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Wiederentdeckt: "Waisen" von Lyle Kessler

Lyle Kessler

 

Zwei Brüder hausen in einem heruntergekommenen Gebäude in Philadelphia. Seit dem Verschwinden der Eltern verharren sie in einer merkwürdig kindlichen Form der Abhängigkeit. Treat versorgt rührend, aber autoritär, den jüngeren Bruder Phillip, den er nicht aus dem Haus lässt. Eines Tages schleppt er den wohlhabenden Harold ins Haus, um Lösegeld für ihn zu erpressen. Doch Harold gelingt es bald, sich zum Herrn der beiden zu machen. Mit väterlicher Autorität versucht er, Phillips Selbständigkeit zu entwickeln und Treats Aggressivität zu zähmen.

In einer Mischung aus rücksichtslosem Überlebenskampf, unerbittlicher Machtprobe und zärtlicher Fürsorge umkreisen die drei Figuren einander und machen Waisen zu einer zeitlosen Parabel über die conditio humana.

Waisen hat eine beachtliche Produktionsgeschichte aufzuweisen. Nach der Uraufführung in Los Angeles 1983 wurde die Chicagoer Produktion vom Steppenwolf Theatre ein internationaler Erfolg. Am Broadway wurde es 2013 zum ersten Mal gezeigt mit Alec Baldwin als Harold. 1997 wurde Waisen verfilmt.

"Das Stück verbindet auf neuartige Weise Elemente aus Pinters und Shepards Ästhetik, aber vor allem ist es eine großartige Vorlage für drei glänzende Darsteller und einen klugen Regisseur." (National Review)

"Kesslers unprätentiöse Geschichte über zwei Brüder, die beinahe wie Findelkinder erscheinen, und einen mysteriösen Geschäftsmann, der ihre Freundschaft sucht, ist eine der mitreißendsten Fabeln, die je im Theater gezeigt wurden." (Chicago Tribune)

04.09.2018

Stücke zu dieser Nachricht:
Waisen

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Kessler, Lyle