16.12.2018

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Neu bei FBE: "Mord im Orientexpress" von Agatha Christie
Auf der Fahrt des Orientexpress von Istanbul nach Calais fällt ein...

Eine Auswahl: Familienstücke für die Weihnachtszeit
Auch wir können uns dem vorweihnachtlichen Glanz nicht entziehen und haben...

Aktuell: "Die Jüdin von Toledo" am Schauspielhaus Bochum
Am 1. November eröffnete Johan Simons seine Intendanz am Schauspielhaus...

Neu bei FBE: "Der Name der Rose" (Umberto Eco / Gisle Kverndokk / Øystein Wiik)
1327: Mysteriöse Todesfälle bringen eine Benediktinerabtei in Ligurien in...

Neu bei FBE: "Ich werde nicht hassen" von Izzeldin Abuelaish
Dies ist die Geschichte von Dr. med. Izzeldin Abuelaish, einem...

Premiere: "Little Voice" am Theater Paderborn
Am Theater Paderborn inszeniert Katharina Kreuzhage Little Voice von Jim...

Deutscher Kindertheaterpreis 2018 für Fabrice Melquiot und "Die Zertrennlichen"
Fabrice Melquiot wurde für sein Stück Die Zertrennlichen mit dem Deutschen...


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Bild von Dorothea RenckhoffRenckhoff, Dorothea

Dorothea Renckhoff war unter der Intendanz von Peter Zadek Dramaturgin am Schauspielhaus Bochum und danach mehrere Jahre Regisseurin und Dramaturgin an verschiedenen Bühnen und bei Fernsehproduktionen, bis ihr der Spagat zwischen Theater und Familie mit zwei Kindern unmöglich wurde. Seitdem lebt sie als freie Autorin und Übersetzerin in Köln und hat u.a. phantastische Kriminalgeschichten, Hörspiele, eine Biographie über Willy Millowitsch und ein Opernlibretto geschrieben. Daneben entstanden zahlreiche Musical- und Schauspielübersetzungen, darunter "Shakespeares sämtliche Werke (leicht gekürzt)", "Die Bibel: Die ganze Heilige Schrift (leicht gekürzt)" und "Die größten Bücher der Weltliteratur (leicht gekürzt)". Felix Bloch Erben vertritt zudem die Rechte an ihren Kindertheaterstücken Das klingende Haus, ein Märchen nach Motiven von Heinrich Seidel (UA: 2001 am Deutschen Schauspielhaus, Hamburg) und Der gläserne Birnbaum.

Seit 1983 setzt sich Dorothea Renckhoff besonders für die Wiederentdeckung zu Unrecht vergessener oder zwischen 1933 und 1945 verbotener Werke und Autoren ein.

 

Glanz und Verdunkelung - Frische Blumen für Straus

Stück in einem Akt
1D, 1 Pianist
UA: 20.02.2013, Freie Bühne Wieden Wien

In der Pianobar eines Ozeandampfers des Jahres 1940 wartet Clara Straus sehnsüchtig auf ihren Mann, den berühmten Operettenkomponisten Oscar Straus. Früher auf der ganzen Welt gefeiert, vor den Nazis aus Deutschland, Österreich und zuletzt Frankreich geflüchtet, sind sie nun auf dem Weg in eine ungewisse Zukunft im amerikanischen Exil. Während Straus im Nebenzimmer vielleicht wieder einmal sein letztes Geld beim Poker verspielt, verliert sich Clara in ihrer Gedankenwelt. Nur der Pianist der Bar leistet ihr musikalisch, aber stumm, Gesellschaft.

In einem großen Monolog erzählt sie von ihrem Leben, ihrer Liebe, von Erfolgen und Ängsten. Sie berichtet von Verfolgung und gelungener Flucht in letzter Minute, verschollenen Freunden, Träumen und Albträumen. Jeder schöne Gedanke führt letztlich an einen schmerzlichen Punkt, und das Verstummen der Motoren oder Verlöschen der Lichter zeigt immer wieder die akute Bedrohung dieser Fahrt. Eindrücklich präsent, manchmal atmosphärisch verdichtend, tauchen Straus-Lieder aus "Der letzte Walzer", "Eine Frau, die weiß, was sie will" und "Ein Walzertraum" in dieser gedanklichen Zeitreise auf und verdeutlichen Claras Sehnsüchte, ihren Kampf gegen Vergessen und Verzweiflung. Denn sie gibt die Hoffnung auf eine Zukunft für ihn und mit ihm nicht auf und will allen Widrigkeiten erhobenen Hauptes gegenübertreten.

Vor dem Hintergrund historischer Daten und Fakten entwickelt Glanz und Verdunkelung das Psychogramm einer Fluchtsituation, ohne ein biographisch genaues Portrait von Clara Straus sein zu wollen, und erinnert an Oscar Straus, einen jener Komponisten, die durch die Nationalsozialisten aus Deutschland und Österreich und vielfach auch aus dem Gedächtnis des Publikums vertrieben wurden. Getragen von einigen der schönsten und weltbekannten Musiknummern von Oscar Straus, erzählt das Stück aus der Sicht Clara Straus’ von einem Autoren und dessen Musik, die es lohnt, sie wieder und neu kennen zu lernen. Im Januar 2004 jährte sich Oscar Straus’ Todestag zum fünfzigsten Mal.

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