20.10.2018

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Premiere: "Hunger. Peer Gynt" nach Knut Hamsun und Henrik Ibsen am Deutschen Theater Berlin
Knut Hamsun ist einer der interessantesten, aber auch umstrittensten...

Einladungen: Franziska Henschel und "Mädchen wie die" beim Augenblick Mal! 2019
Franziska Henschel ist mit ihrer Stückentwicklung "Nachts" zum Augenblick...

"Großes Kino" und "Pointenfeuerwerk" - UA von Axel Ranischs "Nackt über Berlin"
Die Uraufführung von Axel Ranischs Roman Nackt über Berlin war am 16....

Neu bei FBE: "Serverland" von Josefine Rieks
Das Internet ist seit Jahrzehnten abgeschaltet, die Statussymbole von früher...

DSE: "Alles was Sie wollen" von Matthieu Delaporte und Alexandre de la Patellière am Deutschen Theater in Göttingen
Am 11. Oktober ist die deutschsprachige Erstaufführung von Alles was Sie...

DSE: "Präsidenten-Suite" am Renaissance-Theater Berlin
Am 7. Oktober ist die deutschsprachige Erstaufführung von John T. Binkleys...

UA: "Wer ist Walter" von Ariane Koch am Theater Bonn
Am 5. Oktober wird Ariane Kochs Stück Wer ist Walter am Theater Bonn in der...

Ehrung für Volker Ludwig und Birger Heymann in Südkorea
In Seoul gab es für Volker Ludwig und Birger Heymann vor kurzem eine...

Neu bei DESCH: "Ramses II." von Sébastien Thiéry
Elisabeth und Jean erwarten den Besuch ihrer Tochter Benedicte und ihres...

Neu bei FBE: "Jasper in Deadland" von Ryan Scott Oliver und Hunter Foster
Der 16-jährige Jasper liebt Agnes. Aber nach der entscheidenden ersten...

Premiere: "Frau Luna" am Stadttheater Ingolstadt
Am Stadttheater Ingolstadt ist am 20. Oktober die Premiere von Paul Linckes...

Premiere: "Kiss Me, Kate" an der Oper Graz
Am 20. Oktober hat Kiss Me, Kate von Cole Porter, Samuel Spewack und Bella...

Rückblick: "Effi" von Oliver Schmaering und Kay Wuschek uraufgeführt
Am 19. September war die Uraufführung von Effi von Oliver Schmaering und Kay...

Rückblick: "Ein Stein fing Feuer" am Staatstheater Nürnberg
"Wie das Staatstheater Nürnberg unter neuer Leitung begeistert" (BR): Mit...


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Bild von Fin KennedyKennedy, Fin

Der englische Autor Fin Kennedy schreibt für Theater und Hörfunk, ist künstlerischer Leiter der Tamasha Theatre Company, unterrichtet Szenisches Schreiben und gründete „Schoolwrights“, ein Programm, bei dem Kennedy gemeinsam mit Schülern Stücke entwickelt und aufführt. Kennedy schreibt Texte für Jugendliche und Erwachsene. Dreizehn Leben (Life Raft) verfasste er für das Bristol Old Vic Theatre, wo die Inszenierung des Stücks von Regisseurin Melly Still gemeinsam mit Jugendlichen erarbeitet wurde.

 

Dreizehn Leben

(Life Raft)
nach Georg Kaisers "Das Floß der Medusa"
Deutsch von Anna Opel
6D, 7H
UA: 03.09.2015, Bristol Old Vic Bristol
DSE: 05.04.2018, Theater Lübeck

Es ist neblig, es ist kalt - ein einsames Boot schaukelt auf den Wellen mitten im weiten Meer. Nach dem Angriff auf ein Passagierschiff ist nur noch dieses Rettungsboot übrig, auf dem nun dreizehn Jugendliche beginnen, um ihr Leben zu kämpfen. Anführer tun sich hervor, Essen wir rationiert und Grüppchen entstehen. Alle werden angetrieben von ihrer Angst, möglicherweise nicht zu überleben. Während die einen panisch werden, versuchen die anderen, einen kühlen Kopf zu bewahren. Dazu gehören Allan und Ann, die nach kurzer Zeit feststellen, dass die Essensvorräte nicht für alle reichen werden. Nach anfänglichen Beteuerungen, dass sie eine Gemeinschaft bilden und keiner für sich alleine kämpft, eröffnet Allan den anderen seine Idee: Jeder auf dem Boot soll zwei Gründe nennen, weshalb er oder sie unersetzlich ist und daher ein Anspruch auf Nahrung und Wasser hat. Doch dabei bleibt es nicht: Jeder soll zusätzlich noch eine andere Person nennen, die kein Essen und Trinken verdient und warum. Nachdem dieser Plan schließlich in einer Messerattacke auf Allan mündet, fahren die Anführer noch härtere Geschütze auf. Sie teilen nach ihrem Ermessen die Gruppe in zwei Lager: die, die überleben werden, und die, die verloren sind. Es wird ein Sündenbock gesucht, gefunden und in den Tod getrieben. Als keiner es mehr für möglich hält, erscheint ein Helikopter am Himmel, aber nicht alle entscheiden sich dafür, die rettende Leiter zu erklimmen …

„Es ist ein kraftvolles Gleichnis vom Überleben und der menschlichen Natur … Es handelt von der dunklen Seite des Überlebenskampfes: Wahn, Paranoia und dem verzweifelten Drang nach Kontrolle“, beschreibt Fin Kennedy die Essenz des Stückes. Mit seiner neuen Fassung des Klassikers "Das Floß der Medusa" von Georg Kaiser macht er sich frei von geschichtlichen Bezügen und wendet den Blick stattdessen in eine mögliche Zukunft. Er erzeugt eine Dystopie, in der die Kinder so sehr von einem namenlosen Krieg heimgesucht werden, dass eines sogar entscheidet, auf dem Boot zurückzubleiben – lieber sterben, als in dieser Welt weiterleben. Denn wird es in Zukunft besser? Die Kinder, die sich auf dem Boot schwören, nie so grausam zu handeln wie die Erwachsenen, bekriegen sich schließlich mit der gleichen Brutalität. Ist die menschliche Natur böse? Wie weit gehen wir, um zu überleben?

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