23.10.2018

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Premiere: "Hunger. Peer Gynt" nach Knut Hamsun und Henrik Ibsen am Deutschen Theater Berlin
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Einladungen: Franziska Henschel und "Mädchen wie die" beim Augenblick Mal! 2019
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"Großes Kino" und "Pointenfeuerwerk" - UA von Axel Ranischs "Nackt über Berlin"
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Neu bei FBE: "Serverland" von Josefine Rieks
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DSE: "Präsidenten-Suite" am Renaissance-Theater Berlin
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UA: "Wer ist Walter" von Ariane Koch am Theater Bonn
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Ehrung für Volker Ludwig und Birger Heymann in Südkorea
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Neu bei FBE: "Jasper in Deadland" von Ryan Scott Oliver und Hunter Foster
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Am Stadttheater Ingolstadt ist am 20. Oktober die Premiere von Paul Linckes...

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Am 19. September war die Uraufführung von Effi von Oliver Schmaering und Kay...

Rückblick: "Ein Stein fing Feuer" am Staatstheater Nürnberg
"Wie das Staatstheater Nürnberg unter neuer Leitung begeistert" (BR): Mit...


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Bild von Léon JesselJessel, Léon

Léon Jessel, am 22. Januar 1871 in Stettin als Kaufmannssohn geboren, begann seine Laufbahn als Kapellmeister in Lübeck. Es folgten Stationen in Kiel, Bielefeld und Chemnitz. Mit seiner "Parade der Zinnsoldaten" und Titeln wie "Der Aufzug der Stadtwache" oder "Unter afrikanischem Himmel" erreichte er große Popularität, ehe er sich der Operette widmete.

1913 schrieb er "Die beiden Husaren", ein Jahr darauf das musikalische Lustspiel "Wer zuletzt lacht". Den großen Durchbruch erlebte er allerdings erst mit dem 1917 an der Komischen Oper Berlin uraufgeführtem Schwarzwaldmädel auf ein Libretto von August Neidhart. Die Operette wurde innerhalb von zehn Jahren fast 6.000 Mal aufgeführt. Die Polka "Mädel aus dem schwarzen Wald" und der Walzer "Erklingen zum Tanze die Geigen" eroberten die Hit-Listen.

Obwohl die nachfolgenden Operetten, u.a. "Die Postmeisterin" (1920), "Des Königs Nachbarin" (1923) und Die goldene Mühle (1936 im schweizerischen Olten uraufgeführt, da Jessel in Deutschland nicht mehr gespielt werden durfte) erfolgreiche Uraufführungen erlebten und, vielfach nachgespielt, Jessels kompositorische Qualitäten bestätigten, konnte der Komponist den Schwarzwaldmädel-Erfolg nicht wiederholen.
1942 wurde Léon Jessel von der Gestapo in einem Keller des Polizei- präsidiums am Alexanderplatz zu Tode gefoltert.

 

Schwarzwaldmädel

Operette in drei Akten
Buch von August Neidhart
Neu überarbeitete Fassung von Gerd Meier
Musik von Léon Jessel
5D, 7H, Chor
Orchesterbesetzung: Fl I, II, Ob I, II, Klar I, II, Fg I, II, Hr I, II, III, IV, Trp I, II, Pos I, II, III, Pk, Schl, Hrf, Cel, Vl I, II, Va, Vc, Kb

Im Schwarzwalddorf St. Christof bereitet sich Domkapellmeister Blasius Römer auf seinen großen Auftritt beim diesjährigen Cäcilienfest vor, als zwei Wandermusikanten erscheinen und bei ihm um Quartier bitten. In Wahrheit handelt es sich bei den beiden um die Berliner Hans und Richard, die auf der Flucht vor dem Großstadtleben und, vor allem, vor Hans’ nervender Verehrerin Fräulein Malwine von Hainau sind. Doch Malwine ist ihnen nachgereist und wirbelt nun das geruhsame Dorf und dessen Cäcilienfest gehörig durcheinander.

Um auf dem Fest mittanzen zu können, leiht sie sich beim Domkapellmeister eine Tracht aus und besteht darauf, dass auch das Bärbele, seine junge Magd, eine Tracht geliehen bekommt. Aus lauter Dankbarkeit gibt Bärbele dem alten Kapellmeister einen Kuss, der diesen als versteckten Liebesbeweis wertet und beschließt, nach dem Fest um ihre Hand anzuhalten. Malwine versucht nun Hans eifersüchtig zu machen, indem sie mit Richard flirtet, Hans kontert mit einer Romanze mit Bärbele. Auf dem Volksfest münden alle Liebeswirren, zusammen mit der bevorstehenden Bürgermeisterwahl und dem gar nicht schwarzwaldgerechten Verhalten des zugereisten Berliner Kaufmanns Schmußheim, in einer fulminanten Rauferei.

Am nächsten Morgen klären sich die Verhältnisse: Richard und Malwine bleiben ein Paar, Bärbele hat eine reiche Erbschaft gemacht und Hans nimmt sie mit nach Berlin. Der alte Domkapellmeister verzichtet mit der Weisheit des Alters auf die junge Magd.

Jessels 1917 uraufgeführtes Schwarzwaldmädel zählt zu den Standards der Operettenliteratur und steht mit seiner Dramaturgie zwischen den "Heimatoperetten" in der Nachfolge des "Vogelhändlers" und den Berliner Operetten der 20er und 30er Jahre. Mit dem Berliner Geschäftsmann Schmußheim tritt hier erstmals eine Figur auf, die als Vorlage des Fabrikanten Giesecke im "Weißen Rössl" angesehen werden kann. Musikalisch konnten sich nicht nur die bekannten Hits wie "Wir sind auf der Walz", "Erklingen zum Tanze die Geigen" und "Mädle aus dem schwarzen Wald" bis heute im Repertoire behaupten.

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Premierenberichte zu diesem Stück vorhanden

Dieses Stück liegt in der Originalfassung sowie in einer Neubearbeitung von Gerd Meier vor.

Schwarzwaldmädel