10.09.2010

Aktuelle Nachrichten

WOYZECK: ÖEA in Linz und Premiere in Bielefeld
Gewaltig und vielversprechend beginnt die Spielzeit mit Tom Waits' Musical...

SCHERBENGERICHT: DSE am Fränkischen Theater Maßbach
Am 10. September feiert das Schauspiel Scherbengericht von Joel Drake Johnson...

DER GLÜCKLICHE PRINZ am Theater Nordhausen
Der glückliche Prinz zieht ab dem 12. September am Theater Nordhausen in...

THE BLACK RIDER – Teufelsritt in Marburg und Wiesbaden
Am 18. September besucht The Black Rider gleich zwei Theater und gibt mit der...

STERNE an der Landesbühne Bruchsal
Seltsam und stark leuchtet es ab dem 18. September 2010 an der Badischen...

HARRY UND SALLY: DSE am Theater Bielefeld
Sex oder Freundschaft oder doch Liebe? Dieses Spektrum menschlicher...

SCHLAFES BRUDER: Der Roman als Kammerspiel in Frankfurt
Das Schauspiel Frankfurt bringt am 27. September den Erfolgsroman Schlafes...

Dritte Ausgabe der SCHREIB:MASCHINE in Berlin
Am 11. Oktober findet zum dritten Mal ein besonderes Projekt in Berlin statt,...

MOBY DICK: UA am Theater Kiel
Am 9. Juli tauchte erstmals Moby Dick in einer Produktion des Theater Kiel am...

NEU BEI FBE: Nachwuchsdramatiker Ekat Cordes
Mit seinem Stück Ewig gärt katapultierte Ekat Cordes im Frühjahr "eine...


Archiv

Aktuelle Stücke
Aktuelle Premieren
Aktuelle Premierenberichte
Bild von Gerhart HauptmannHauptmann, Gerhart

1862 in Schlesien geboren zählt Gerhart Hauptmann zu den bedeutendsten Vertretern des Naturalismus. Sein umfangreiches Schaffen ausschließlich darauf zu beziehen, wäre indessen den Intentionen des Autors ebenso wenig gerecht wie der stilistischen Vielfalt seiner Dramen. Die Verbundenheit mit seiner schlesischen Heimat und die in seiner Jugend erfahrene wirtschaftliche Not bestimmen immer wieder seine Themen, Motive und Charaktere.

Nachdem er mit 16 Jahren die Realschule verlassen hat, beschäftigt er sich mit vielen unterschiedlichen Studien, ohne sich für die eine oder andere Richtung entscheiden zu können.
Die Heirat mit einer Großkaufmannstochter enthebt ihn materieller Sorgen und sichert die Existenz eines freien Schriftstellers. 1889 führt die Uraufführung des sozialen Dramas Vor Sonnenaufgang am Berliner Lessing-Theater zu einem handfesten Theaterskandal.

Seine Schaffenskraft leidet darunter nicht. Im Gegenteil: 1893 werden die Dramen Die Weber, Der Biberpelz und Hanneles Himmelfahrt innerhalb von zehn Monaten an drei Berliner Bühnen uraufgeführt. Bald zählt der "Revolutionär" zu den Etablierten, wird als Volksdichter gefeiert und erhält 1912 den Literatur-Nobelpreis, während ihm im Kaiserreich von "Allerhöchster Stelle" der Schiller-Preis verweigert wurde.

Die Weimarer Republik hingegen feiert in Hauptmann den repräsentativen, weltoffenen Patrioten. Die Nationalsozialisten missbrauchen Namen und Werk zu Propagandazwecken. Hauptmann bleibt in Deutschland, wendet sich aber in der Auseinandersetzung mit der griechischen Mythologie neuen Stoffen zu. In hohem Alter stirbt er am 6. Juni 1946 in Agnetendorf im Riesengebirge, kurz nachdem er von den russischen Besatzungsbehörden aufgefordert worden war, sein Haus und seine Heimat zu verlassen.

Gerhart Hauptmanns Werk ist noch nach mehr als hundert Jahren auf den Theatern lebendig geblieben, und seine Figuren sind so lebendig wie ehedem. Es sind Überlebenskämpfer in einer sich überschlagenden Zeit, Menschen, die ihre Ängste und Hoffnungen, ihre Überforderung, ihre unerfüllten Träume mit sich herumschleppen, die laut die Schuld am eigenen Missglücken dem Andern aufbürden, die lieber austeilen als einstecken - Menschen der modernen Zeit eben!


Weitere Informationen zu Gerhart Hauptmann

vergrösserte Ansicht zur Broschüre zu Hauptmann, Gerhart

Gerhart Hauptmann
Autorenbroschüre

 

Rose Bernd

Schauspiel
2D, 5H, Nebendarsteller
UA: 31.10.1903, Deutsches Theater Berlin

Dialektfassungen:

Rose Bernd
Niederdeutsche Bearbeitung
von Konrad Hansen
4D, 7H
Für die Aufführungsrechte wenden Sie sich bitte an die Vertriebsstelle in Norderstedt
http://www.vvb.de

Rose Bernd
Niederdeutsche Bearbeitung
von Berni Kerb
4D, 7H
Für die Aufführungsrechte wenden Sie sich bitte an die Vertriebsstelle in Norderstedt
http://www.vvb.de

Die Bauerntochter Rose Bernd ist ein hübsches, frisches Mädchen, das bei vielen Männern des Dorfes Begehrlichkeiten weckt. Schwach geworden ist sie bisher nur bei einem, dem vitalen Gutsbesitzer Christoph Flamm, mit dem sie ein heimliches Verhältnis hat. Flamm ist verheiratet mit einer älteren Frau, die wegen einer chronischen Krankheit seit Jahren im Rollstuhl sitzt, Rose hat einen Bräutigam, den frommen, etwas schwächlichen Buchbinder August Keil, den sie wegen Flamm schon zwei Jahre auf ihr endgültiges Jawort warten lässt. Der Maschinist Streckmann, ein eitler Wichtigtuer, belauscht eines Tages zufällig ein Treffen zwischen Rose und Flamm. Daraufhin erpresst er Rose, ihm auch zu Willen zu sein, andernfalls würde er Vater und Bräutigam ihr Geheimnis verraten. Rose ist tief gedemütigt und weist ihn ab. Als ihr klar wird, dass sie ein Kind von Flamm erwartet, willigt sie in ihrer Angst überstürzt in die Heirat mit August ein. Streckmann lässt sich nicht abschütteln und bedrängt Rose weiterhin. August, der sie verteidigen will, lässt sich auf eine Schlägerei mit Streckmann ein, bei der er ein Auge verliert. Es kommt zu einer Gerichtsverhandlung, zu der auch Flamm als Zeuge geladen ist. Aus Angst und Scham wagt Rose nicht zu sagen, was wirklich geschehen ist. Sie bringt allein ihr Kind zur Welt und tötet es nach der Geburt. August, der von ihrem Schicksal erschüttert ist, hält trotz allem zu ihr.

Der Ausgangspunkt für das Schauspiel Rose Bernd war ein Prozess im Frühjahr 1903, zu dem Hauptmann selbst als Geschworener berufen wurde. Eine 25-jährige Kellnerin und Landarbeiterin war wegen Kindesmord und Meineid angeklagt. Hauptmann stimmte für Freispruch, das Mädchen wurde aber in zweiter Instanz verurteilt. Schon während des Prozesses begann Hauptmann an dem Stück zu arbeiten, das am 31. Oktober desselben Jahres aufgeführt wurde.


Nachrichten zu diesem Stück anzeigen

Weitere Fassungen:

Rose Bernd (Fassung Thalheimer)