20.06.571

Aktuelle Nachrichten

Deutscher Kindertheaterpreis und Deutscher Jugendtheaterpreis: Fünf Stücke auf der Auswahlliste
Wir freuen uns über fünf Stücke aus unserem Programm auf den diesjährigen...

Neu bei FBE: "Adel verpflichtet" (Schauspiel) von Dogberry&Probstein
Wenn Victor Lopez eines hasst, dann ist es Ungerechtigkeit. Jetzt sitzt er im...

Neu bei DESCH: "Der Sohn" von Florian Zeller
Nicolas ist 17 und kein fröhliches, unbeschwertes Kind mehr. Alles um ihn...

"Der tapfere Soldat" von Oscar Straus am Gärtnerplatztheater
Am 14. Juni feiert Peter Konwitschnys Inszenierung von Der tapfere Soldat...

UA: Nina Enders "Siegfried simulieren" am Pfalztheater Kaiserslautern
Nachdem Nina Ender für ihr Stück Polyboskomplex mit dem 2....

Else-Lasker-Schüler-Stückepreis 2018 für Nele Stuhler
Nele Stuhler gewinnt mit Fische den ersten Else-Lasker-Schüler-Stückepreis...

DSE: "Rock of Ages" von Chris d'Arienzo am Theater Ulm
Haarspray, Leggins, Likör und die Hits der 80er-Jahre erwarten das Publikum...

Ingeborg-Bachmann-Preis 2018: Martina Clavadetscher und Bov Bjerg
Martina Clavadetscher und Bov Bjerg wurden zu den 42. Tagen der...

UA: "Ich, Ikarus" von Oliver Schmaering am Theater an der Parkaue
Am 1. Juni 2018 ist die Uraufführung von Ich, Ikarus am Theater an der...

Ausgezeichnet: "In dir schläft ein Tier" von Oliver Schmaering gewinnt den Mülheimer Kinderstückepreis
In dir schläft ein Tier von Oliver Schmaering ist mit dem Kinderstückepreis...

Neu bei FBE: "Adel verpflichtet" (Musical) von Rainer Bielfeldt, Susanne Lütje & Anne X. Weber
Stan Miller führt ein bescheidenes und glückliches Leben. Als seine Mutter an...

Sommertheater: Unsere Premieren im Juni
Es ist wieder Sommertheater-Zeit! Unsere Freilicht-Premieren im Juni:...

Neu bei FBE: "Im Gefängnis" von Thomas Engelhardt und Monika Osberghaus
Sinas Papa muss ins Gefängnis. Sina versteht das alles nicht. Sie hat keine...

Wiederentdeckt: "Der überaus starke Willibald" von Willi Fährmann
Halb Fabel, halb soziale Parabel wird gezeigt, wie eine Gruppe für die...

Nominierung Österreichischer Musiktheaterpreis 2018
Wir freuen uns mit dem Landestheater Linz und besonders auch mit unseren...


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Aktuelle Stücke
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Dürrenmatt, Friedrich
Friedrich Dürrenmatt zählt mit seinen nahezu 30 Stücken zu den bedeutendsten Schweizer Dramatikern des 20. Jahrhunderts. Vor allem in den 50er und 60er...


Burkhard, Paul
Der 1911 in Zürich geborene Paul Burkhard begann seine Theaterlaufbahn nach Abschluss des Konservatoriums als Korrepetitor und Kapellmeister am Stadttheater...


 

Frank V.

Komödie
Buch von Friedrich Dürrenmatt
Musik von Paul Burkhard
5D, 15H, (Mehrfachbesetzungen möglich), Nebendarsteller
Orchesterbesetzung: A.Sax, Trp, Schl, Kl (Cel)
UA: 19.03.1959, Schauspielhaus Zürich

Frank V. ist Chef einer Privatbank. Seit Familiengedenken sind kriminelle Machenschaften die Grundlage seiner Geschäfte: Erpressung von Kunden und Mitarbeitern, Aktenschwindel, Bilanzfälschung, Versicherungsbetrug, Mord und Totschlag. Wer sein Geld hier einzahlt, sieht es nie wieder, denn Franks Devise lautet: niemals ein ehrliches Geschäft abschließen. Besteht ein Kunde auf seinem Recht, wird er bald darauf das Zeitliche segnen.

Da die Bank vor dem Ruin steht, beschließt Frank V., zum Schein zu sterben und, von Steuerbehörden und Gläubigern erlöst, seinen Lebensabend zu genießen. Die Finte klappte, wäre da nicht ein mysteriöser Erpresser, der alle Geheimnisse der Frank'schen Bank genau zu kennen scheint. Frank V. verdächtigt seine "sauberen" Mitarbeiter. Jeder belauert jeden. Zudem gehen alle Gaunereien schief, die die Pensionskasse noch einmal aufbessern sollen. Auch der Staatspräsident, an den sich Franks Frau Ottilie mit der Bitte um einen Prozess wendet, um den Teufelskreis endlich zu durchbrechen und den "Familienfluch" zu bannen, kann nicht helfen, zumindest nicht im erwarteten Sinne. Nur bei Kleinigkeiten kann man etwas "machen", wer aber so viele Verbrechen wie die Franks vorweisen kann, wird saniert.

Der Scheck rettet Frank V. indessen nicht mehr, sondern nur noch den Erpresser, der sich als sein eigener Sohn entpuppt. Dieser ist bei weitem nicht das Unschuldslamm, für das Frank ihn immer gehalten hat. Die sechste Generation wird das Bankgeschäft im Sinne der Väter weiter führen.

Sein Werk Frank V. verstand Dürrenmatt als moderne Fortführung von Shakespeares Königsdramen – die Bank dient als zeitgemäßes hierarchisches Gebilde. Eine Komödie über eine hierarchische Gesellschaft, die sich unter dem Druck misslicher Umstände demokratisieren muss und sich die Frage stellt, wie und ob eine Demokratie, bestehend aus großen und kleinen Gangstern, Chancen hat, zu überleben.
Dürrenmatt schrieb sein Stück 1959, vordergründig als heitere Komödie mit Musik des Schweizer Operettenkomponisten Paul Burkhard. In Zeiten der Bankenkrisen und fiskalen Imageverluste zeigt sich Dürrenmatts Scharfsichtigkeit und Doppelbödigkeit hoch aktuell.

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