16.08.2017

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Oscar Straus, schon zu Lebzeiten eine international gefeierte Größe, erlebt...

"Kannst du pfeifen, Johanna?" von Ulf Stark an der Bayerischen Staatsoper
Am 8. Juli 2017 ziehen Groß und Klein, womöglich mit probehalber gespitzten...

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Sommertheaterpremieren Teil II
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Neu bei FBE: "Die Zertrennlichen" von Fabrice Melquiot
Die neunjährigen Sabah und Romain kommen aus verschiedenen Welten, aber...

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Am 12. August 2017 feiert Jean-Claude Grumbergs schwarzhumorige Farce...

"Feuer fangen" von Luc Tartar an der Landesbühne Nord
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Doppelte Auszeichnung bei den Privattheatertagen in Hamburg
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Erstaufführung: "Kommissar Gordon - Der erste Fall" von Ulf Nilsson in Bielefeld
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Rückblick: Uraufführung "Umständliche Rettung" von Martina Clavadetscher am Schauspiel Essen
Am 28. April wurde am Schauspiel Essen das Stück Umständliche Rettung von...

Sommertheaterpremieren Teil 1
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Offenbach, Jacques

Jacques Offenbach, 1819 in Köln geboren, Cello-Schüler am Pariser Konservatorium, Orchestermusiker an der Opéra Comique, Kapellmeister am Théâtre Français, hat seine Pariser Theaterkarriere als erfolgreicher Theaterleiter und Komponist gekrönt. Mit seinen die "große Welt" und die "ewigen Werte" des zweiten französischen Kaiserreichs frech karikierenden Opéras-bouffes hat er eine Gattung begründet, die überall in Europa Anhänger und Nachahmer fand. Grundlage von Offenbachs Erfolge waren neben seinen mitreissenden, tänzerisch wirbelnden Melodien sicherlich auch sein Gespür für das Burlesk-Komische, für pikante Situationen und zeitgenössische Satire.

Orpheus in der Unterwelt (1858), Offenbachs erstes größeres Werk, offenbart dem Pariser Publikum, dass es in der Antike auch nicht viel anders zugegangen ist, als in der Gegenwart und beleuchtet den Bildungsstoff von einer durchweg heiter-amourösen Seite. Das Pariser Leben (1866) entwickelt ein Thema, das die Operettenwelt noch lange beschäftigen wird: Provinzler in der Metropole, ein unerschöpfliches Heiterkeitsmotiv mit Ewigkeitsanspruch. La Périchole (1868) und "Die Großherzogin von Gerolstein" (1868) parodieren einmal mehr die große Politik auf der kleinen Bühne der seit 1855 bestehenden Offenbach-Bühne "Bouffes-Parisiennes".

Ganz zum Schluss seiner Karriere konnte es selbst ein Jacques Offenbach nicht lassen und wandte sich der Oper zu. Das unvollendet hinterlassene Werk Hoffmanns Erzählungen resümiert ein Offenbachsches Thema, das auch in seinen Operetten zu verfolgen ist, die Entfremdung des modernen Menschen in einer dem Schein verfallenen Welt.

 

Hoffmanns Erzählungen

(Les contes d´Hoffmann)
Phantastische Oper in drei Akten mit einem Vor- und Nachspiel
Text von Jules Barbier
Nach dem Drama von Jules Barbier und Michel Carré
Musik von Jacques Offenbach
Fassung durch Otto Maag und Hans Haug
6D, 9H, Chor
Orchesterbesetzung: Fl I, II, Ob I, II, Fg I, II, Klar I, II, Hr I, II, III, IV, Trp I, II, Pos I, II, III, Schl I, II, III, Hrf, Vl I, II, Va, Vc, Kb
UA: 10.02.1881, Opéra-Comique Paris
EA der Neufassung: 1953

Die Aufführungsgeschichte von Offenbachs Oper ist die Geschichte einer nahezu unüberschaubaren Reihe von Eingriffen und Bearbeitungen. Otto Maag und Hans Haug haben die ursprüngliche Gestalt des Werkes, soweit möglich, wieder hergestellt und eine exzellent bühnentaugliche Fassung geschaffen, deren Erfolg für sich spricht. Sie rekonstruiert vor allem den fragmentarisch überlieferten Venedig-Akt und stellt ihn, wie von Offenbach vorgesehen und für die Aussage des Stückes entscheidend, dem Antonia-Akt nach.

Während der Erzähler Hoffmann auf das Ende der Vorstellung des "Don Giovanni" wartet, gibt er sich der Hoffnung hin, die Liebe zu der Sängerin Stella wieder aufblühen zu lassen. Zunehmend weinseliger, erinnert er sich an die drei Frauen, die er in seinem Leben wirklich liebte.

Olympia ist nur ein künstlicher Automat gewesen, den Hoffmann, verblendet durch die Optik einer Zauberbrille, für ein bezauberndes Mädchen hielt und dem er verfiel. Als die Puppe schließlich außer Kontrolle gerät und zerstört wird, ist Hoffmann Zielscheibe des allgemeinen Spotts. Auch das nächste Mädchen verliert Hoffmann auf unheimliche Weise: Antonia, Tochter einer verstorbenen Sängerin, hat den organischen Fehler geerbt, der auch schon zum Tod ihrer Mutter führte. Ein seltsamer Doktor zwingt Antonia zu singen. Hoffmann findet das sterbende Mädchen. Auch die dritte der Frauen steht im Banne einer dämonischen Macht. Die Kurtisane Giulietta verführt Hoffmann und entreißt ihm sein Spiegelbild, wie sie es auch schon mit Schlemihl getan hat. So gerät Hoffmann in ein Duell mit seinem alten Konkurrenten Schlemihl, tötet ihn und muss fliehen.

Als schließlich Stellas Vorstellung beendet ist, findet sie Hoffmann völlig betrunken vor. Ihm ist im Laufe seiner Erzählungen klar geworden, dass auch Stella ihn nur zerstören würde. Fortan wird die Muse, die schon immer eifersüchtig über Hoffmanns Liebschaften wachte, die einzige Geliebte des Dichters sein.