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DE: "Rotterdam" von Jon Brittain am Theater Kiel
Die deutsche Erstaufführung von Rotterdam ist am 22. März. Johannes Ender...

KinderStückePreis 2019: Nominierungen für "Die Eisbärin" und "Ich, Ikarus"
Zwei Kinderstücke aus unserem Programm wurden zu den diesjährigen Mülheimer...

Premiere: "Die Stühle" von Eugène Ionesco am Burgtheater Wien
"Das Theater spiegelt offensichtlich die Beunruhigung unserer Zeit." sagte...

DSE: "Little Me" von Cy Coleman, Neil Simon, Carolyn Leigh in Fürth
Mit dem fränkischen Kabarettisten Volker Heißmann in sieben verschiedenen...

UA: "Am Rand" von Philipp Löhle am Staatstheater Nürnberg
Am 9. März ist die Uraufführung von Philipp Löhles Auftragswerk Am Rand (Ein...

UA: "Die Verunsicherung" von Thomas Arzt am Vorarlberger Landestheater
Unter dem Titel "Der 27. Kanton" werden am 8. März zwei Auftragswerke am...

UA: Gewinnerstück "Fische" am Pfalztheater Kaiserslautern
Nele Stuhlers Stück Fische wurde mit dem Else-Lasker-Schüler-Stückepreis 2018...

DSE: "Straight" von Scott Elmegreen und Drew Fornarola in Wien, Hamburg und Berlin
Am 9. März ist im Spektakel Wien die deutschsprachige Erstaufführung von...

UA: "Hals zu kurz" von Johannes Hoffmann
Am Feste Theater in Brünn ist am 31. März die Uraufführung von Johannes...

UA: "Wie Großvater schwimmen lernte" von Viola Rohner in Luzern
Wie Großvater schwimmen lernte von Viola Rohner wird am 8. März im Luzerner...

Neu bei FBE: "Der Hase mit den Bernsteinaugen" von Thomas Zaufke / Henry Mason / Edmund de Waal
Edmund de Waal erzählt in seinem Bestseller die Geschichte seiner Vorfahren,...

Neu: Felicia Zeller bei Felix Bloch Erben
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Maurice Maeterlinck: "Ein belgischer Shakespeare"

 

 

Der belgische Schriftsteller Maurice Maeterlinck gilt als wesentlicher Repräsentant des literarischen Symbolismus, der neuromantischen Richtung, die das gesamte Geistesleben um die Jahrhundertwende entscheidend beeinflusst hat. Er hat, so Antonin Artaud begeistert, als erster "den vielfältigen Reichtum des Unbewussten in die Literatur eingeführt". Anders als Freud wollte Maeterlinck das Unterbewusste nicht erklären, sondern bereisen – das hat ihm "zum Lampenträger moderner Literaturexpeditionen gemacht." (Süddeutsche Zeitung, März 2007).

Bei Maeterlinck findet man bereits viele Merkmale des modernen Theaters, dessen Ästhetik er wesentlich beeinflusst hat: Äußerste Reduktion, Aufhebung der traditionellen Raum-Zeit-Bezüge, Verzicht auf die Darstellung sozialer und psychologischer Konflikte, Rückzug aus dramatischer Aktion in die Innerlichkeit. In seinen Einaktern Die Blinden, Der Eindringling und Interieur verhandelt Maeterlinck in besonders eindringlicher Weise das Ausgeliefertsein des Menschen an ein unbekanntes Schicksal und die Unfähigkeit zur Kommunikation. Diese Dramen nehmen Camus’ Sicht des Absurden und den modernen Menschen im Theater Becketts und Ionescos vorweg.

Neben diesen reduzierten Dramen hat Maeterlinck auch opulente, phantasievolle Bildwelten geschaffen, etwa das Märchenspiel Der blaue Vogel oder Prinzessin Maleine, mit dem Maeterlinck der literarische Durchbruch gelang und das ihm den Titel "belgischer Shakespeare" eintrug. Unter der Fassade der Bilder und unter dem Erzählmaterial, hinter einem oft stereotypen Personal und einer Traumlandschaft, erscheinen auch in diesen Stücken existentielle Themen, die Maeterlincks poetisches Universum bestimmen: das Geheimnisvolle, die Liebe, die Allgegenwart des Todes, die Angst und die Verzweiflung vor dem Unbekannten, die Unfähigkeit zur Kommunikation.

27.05.2008