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Bild von Günter NeumannNeumann, Günter

Der am 19. März 1913 in Berlin geborene Komponist, Autor und Kabarettist Günter Neumann begann seine Laufbahn als 16-jähriger am Berliner "Kabarett der Komiker". Wenige Jahre später begleitete er Programme in Werner Fincks "Katakombe" und Valeska Gerts "Kohlkopp" am Klavier, schrieb erste Texte und Chansons.

1933 komponierte er für Trude Hesterbergs "Musenschaukel". Die für Friedrich Hollaenders "Tingel-Tangel" geschriebene Kabarett-Revue "Liebe, Lenz und Tingel-Tangel" wird 1935 von den Nationalsozialisten verboten, das "Tingel-Tangel" geschlossen. 1937 kommt im "Kabarett der Komiker" die Sport-Revue "Gib ihm" mit Werner Finck, Rudolf Platte, Tatjana Sais und Jacques Tati heraus. Während des Krieges leitete Neumann verschiedene "Tourneen" an der Front, später gründete er in Gefangenschaft ein Lagertheater.

Nach dem Krieg gab er bis 1949 die Satire-Zeitschrift "Insulaner" heraus, aus der sich eine Sendereihe für den RIAS entwickelte ("Günter Neumann und seine Insulaner" mit Evergreens wie "Der Insulaner", "Seh´n Se, das ist Berlin"). Daneben trat Neumann im Berliner Kabarett "Ulenspiegel" auf, komponierte und textierte 1947 die Revuen Alles Theater (Regie: Gustaf Gründgens) und Schwarzer Jahrmarkt (Regie: Karl-Heinz Schroth). Ein Jahr später wurde der Schwarze Jahrmarkt unter der Regie von Robert A. Stemmle mit Gert Fröbe als Otto Normalverbraucher verfilmt und kam als "Berliner Ballade" in die Kinos. 1949 entstand die musikalische Groteske Ich war Hitlers Schnurrbart, 1953 das Problemstück Salto Mortale.

Seine künstlerische Vielseitigkeit bewies Günter Neumann auch als Drehbuchautor (Buch und Gesangstexte): "Paradies der Junggesellen" (1939), "Herrliche Zeiten" (1950), "Feuerwerk" (1954), "Das Wirtshaus im Spessart" (1957), "Der Engel, der seine Harfe versetzte" (1958), "Wir Wunderkinder" (1958). 1960 arbeitete er mit Friedrich Hollaender, in dessen Nachfolge als Autor-Komponist er sich immer sah, an dem Filmprojekt "Das Spukschloss im Spessart". 1954 übersetzte Neumann Cole Porters Küss mich, Kätchen! (Kiss Me, Kate) ins Deutsche.

Zum 100. Geburtstag Paul Linckes verfaßte er 1966 das Manuskript für die Sportpalast-Revue "Im Reiche des Lincke". Im gleichen Jahr wurde ihm der renommierte Paul Lincke-Ring verliehen. Am 17. Oktober 1972 starb Neumann im Alter von 59 Jahren in München.

 

Ich war Hitlers Schnurrbart

Eine groteske Parabel
Buch und Musik von Günter Neumann
Neufassung 1976 von Tatjana Sais und Karl Vibach
6D, 12H, Ensemble