28.05.2539

Aktuelle Nachrichten

UA: "Brigitte Bordeaux" von Sergej Gößner
Am 26. Mai ist die Uraufführung von Sergej Gößners neuem Stück Brigitte...

ÖEA: "Music Hall" von Jean-Luc Lagarce am Theater in der Josefstadt
Am 26. Mai ist die österreichische Erstaufführung von Music Hall am Theater...

Ausgezeichnet: "In dir schläft ein Tier" von Oliver Schmaering gewinnt den Mülheimer Kinderstückepreis
In dir schläft ein Tier von Oliver Schmaering ist mit dem Kinderstückepreis...

Nominierung Österreichischer Musiktheaterpreis 2018
Wir freuen uns mit dem Landestheater Linz und besonders auch mit unseren...

Jubiläum: Burt Bacharach wird 90!
Burt Bacharach wird am 12. Mai 90 Jahre alt. Er gehört bis heute zu den...

Neu bei FBE: "Der Freischütz" von Carsten Golbeck
Der Dreißigjährige Krieg geht dem Ende entgegen. Das Land ist zerstört. In...

Rückblick: Die DSE von Arne Lygres "Schatten eines Jungen" am DT Göttingen
Das Deutsche Theater Göttingen zeigte am 6. April die deutschsprachige...

Rückblick: UA von Philipp Löhles "Die Mitwisser" am Düsseldorfer Schauspielhaus
"Der Mensch als Idiot des digitalen Zeitalters" (WAZ) – Uraufführung von...

ÖEA: "Lazarus" von David Bowie und Enda Walsh am Volkstheater Wien
Lazarus, David Bowies letzter musikalischer Gruß, feiert am 9. Mai...

Heidelberger Stückemarkt 2018 mit Esther Becker und Sergej Gößner
Auf dem diesjährigen Heidelberger Stückemarkt war Esther Becker...

DSE: "Die Rechnung" von Clément Michel am Kleinen Theater am Südwestkorso
Das Kleine Theater am Südwestkorso in Berlin zeigt am 31. Mai die...

Neu bei DESCH: "Der Sittich" von Audrey Schebat
SIE und ER warten auf Freunde für ein gemeinsames Abendessen. Das Telefon...

Wieder bei FBE: "Hair", "La Cage aux folles" u. a.
Mit La Cage Aux Folles, Hair, Hello, Dolly! und Der kleine Horrorladen sind...


Archiv

Aktuelle Stücke
Aktuelle Premieren
Aktuelle Premierenberichte
Feuchtwanger, Lion

Feuchtwanger wurde am 7. Juli 1884 in München geboren. Er studierte Philologie und Philosophie. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 wurde der pazifistisch-sozialkritische Schriftsteller aus Deutschland ausgebürgert; seine Werke fielen der Bücherverbrennung zum Opfer. Feuchtwanger flüchtete nach Frankreich, wo er bis zu seiner Inhaftierung 1940 lebte. Noch im gleichen Jahr gelang ihm die Flucht über Spanien und Portugal in die USA. Zusammen mit Bertolt Brecht und Willi Bredel gab Feuchtwanger hier die Emigrantenzeitschrift "Das Wort" heraus. In seinem ersten historischen Roman, Die häßliche Herzogin (1923, später unter dem Titel "Margarete Maultasch" veröffentlicht), beschrieb er das Leben in Tirol im 14. Jahrhundert. Ihm folgten Jud Süß (1925), ein Roman, der im 18. Jahrhundert angesiedelt ist, und die Josephus-Trilogie, bestehend aus den Romanen Der jüdische Krieg (1932), Die Söhne (1934) und Der Tag wird kommen (1945).

In seinem dokumentarischen Roman Erfolg (1930) stellte Feuchtwanger die Ereignisse in München ab der Revolution von 1919 bis 1930 dar. Der Roman stellt den ersten Teil seiner "Wartesaal-Trilogie" dar, in der sich der Autor mit dem Nationalsozialismus auseinandersetzte. Zu Feuchtwangers bedeutenden Werken, die er nach seiner Flucht aus Deutschland im amerikanischen Exil schrieb, gehören Die Geschwister Oppermann (1933) und Exil (1940), der zweite und dritte Teil der "Wartesaal-Trilogie" sowie die Romane "Waffen für Amerika" (1947, auch unter dem Titel Die Füchse im Weinberg erschienen) und Die Jüdin von Toledo (1954, 1955 auch unter dem Titel "Spanische Ballade" erschienen).

Feuchtwanger starb am 21. Dezember 1958 in Los Angeles.

vergrösserte Ansicht zur Broschüre zu Feuchtwanger, Lion

Lion Feuchtwanger
Autorenbroschüre
Leben und Werk

 

Kalkutta, 4. Mai

Drei Akte Kolonialgeschichte
1D, 12H, Nebendarsteller
UA: 12.06.1928, Staatliches Schauspielhaus Berlin

Warren Hastings, seit 22 Jahren Generalgouverneur von Indien, steht unter Druck. London fordert in Briefen von ihm: "Seien Sie human!", "Aber schaffen Sie Geld!". Im Frühjahr 1775 kommen schließlich Generalbevollmächtigte der Ostindischen Compagnie nach Kalkutta, um den Gesandten zu kontrollieren. Dass für sie zum Empfang statt 21 Schüsse als Sparmaßnahme nur 17 abgefeuert wurden, brüskiert die Herren. Die Vorwürfe an den Gesandten lauten: Korruption, Freiheitsberaubung und Ämterkauf. Hastings weist auf seine Erfolge wie den Bau von Straßen und den Kampf gegen den Hunger hin, sieht generell jedoch nur die Möglichkeit, eine der Forderungen umzusetzen: Geld oder Humanität. Anstatt die Steuern für das verarmte und gebeutelte Volk weiter zu erhöhen, hat Hastings zwei reich beerbte englische Frauen enteignet, was der britischen Regierung nicht gefällt. Nach dreiwöchiger Expertise steht für diese fest, dass sich allein in der inneren Verwaltung der indischen Angelegenheiten 34 Punkte finden, die Tadel erfordern.

Hastings, der fast durch eine Intrige stürzt, befreit sich durch eine schlaue Gegenintrige. Er schlussfolgert: "Eine unmoralische Sache setzt sich von alleine durch. Aber wenn Sie eine ideale Sache starten wollen, dann dürfen Sie nicht davor zurückschrecken, sorgfältig die dreckigsten Mittel auszuwählen."

Feuchtwangers Beschäftigung mit altindischer Kultur und Literatur entsprach einer weit verbreiteten Tendenz in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts. Die von der kapitalistischen Warenproduktion noch weitgehend unbeeinflusste Denkweise der östlichen Länder wurde als geistiges Gegengewicht zu Individualismus und Aktivismus westeuropäischer Zivilisation hoch geschätzt. Für Feuchtwanger war in diesen Jahren "die Problemstellung: Tun und Nichttun, Macht und Verzicht, Asien und Europa, Buddha und Nietzsche" zu einem zentralen Motiv seines literarischen Schaffens geworden, wovon auch dieses historische Stück zeugt.