werden. Mit Unterstützung mütterlicherseits durfte er aber in Sondershausen und Königsberg Musik studieren. 1910 kam er nach ersten Kapellmeisterjahren in Stettin nach Berlin, wo der junge Komponist seine wahre Heimat fand. Aus bescheidenen Anfängen kleiner Gelegenheitskompositionen entwickelte er sich zum populären Meister des Berliner Volkstons und wurde neben Paul Lincke, Victor Hollaender, Jean Gilbert und Rudolf Nelson berühmtester Musiker Berlins, dessen Musik Sentimentalität, ungekünstelte Einfachheit und schmissige Lebenslust in unvergleichlicher Weise verbindet.

Sein erster wichtiger Textdichter war Hermann Frey, ein Berliner Original. Zusammen schrieben sie Evergreens wie "Immer an der Wand lang", "Max, du hast das Schieben raus" oder "Nach meene Beene is ja janz Berlin verrückt". Natürlich wandte sich Kollo nach seinen ersten Erfolgen dem Theater zu. Eine große Zahl Operetten, Possen und Revuen zeugt von Kollos unerschöpflichen Produktivität. 1910 pachteten Carl Meinhard und Rudolf Bernauer das "Berliner Theater" in der Charlottenstraße. Sie beabsichtigten, die alte Berliner Posse (Kalisch, Glasbrenner u.a.) wieder aufleben zu lassen, die sich sehr viel frecher als die sentimentale, verfeinerte Wiener Operette zeigte. Als Komponist verpflichteten sie Walter Kollo, der soeben durch seine volkstümlichen Schlager "Komm hilf mir mal die Rolle drehn" und "Es sang der kleine Finkenhain" populär geworden wurde. Die erste Novität hieß "Große Rosinen" und traf ins Schwarze. "Pauline geht tanzen" und "Mädel jung gefreit" breiteten sich wie Strohfeuer aus. Es folgten Filmzauber, eine Parodie auf den Stummfilm, mit Lisa Weise und Oskar Sabo. "Untern Linden, Untern Linden" und "Kind, ich schlafe so schlecht" blieben bis heute populär. 1913 erreicht die Aufführungswelle ihren Höhepunkt mit Wie einst im Mai.

Obwohl Kollos kompositorische Meisterschaft bewiesen war und er nicht wie viele seiner Komponistenkollegen emigrieren musste, nahm seine Popularität wie sein wirtschaftlicher Erfolg ab, wofür nicht zuletzt das Nazi-Regime verantwortlich war. Goebbels bezeichnet seine Musik als "Asphaltmusik". Komponierte Kollo früher eine neue Operette in wenigen Wochen, benötigt er jetzt Jahre und ebenso lange, sie unterzubringen. Ein Angebot Ernst Lubitschs, nach Hollywood zu kommen, lehnt er ab. Ein Leben außerhalb Berlins kann er sich nicht vorstellen. Mehr und mehr vereinsamt stirbt er am 30. September 1940 in Berlin mit einer Schuldenlast von 400 000 Reichsmark.

 

Blitzblaues Blut

Operette in 3 Akten
von Rudolf Bernauer und Rudolph Schanzer
Musik von Walter Kollo
10D, 9H, Chor
Orchesterbesetzung: Fl I, II, Ob, Klar I, II, Fg, Hr I, II, III, Trp I, II, Pos I, II, III, Pk, Schl, Hrf, Cel, Vl I, II; Va, Vc, Kb
UA: 09.02.1918, Berliner Theater Berlin

Graf Udo Mentzendorff, Gattin Alexandra und Tochter Rose sind zur Erholung in den bayerischen Bergen. Eigentlicher Grund des Aufenthaltes: die geplante Verlobung von Rose mit Gerd, Sohn von Graf Bodo Entzendorff. Ende der Erholung: Rose will keinen "blaublütigen Trottel", zudem ist sie heimlich mit Dietrich Pasewalk liiert. Gerd will keine "kapriziöse Blaublütige" heiraten, greift zu einer Abschreckungsstrategie: Er will sich Rose gegenüber möglichst dämlich und vertrottelt verhalten. Beim ersten Treffen sehen so beide ihre Befürchtungen bestätigt.

Dietrich Pasewalk ergreift ebenfalls unkonventionelle Maßnahmen. Zum einen schickt er Roses Vater anonyme Briefe, mahnt seine Pflichten als fürsorgender Vater an. Zum anderen schlüpft er in die Rolle Roses neuer Klavierlehrerin, sehr zum Gefallen von Roses Vater. Der erinnert sich ob der anonymen Briefe an seine Jugendsünde, eine nichtstandesgemäße Heirat, und glaubt sich nun mit einem weiteren Kind konfrontiert. Um die Angelegenheit diskret zu regeln, engagiert er die Detektivin Senta Schwupps. Diese macht mit ihrem untrüglichen Spürsinn nicht nur Graf Mentzendorffs zweite Tochter Resi auf der Alm ausfindig, sondern entlarvt auch die falsche Klavierlehrerin "Dietrichine". Rose erfährt von ihrer Halbschwester Resi, kurzerhand schlüpft sie in die Rolle des schlichten Naturkindes, legt das Familiengeheimnis offen. Gerd steht der Mund offen: Rose als Resi ist Gerds Traumfrau, umgekehrt erlebt die "falsche" Resi den "richtigen" Gerd und verliebt sich prompt. Und das ist noch lang nicht alles.

Die temporeiche Schwankoperette bietet viel Situationskomik und Wortwitz. Unterstützt wird die turbulente Geschichte von frechen Liedtexten und schwungvoller Musik.

Die Aufführungsrechte für dieses Werk vertritt Felix Bloch Erben im Auftrag der Edition Meisel GmbH, Berlin.