17.08.6435

Aktuelle Nachrichten

Sommertheater: Unsere Premieren im Juli und August
Wie schon im Juni freuen wir uns über viele Sommertheater-Premieren im Juli...

Deutscher Kindertheaterpreis 2018: Nominierung für Fabrice Melquiot
Fabrice Melquiot ist mit seinem Stück Die Zertrennlichen (übersetzt von...

UA: "Jedermann - Ein Musical vom Sterbelernen" beim MusikTheaterFestival Oper Oder-Spree
Am 19. Juli feiert Peter Lunds und Wolfgang Böhmers Musical-Neufassung vom...

ÖEA: "Rock of Ages" beim Musical Sommer Amstetten
Haarspray, Leggins, Likör und die Hits der 80er-Jahre: Nach der erfolgreichen...

UA: "Sherlock Holmes und der Tod des Bayernkönigs" bei den Luisenburg-Festspielen
Am 12.7. ist die Uraufführung von Sherlock Holmes und der Tod des...

Neu bei FBE: "Little Me" von Cy Coleman
Little Me gehört mit zwei Broadway-Revivals und zahlreichen weiteren...

Zum Wiederentdecken: "33 Variationen" von Moisés Kaufman
Im Beethoven-Jahr 2020 jährt sich der Geburtstag des berühmten Komponisten...

Else-Lasker-Schüler-Stückepreis 2018 für Nele Stuhler
Nele Stuhler gewinnt mit Fische den ersten Else-Lasker-Schüler-Stückepreis...

Sommertheater: Unsere Premieren im Juni
Es ist wieder Sommertheater-Zeit! Unsere Freilicht-Premieren im Juni:...

Deutscher Kindertheaterpreis und Deutscher Jugendtheaterpreis: Fünf Stücke auf der Auswahlliste
Wir freuen uns über fünf Stücke aus unserem Programm auf den diesjährigen...

Ingeborg-Bachmann-Preis 2018: Martina Clavadetscher und Bov Bjerg
Martina Clavadetscher und Bov Bjerg wurden zu den 42. Tagen der...

Österreichischer Musiktheaterpreis für "In 80 Tagen um die Welt" von Gisle Kverndokk und Øystein Wiik
Die Uraufführungsproduktion von Gisle Kverndokks und Øystein Wiiks Musical In...


Archiv

Aktuelle Stücke
Aktuelle Premieren
Aktuelle Premierenberichte
Offenbach, Jacques

Jacques Offenbach, 1819 in Köln geboren, Cello-Schüler am Pariser Konservatorium, Orchestermusiker an der Opéra Comique, Kapellmeister am Théâtre Français, hat seine Pariser Theaterkarriere als erfolgreicher Theaterleiter und Komponist gekrönt. Mit seinen die "große Welt" und die "ewigen Werte" des zweiten französischen Kaiserreichs frech karikierenden Opéras-bouffes hat er eine Gattung begründet, die überall in Europa Anhänger und Nachahmer fand. Grundlage von Offenbachs Erfolge waren neben seinen mitreissenden, tänzerisch wirbelnden Melodien sicherlich auch sein Gespür für das Burlesk-Komische, für pikante Situationen und zeitgenössische Satire.

Orpheus in der Unterwelt (1858), Offenbachs erstes größeres Werk, offenbart dem Pariser Publikum, dass es in der Antike auch nicht viel anders zugegangen ist, als in der Gegenwart und beleuchtet den Bildungsstoff von einer durchweg heiter-amourösen Seite. Das Pariser Leben (1866) entwickelt ein Thema, das die Operettenwelt noch lange beschäftigen wird: Provinzler in der Metropole, ein unerschöpfliches Heiterkeitsmotiv mit Ewigkeitsanspruch. La Périchole (1868) und "Die Großherzogin von Gerolstein" (1868) parodieren einmal mehr die große Politik auf der kleinen Bühne der seit 1855 bestehenden Offenbach-Bühne "Bouffes-Parisiennes".

Ganz zum Schluss seiner Karriere konnte es selbst ein Jacques Offenbach nicht lassen und wandte sich der Oper zu. Das unvollendet hinterlassene Werk Hoffmanns Erzählungen resümiert ein Offenbachsches Thema, das auch in seinen Operetten zu verfolgen ist, die Entfremdung des modernen Menschen in einer dem Schein verfallenen Welt.

 

Die Banditen

Opéra-bouffe in 3 Akten
von Henri Meilhac und Ludovic Halévy
Musik von Jacques Offenbach
Textliche Neufassung: Klaus Eidam
UA:10.12.1869, Paris, Théâtre des Variétés
10D, 15H, Chor
Orchesterbesetzung: Fl I, II, Ob I, II, Klar I, II, Fg I, II, Hr I, II, III, IV, Schl, Vl I, II, Va, Vc, Kb
UA: 10.12.1869, Théâtre des Variétés Paris
UA der Neubearbeitung: Musikalische Komödie, Leipzig

Der junge Bauer Fragoletto ist von Falsacappas Banditen ausgeraubt worden. Dabei hat er sich in Fiorella, die Tochter des Räuberhauptmanns, verliebt und will ihretwegen der Bande beitreten. Sie hingegen findet Gefallen an Herzog von Mantua, den die Banditen aufgegriffen haben, und lässt ihn laufen.
Fragolettos erste Tat ist die Gefangennahme eines Kuriers. Durch ihn erfährt die Räuberbande, dass anlässlich der Vermählung des Herzogs von Mantua mit der Prinzessin von Granada eine Transaktion von drei Millionen stattfinden soll. Falsacappa marschiert zur Grenze, wo die beiden Gesandtschaften von Mantua und Spanien zusammentreffen sollen. Vorher tauscht er ein Bild der Prinzessin gegen das seiner Tochter aus.

Nachdem die Räuber beide Gesandtschaften überfallen und festgesetzt haben, ziehen sie mit Fiorella als Prinzessin an der Spitze an den Hof von Mantua. Als die "spanische Gesandtschaft" eintrifft, bemerkt der Herzog die Ähnlichkeit der Prinzessin mit dem Räubermädchen, doch Fiorella spielt ihre Rolle überzeugend. So kommt es zu einer denkwürdigen Verhandlung zwischen Finanzminister und Räuberhauptmann. Doch Mantuas Kasse ist leer. In diesem Augenblick treffen die echte spanische Gesandtschaft und Mantuas Gendarmen ein, die sich befreien konnten. Die Räuber werden festgenommen, Falsacappa muss mit dem Galgen rechnen. In Erinnerung an Fiorellas Hilfe zeigt sich der Herzog erkenntlich, begnadigt alle. Falsacappa wird dank seiner Erfahrung im Umgang mit Räubern zum Polizeihauptmann ernannt, seine Banditen zu Polizisten, und Fragoletto kann mit seiner Fiorella nach Hause gehen.

Die hier vorliegende Neufassung stellt weitgehend jenen Text wieder her, der für die Wiener Erstaufführung 1869 an vielen Stellen für die Zensur "entschärft" werden musste. Für die musikalische Seite dieser Fassung spricht, dass für die Neuherausgabe des Notenmaterials jene Originalpartitur zur Verfügung stand, aus der Offenbach selbst die Wiener Premiere dirigierte. Die für Offenbach ungewöhnliche Orchesterbesetzung und die reichen Ensembles mit Doppelchören rücken das Werk in die Nähe der Großen Oper. Die vorliegende Textfassung wurde u.a. von Harry Kupfer am Nationaltheater Weimar und an der Staatsoper Dresden inszeniert.

Die Aufführungsrechte für dieses Werk vertritt Felix Bloch Erben im Auftrag der Edition Meisel GmbH, Berlin.