21.09.7806

Aktuelle Nachrichten

Neu bei FBE: "Die ganze Welt in meinem Zimmer" von Sergej Gößner und Klaus Schumacher
Eine Tür steht im Zentrum des Stückes - oder eher davor? Man könnte sie...

UA: "Effi" von Oliver Schmaering und Kay Wuschek am Theater an der Parkaue
Oliver Schmaerings und Kay Wuscheks Bearbeitung des Fontane-Romans "Effi...

UA: "Die Eisbärin" von Eva Rottmann am Theater Kanton Zürich
Eva Rottmanns Auftragswerk für das Theater Kanton Zürich, das...

"Lazarus" von David Bowie am Landestheater Linz
Die nächste Premiere von David Bowies und Enda Walshs Musical Lazarus findet...

Neu bei FBE: Mariana Leky "Was man von hier aus sehen kann"
Selma, eine alte Westerwälderin, kann den Tod voraussehen. Immer, wenn ihr im...

Premiere: "Ein Stein fing Feuer" nach Eugène Ionesco am Staatstheater Nürnberg
Am Staatstheater Nürnberg eröffnet die neue Intendanz um Jens-Daniel Herzog...

DSE: "Rotterdam" von Jon Brittain am Rabenhof Theater, Wien
Am 25.09. ist die deutschsprachige Erstaufführung von Jon Brittains Stück...

UA: "Nackt über Berlin" von Axel Ranisch am Neuen Theater Halle
Mit der Uraufführung von Axel Ranischs Roman Nackt über Berlin eröffnet das...

UA: "Heiß auf 2. Liga" von Jörg Menke-Peitzmeyer an den Hamburger Kammerspielen
Das Unfassbare ist geschehen: Bange Minuten bis zum Ende des letzten Spiels....

Wiederentdeckt: "Waisen" von Lyle Kessler
Zwei Brüder hausen in einem heruntergekommenen Gebäude in Philadelphia. Seit...

Deutscher Kindertheaterpreis 2018: Nominierung für Fabrice Melquiot
Fabrice Melquiot ist mit seinem Stück Die Zertrennlichen (übersetzt von...


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Bild von Dorothea RenckhoffRenckhoff, Dorothea

Dorothea Renckhoff war unter der Intendanz von Peter Zadek Dramaturgin am Schauspielhaus Bochum und danach mehrere Jahre Regisseurin und Dramaturgin an verschiedenen Bühnen und bei Fernsehproduktionen, bis ihr der Spagat zwischen Theater und Familie mit zwei Kindern unmöglich wurde. Seitdem lebt sie als freie Autorin und Übersetzerin in Köln und hat u.a. phantastische Kriminalgeschichten, Hörspiele, eine Biographie über Willy Millowitsch und ein Opernlibretto geschrieben. Daneben entstanden zahlreiche Musical- und Schauspielübersetzungen, darunter "Shakespeares sämtliche Werke (leicht gekürzt)", "Die Bibel: Die ganze Heilige Schrift (leicht gekürzt)" und "Die größten Bücher der Weltliteratur (leicht gekürzt)". Felix Bloch Erben vertritt zudem die Rechte an ihren Kindertheaterstücken Das klingende Haus, ein Märchen nach Motiven von Heinrich Seidel (UA: 2001 am Deutschen Schauspielhaus, Hamburg) und Der gläserne Birnbaum.

Seit 1983 setzt sich Dorothea Renckhoff besonders für die Wiederentdeckung zu Unrecht vergessener oder zwischen 1933 und 1945 verbotener Werke und Autoren ein.

 

Glanz und Verdunkelung - Frische Blumen für Straus

Stück in einem Akt
1D, 1 Pianist
UA: 20.02.2013, Freie Bühne Wieden Wien

In der Pianobar eines Ozeandampfers des Jahres 1940 wartet Clara Straus sehnsüchtig auf ihren Mann, den berühmten Operettenkomponisten Oscar Straus. Früher auf der ganzen Welt gefeiert, vor den Nazis aus Deutschland, Österreich und zuletzt Frankreich geflüchtet, sind sie nun auf dem Weg in eine ungewisse Zukunft im amerikanischen Exil. Während Straus im Nebenzimmer vielleicht wieder einmal sein letztes Geld beim Poker verspielt, verliert sich Clara in ihrer Gedankenwelt. Nur der Pianist der Bar leistet ihr musikalisch, aber stumm, Gesellschaft.

In einem großen Monolog erzählt sie von ihrem Leben, ihrer Liebe, von Erfolgen und Ängsten. Sie berichtet von Verfolgung und gelungener Flucht in letzter Minute, verschollenen Freunden, Träumen und Albträumen. Jeder schöne Gedanke führt letztlich an einen schmerzlichen Punkt, und das Verstummen der Motoren oder Verlöschen der Lichter zeigt immer wieder die akute Bedrohung dieser Fahrt. Eindrücklich präsent, manchmal atmosphärisch verdichtend, tauchen Straus-Lieder aus "Der letzte Walzer", "Eine Frau, die weiß, was sie will" und "Ein Walzertraum" in dieser gedanklichen Zeitreise auf und verdeutlichen Claras Sehnsüchte, ihren Kampf gegen Vergessen und Verzweiflung. Denn sie gibt die Hoffnung auf eine Zukunft für ihn und mit ihm nicht auf und will allen Widrigkeiten erhobenen Hauptes gegenübertreten.

Vor dem Hintergrund historischer Daten und Fakten entwickelt Glanz und Verdunkelung das Psychogramm einer Fluchtsituation, ohne ein biographisch genaues Portrait von Clara Straus sein zu wollen, und erinnert an Oscar Straus, einen jener Komponisten, die durch die Nationalsozialisten aus Deutschland und Österreich und vielfach auch aus dem Gedächtnis des Publikums vertrieben wurden. Getragen von einigen der schönsten und weltbekannten Musiknummern von Oscar Straus, erzählt das Stück aus der Sicht Clara Straus’ von einem Autoren und dessen Musik, die es lohnt, sie wieder und neu kennen zu lernen. Im Januar 2004 jährte sich Oscar Straus’ Todestag zum fünfzigsten Mal.

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