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DSE: "Gloria" am Residenztheater München

Foto: Sam Icklow

 

Amélie Niermeyer inszeniert die deutschsprachige Erstaufführung von Branden Jacobs-Jenkins' Stück Gloria. Premiere ist am 20.10. am Residenztheater München.

Gloria ist die schräge Außenseiterin in einem Büro, das von hysterischem Arbeitsalltag und vom gnadenlosen Recht des Stärkeren geprägt ist. Während die "young professionals" halsbrecherisches Multitasking betreiben, knappe Deadlines ein- und den Anschein totaler Souveränität aufrechterhalten, zeigen sie auch immer wieder tiefe Verunsicherungen und Sehnsüchte. Glorias Verzweiflung ist dafür nur ein Beispiel, das in ihrem Fall in einen Amoklauf mündet, dem nur wenige ihrer Kollegen entgehen. Monate später treffen sich die Überlebenden wieder. Und der Eindruck, den man von ihnen gewonnen hatte, bestätigt sich aufs Schlimmste: Alle sind darauf bedacht, Nutzen aus der traumatischen Erfahrung zu ziehen und die Bluttat möglichst profitabel auszuschlachten. Aber wem gehört Glorias Geschichte?

Das Erschreckende an Jacobs-Jenkins' Stück ist weniger die Unmenschlichkeit im normalen Arbeitsleben, sondern wie sehr uns die Entfremdung längst in Fleisch und Blut übergegangen ist – und wie verführerisch der Autor mit den Mechanismen der modernen Karriere umgeht.

27.09.2017

Stücke zu dieser Nachricht:
Gloria

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Jacobs-Jenkins, Branden