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Premiere: "Der starke Stamm" am Residenztheater München
Am 23. Januar hat Der starke Stamm von Marieluise Fleißer am Residenztheater,...

UA von Felicia Zellers "Der Fiskus" am Staatstheater Braunschweig
Am 18. Januar ist die Uraufführung von Felicia Zellers neuem Stück Der Fiskus...

Hörspiel des Jahres 2019: "GEH DICHT DICHTIG!" von Ruth Johanna Benrath
Die Deutsche Akademie der Darstellenden Künste hat GEH DICHT DICHTIG! von...

DSE: "Vor dem Entschwinden" am Rheinischen Landestheater Neuss
Am 11. Januar ist am Rheinischen Landestheater, Neuss die deutschsprachige...

Prämiert: Maria Ursprung bei den Autorentheatertagen 2020
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UA: "Apeiron" von Anja Hilling am Theater Bonn
Am 24. Januar ist die Uraufführung von Anja Hillings Stück Apeiron am Theater...

Neu bei FBE: "Brüder" von Jackie Thomae
Zwei Männer. Zwei Möglichkeiten. Zwei Leben. Jackie Thomae stellt in ihrem...

Neu bei FBE: "Unser Dorf" von Klaus Chatten
Mia Fängewisch ist Witwe. Vor genau einem Jahr ist ihr Mann Hubert...

Neu bei FBE: "I and You" von Lauren Gunderson
Einfühlsam und voller Humor erzählt Lauren Gunderson von der Suche zweier...

Neuübersetzungen: "Die Nashörner" und "Bunbury"
Die Neuübersetzungen von Die Nashörner und Bunbury unterstreichen die...

"Sprachschön und brutal": Else-Lasker-Schüler-Dramatikerpreis für Felicia Zeller
Felicia Zeller wird mit dem Else-Lasker-Schüler-Dramatikerpreis 2020...


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Bild von Nigel WilliamsWilliams, Nigel

Nigel Williams wurde 1948 in Cheshire in England geboren. Er studierte am Oriel College in Oxford, arbeitete als Lehrer, ist verheiratet und hat drei Kinder. Mit seinem Stück Klassen Feind (Class Enemy) gelang ihm der internationale Durchbruch. Es wurde 1978 am Royal Court Theatre in London uraufgeführt. Williams erhielt dafür den Preis für das erfolgreichste Bühnenstück des Jahres 1978. Die deutsche Erstaufführung war im April 1981 an der Schaubühne am Halleschen Ufer in Berlin, Regie Peter Stein.

Für die BBC schrieb Williams Fernsehstücke und Hörspiele. 1977 erschien sein erster Roman "My Life Closed Twice" (ausgezeichnet mit dem Somerset-Maugham-Preis) und 1980 folgte "Jack Be Nimble". Nigel Williams hat zahlreiche Stücke geschrieben; zum Repertoire vieler Theater zählt vor allem seine Dramatisierung des Romans von William Golding, Der Herr der Fliegen (UA: 31.07.1995, Royal Shakespeare Company at The Other Place, Stratford-upon-Avon; DSE: Januar 1999, Rheinisches Landestheater Neuss).

 

My Face

Deutsch von Klaus Chatten
4D, 4H
UA: 04.07.2008, Thirsty Dog Theatre London
DSE: 13.04.2012, Landestheater Württemberg-Hohenzollern Tübingen

Acht Jugendliche zwischen den Welten, der virtuellen Welt der Internetplattform „My Face“ und der realen, bei der gilt: je virtueller, desto realer. Bis sie sich auf einer „My Face-Party“ leibhaftig gegenüberstehen und die virtuellen Masken fallen lassen, die wahren Gesichter zeigen. Nigel Williams konfrontiert seine halbstarken Computerjunkies mit dem Versuch, Kommunikation von Angesicht zu Angesicht durchzuexerzieren, was sämtliche virtuellen Erwartungen und Selbstverständlichkeiten kräftig durcheinander schleudert.

Susie ist der Mittelpunkt von My Face, sie handelt mit Freundesanfragen, lehnt jene ab, die sie nicht brauchen kann und akzeptiert die, mit denen sie noch etwas besser dasteht. Auf einer Party, zu der sie ihre virtuellen Freunde lädt, will sie nicht nur ihre große My Face-Liebe Dave treffen, sondern auch euphorischen Verkupplungsplänen nachkommen. Ihre beste Freundin Lou sieht sie an Sams Seite. Doch die komplexbeladene Schöne und der schüchterne Brillenträger möchten nicht so recht zueinanderfinden. Denn Emma taucht auf. Ebenfalls Brillenträgerin und der Musik der Renaissance verfallende Außenseiterin. Lou orientiert sich schnell anderweitig an Susies Bruder Pete, was Susie in Entsetzen geraten lässt. In so großes, dass sie für Mark, der in sie verliebt ist, keine Augen haben mag. Der Computerprofi Mark ist Susie so hoffnungslos verfallen, dass er seinen gutaussehenden, aber auch streng orthodox und computerlos lebenden jüdischen Cousin Dave bei My Face angemeldet hat und ihn unter dem Vorwand, es handle sich beim Teenietreffen um eine Fundraising-Party für die israelische Armee, angelockt hat. Schnell geraten die Jugendlichen aneinander. Die großen Streitthemen: die Konflikte in der Liebe und im Nahen Osten. Als dann noch die muslimische Aishe in Gestalt eines Gorillakostüms auftaucht und sich der orthodoxe Dave in den Affen verliebt, wird die Veranstaltung komplett absurd. Doch am Ende scheinen vier Paare auf eine ganz vernünftige, leibhaftige Weise zusammenzufinden.

Williams entwirft eine aberwitzige Seifenoper, die kein Blatt vor den Mund nimmt. Zu den Teenagerprobleme gesellt er politische, die deutlich an- und ausgesprochen werden. Die Sprache schönt nichts, ist witzig, schnell, direkt. My Face ist ein Internetstück, das sich mit ironischer Leichtigkeit zu einer liebenswerten Farce entwickelt.


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