24.06.2017

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Rückblick: Uraufführung "Umständliche Rettung" von Martina Clavadetscher am Schauspiel Essen
Am 28. April wurde am Schauspiel Essen das Stück Umständliche Rettung von...

Slowenische Erstaufführung: "Alle da!" von Anja Tuckermann in Ljubljana
Am 22. Juni findet am Mini Teater in Ljubljana die slowenische Erstaufführung...

Neu bei FBE: "SUPERBUHEI" von Sven Amtsberg
Dass Hannover-Langenhagen der Platz sein würde, den das Leben ihm zugedacht...

Wir trauern um Ulf Stark
Der schwedische Kinderbuchautor Ulf Stark ist am 12. Juni im Alter von 73...

Volker Ludwig feiert 80. Geburtstag
Wir gratulieren Volker Ludwig ganz herzlich zu seinem 80. Geburtstag!...

UA: "Die Analphabetin, die rechnen konnte" bei den Burgfestspielen Jagsthausen
Die Burgfestspiele Jagsthausen präsentieren am 10. Juni die Uraufführung von...

Privattheatertage in Hamburg: 13. bis 25. Juni
"Privattheater sind eine wichtige Säule in unserer Theaterlandschaft, sie...

Neu bei FBE: FALKNER
Die österreichische Schriftstellerin, Dramatikerin und Hörspielregisseurin...

Sommertheaterpremieren Teil 1
Passend zur Hochsaison der Eheschließungen starten die diesjährigen...

DSE: "Herbstrasen" von Eric Coble am Grenzlandtheater Aachen
Am 1. Juni bringt das Grenzlandtheater Aachen Eric Cobles Stück Herbstrasen...

Neu bei FBE: "Leben Lieben Listen" von Adam Barnard
"Du wirst sterben. Wir beide werden es." Jede Stimme sucht auf eine andere,...

Neu bei FBE: "Walter Nowak bleibt liegen" von Julia Wolf
Mit verblüffender erzählerischer Souveränität und großer Empathie zeichnet...

Erstaufführung: "Kommissar Gordon - Der erste Fall" von Ulf Nilsson in Bielefeld
Am Trotz-Alledem-Theater in Bielefeld begibt sich ab 27. Juni Ulf Nilssons...

Willi Fährmann gestorben
Wir trauern um Willi Fährmann. Am 25. Mai starb der Kinder- und...


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Bild von Ralph BenatzkyBenatzky, Ralph

Am 5. Juni 1884 wird Ralph Benatzky als erstes Kind des Oberlehrers Joseph Benatzky und seiner Frau Konstanze in Mährisch-Budwitz geboren. Bereits der Knabe zeigt ein auffallendes Sprachtalent und eine außergewöhnliche musikalische Begabung. Den ersten Klavierunterricht erhält er vom Vater, er komponiert Märsche und schreibt erste Gedichte. 1901 tritt er als Zögling in die Landwehrkadettenschule Wien ein und dient später in Prag. Seine Liebe zur Musik - er besucht in Prag das Konservatorium und konzertiert - bringt ihn in Konflikt mit seinen Vorgesetzten und führt zu seiner Entlassung.

In den folgenden Jahren ist er als Klavierspieler, Schreibkraft, Kurdirektor, Dolmetscher, Reisebegleiter beim Fürsten Taaffe, Sekretär und Journalist tätig. Er dichtet, komponiert und studiert in Wien und München bei Dvorák und Felix Mottl. Bekannt wird er mit Liedern: "Ich weiß auf der Wiesen ein kleines Hotel", "Ich muß wieder einmal in Grinzing sein".

1914 heiratet Benatzky die Sängerin Josma Selim, mit der er in den europäischen Hauptstädten in einem eigenen Chanson-Programm, "Heitere Muse", auftritt. Die Krise der Wiener Theater- und Unterhaltungsbranche vertreibt Benatzky aus Wien. In Berlin macht er sich als Komponist der Charell-Revuen im Großen Schauspielhaus einen Namen: "Für dich" (1925), "Casanova" (1928), Die drei Musketiere (1929), Im weißen Rössl (1930).

Mit der Erfahrung seiner Wiener Kabarett- und Chansonlehrzeit rief er endlich eine Renaissance des musikdurchwobenen kleinen Lustspiels hervor, das szenisch nur einen kleinen Apparat benötigt: Bezauberndes Fräulein! (1933), Der König mit dem Regenschirm (1935) oder "Axel an der Himmelstür" (1936).

1929 verstarb Josma Selim, 1932 zog Benatzky infolge der sich verändernden politischen Umstände in das schweizerische Thun. Ende 1937 schloss er einen Vertrag mit Hollywood und übersiedelte Anfang 1938. In den nun folgenden zehn Jahren schrieb er die Musik zu zahlreichen Filmen und dirigierte jahrelang täglich eine halbe Stunde im WHOM seine eigene Kapelle mit jeweils wechselndem Programm. Nach seiner Rückkehr in die Schweiz (1948) lebte er zurückgezogen in Zürich und starb am 16. Oktober 1957 in einem Zürcher Sanatorium an einem Herzschlag.

Wenn man untersucht, was den besonderen und einmaligen Reiz seiner musikalischen Schöpfungen ausmacht, so war es vor allem seine Fähigkeit, Stimmungen auf die Bühne zu zaubern, denen sich niemand entziehen konnte. Die Klischeefreiheit seiner Textbücher, ihr Humor, seine musikalische Handschrift, der Schwung seines Tonsatzes und seine spritzig unbekümmerte Musizierfreude machen ihn zu einem Mitbegründer des Musicals. Seine Kunst wurzelt in der kleinsten, schwerelosen Form, dem Chanson. Es war der Ausgangspunkt aller seiner Arbeiten, selbst der großen Operettenrevuen. Man kann seine Kunst nicht rubrizieren, sie war einmalig.


Weitere Informationen zu Ralph Benatzky

 

Der König mit dem Regenschirm

Operetten-Lustspiel in drei Akten
Buch und Musik von Ralph Benatzky
3D, 7H, Nebendarsteller
Orchesterbesetzung: Klar I, II, Trp I, II, Pos, Schl, Kl, Vl I, II, Vc, Kb
UA: 18.04.1935, Theater in der Josefstadt Wien

Während der Regierungszeit des Bürgerkönigs Louis-Philippe, der auch der König mit dem Regenschirm genannt wurde, beruft man über Nacht den Frauenhelden Percy zum Ministerpräsidenten. Ab diesem Zeitpunkt bleibt ihm kaum noch Zeit für seine junge Frau Suzanne, die mit List und Charme der politischen Karriere ihres Ehemannes ein Ende bereitet, um ihn wieder für sich zu gewinnen.

Das Lustspiel entstand 1935 während Benatzkys Schweizer Exil. Es liegt daher nahe, in Percys Regierungsprogramm ("Das Kinderkriegen ist ein Kinderspiel!") eine Persiflage auf die Bevölkerungspolitik des Dritten Reiches zu sehen. Vor diesen Hintergrund gewinnt das Ränkespiel um Regierungsstürze und Liebe eine politische Dimension, ironisch gebrochen durch Benatzkys nonchalante Musik.

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