20.02.2018

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Wiederentdeckt: "Der Flüchtling" von Fritz Hochwälder
Nahe einer schwer passierbaren Landesgrenze im Hochgebirge treffen drei...

Neu bei FBE: "Das Mädchen Wadjda" von Haifaa Al Mansour
Riad, Saudi-Arabien: Die zehnjährige Wadjda wünscht sich nichts sehnlicher...

DSE: "Lazarus" von David Bowie und Enda Walsh am Düsseldorfer Schauspielhaus
Am 3. Februar ist die deutschsprachige Erstaufführung des Musicals Lazarus...

"Grimm!" von Thomas Zaufke und Peter Lund am Theater Erfurt
Mit dem bösen Wolf hat schon so ziemlich jeder seine Erfahrungen gemacht. So...

Neu bei FBE: "Das Molekül" von William W. Murta
Mit biografischen Schlaglichtern erzählt William Ward Murta in seinem Musical...

Neu bei FBE: "Polnische Hochzeit" von Joseph Beer
19. Jahrhundert, Zeit des polnischen Aufstandes gegen die russische...

Neuübersetzung "High Society" am Landestheater Coburg
Wenn sich die High Society amüsiert und Hochzeit feiert, ist auch die...

Neu bei FBE: "Rabbit Hole" von David Lindsay-Abaire
Becca und Howie Corbett sind mit ihrem vierjährigen Sohn Danny eine...

"Die Nashörner" am Staatsschauspiel Dresden
Die Kritik an einem hinter dem Individualismus versteckten Zwang zu...


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Goetze, Walter W.

Der Komponist Walter Wilhelm Goetze (*1883 - †1961) wurde in Berlin als Sohn eines Ministerialdirigenten geboren. Nach dem Studium der Musik bei Oscar Möricke nahm er ein Engagement als Orchestermusiker am Berliner Kabarett Pêle-mêle an. Die zweite Station seiner Karriere führte ihn zum Berliner Intimen Theater, wo er auch seine ersten beachteten Chansons schrieb. Es folgten Anstellungen als Kapellmeister an verschiedenen Stadttheatern, an die sich die Zeit als freischaffender Komponist anschloss. 1911 wurde in Hamburg seine Fliegerposse "Parkettsitz Nr. 10" uraufgeführt. Der Durchbruch gelang ihm jedoch erst mit seinem zweiten Bühnenwerk: der Posse mit Musik in drei Akten "Nur nicht drängeln", die 1912 in seiner Geburtsstadt zum ersten Mal uraufgeführt wurde. Es folgten u.a. Werke wie Die göttliche Jette, Die Männer der Manon oder Die vier Schlaumeier. Walter Wilhelm Goetze hatte sich die Renovation und Verfeinerung der "Berliner Operetten" zur Lebensaufgabe gemacht – was ihn zu einem wichtigen Vertreter der Operette des 20. Jahrhunderts werden ließ.

 

Die vier Schlaumeier

Biedermeier-Posse in drei Akten
von Bruno Decker und Richard Bars
Gesangstexte von Richard Bars
Musik von Walter W. Goetze
3D, 8H, Statisterie
Orchesterbesetzung: Fl I, II, Ob, Klar I, II, Fg, Hr I, II, Trp I, II, Pos I, II, III, Schl I, II, Hrf, Vl I, II, Va, Vc, Kb

Das Leben des Berliner Konditormeisters Christian Lindemann ist kein Zuckerschlecken: das Studium des jüngeren Bruders Franz hat alles Geld geschluckt. Cousine Karoline könnte mit ihrem Vermögen das Geschäft retten und würde den Konditor gern heiraten. Aber Christian will nicht, denn Karoline mag Franz nicht. In ihren Augen ist er ein Verschwender: als Kind hat er einem Dienstmädchen, das wegen Diebstahls eines kostbaren Smaragdes entlassen wurde, drei Taler in die Schürzentasche gesteckt.

Rettung naht durch das großzügige Angebot der reichen Mexikanerin Donna Maria, die das Anwesen samt Konditorei kaufen will. So kann Christian seine Schulden bezahlen, die Konditorei wird geschlossen. Christian, Caroline, Droschkenkutscher Hugo Sponholz, seine Tochter Ursel und ihr Freund Gottlieb werden von Maria als Diener, Franz als Vermögensverwalter eingestellt. Doch hinter Marias „Wohltaten“ verbergen sich andere Ziele.

Als Tochter des Dienstmädchens will sie die Lindemanns demütigen und den wahren Dieb finden. Der hat es nun auch auf sie abgesehen. Baron Franken plant gemeinsam mit Komplize Ziller seinen nächsten Coup. Doch den vier Schlaumeiern Ursel, Christian, Gottlieb und Sponholz gelingt es, die Verbrecher zu entlarven. Maria erfährt, dass Franz der Wohltäter ihrer Mutter war, die ohne die drei Taler nie nach Mexiko und zu Reichtum gekommen wäre. Rache ist nun nicht mehr nötig. Christian, der sich mit Cousine Karoline einig geworden ist, erhält sein Anwesen zurück. Gottlieb bekommt Ursel und investiert die Belohnung in eine Teilhaberschaft an der Konditorei. Franz bleibt Marias Vermögensverwalter, verwaltet bald das gemeinsame Vermögen.

Das Stück bietet kräftig gezeichnete Figuren und lebendige Dialoge voll „Herz und Schnauze“. Die Musik geht mit der Unwiderstehlichkeit von Gassenhauern ins Ohr und ist zweckmäßig in Caféhaus-Besetzung aufzuführen.

Die Aufführungsrechte für dieses Werk vertritt Felix Bloch Erben im Auftrag der Edition Meisel GmbH, Berlin.