25.11.3503

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"Wartesaal" von Lion Feuchtwanger an den Münchner Kammerspielen
In Lion Feuchtwangers berühmter Wartesaal-Trilogie bestehend aus den Romanen...

DSE: "Die Zertrennlichen" von Fabrice Melquiot am Schauspiel Frankfurt
Am 26. November ist die deutschsprachige Erstaufführung von Die...

"Alice" am Metrolpoltheater München
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"Die Orestie" am Thalia Theater in Hamburg
Am 21. Oktober feierte Aischylos' Werk Die Orestie in der Bearbeitung von...

UA: "Eine Weihnachtsgeschichte" von Philipp Löhle nach Charles Dickens
"Die Reise führt tief hinein ins Unterbewusste des alten Griesgrams, wo die...

Neu bei FBE: "Blütenzeit (Blossom Time)" von Dorothy Donnelly und Sigmund Romberg
Blütenzeit ist die amerikanische Version des Wiener Singspiels "Das...

UA: "Nachts" von Franziska Henschel am Theater Oberhausen
Was passiert eigentlich mit der Welt, wenn ich die Augen zumache? Wie kommen...

DER FAUST für Hannah Biedermann
Am Freitag ist Hannah Biedermann der Deutsche Theaterpreis DER FAUST...

Brüder-Grimm-Preis 2017 für "NASSER #7Leben"
Der mit 10.000 Euro dotierte Brüder-Grimm-Preis des Landes Berlin geht in...

Neu bei FBE: "Mit deinem Bein im Mund lässt es sich viel leichter ich liebe dich Luka sagen" von Marcus Peter Tesch
Körper hängen wie geschlachtete Tiere von der Bühnendecke. Es sind die...

NEU bei Desch: "Jugendliebe" von Ivan Calbérac
Antoine Chopin hat alles – eine wunderschöne Freundin, beruflichen Erfolg und...


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Merrill, Bob

Der am 17. Mai 1921 in Atlantic City (New Jersey) geborene Schriftsteller Bob Merrill hat viele eigene Texte selbst vertont, obwohl er keine professionelle Musikausbildung hat. Nach dem Durchbruch mit dem Song "How Much Is That Doggie In The Window" (1953) folgte vier Jahre später das Musical "New Girl In Town" und 1961 die Mitarbeit an "Carnival" (Lili). Mit Jule Styne arbeitete er bei "Funny Girl" (1964) und "Sugar" (1972) zusammen.

 

Lili

(Carnival)
Buch von Michael Stewart
Nach Material von Helen Deutsch
Musik und Gesangstexte von Bob Merrill
Deutsch von Robert Gilbert
5D, 7H, Nebendarsteller, Chor, Ballett
Orchesterbesetzung: Reed I, II, III, Trp I, II, Pos I, II, Schl, Akk, Vl I, II, III, B
UA: 13.04.1961, Imperial Theatre New York
DSE: 29.11.1962, Stadttheater Zürich

Ein Zirkus irgendwo zwischen Wien und Paris. Der ehemalige Tänzer Paul Berthalet betreibt mit Jacquot ein Marionettentheater und tritt im Grand Impérial Cirque de Paris des Zirkusdirektors Schlegel auf, nur am Rande, denn seine großen Zeiten als Tänzer sind vorbei, und für ein gutes Theaterprogramm fehlt die Begeisterung. Sein Stolz, einmal ein großer Artist gewesen zu sein, steht ihm im Wege.

In der Zeit, in der das Zelt aufgebaut wird, sucht die hübsche Lili nach Rodet, einem Freund ihres verstorbenen Vaters. Von Grobert erfährt sie jedoch, dass Rodet inzwischen tot ist und er nun statt seiner Souvenirverkäufer ist. Lili bietet Grobert ihre Hilfe beim Verkauf an. Er willigt ein, allerdings mit ganz anderen Absichten. Verzweifelt wehrt sie sich gegen seine groben Annäherungen und wird vor die Tür gesetzt. Als Retter erscheint Marco, der Einmalige, der zusammen mit der unvergleichlichen Rosalie in einer großen Zaubernummer auftritt. Mit seinem Charme und Tricks "verzaubert" er das kleine Mädchen Lili und weckt so wieder einmal Eifersucht und Zorn seiner Partnerin.

Schlegel ist unzufrieden mit dem schlechten Programm des Marionettentheaters und möchte Paul und Jacquot entlassen. Das käme dem stolzen Paul nur entgegen, da er keine Lust mehr am fünftklassigen Wanderzirkus hat. Lili schwärmt von Marcos Zaubertricks und erzählt Jacquot von ihrer weiten Reise zum Zirkus. Paul, der sich in das zarte Wesen verliebt, rät ihr, wieder nach Hause zu gehen. Doch auch Marco hat ein Auge auf Lili geworfen und bittet bei Schlegel um ihre Anstellung. Schlegel geht tatsächlich darauf ein. Paul, auf Marco eifersüchtig, und Rosalie auf Lili, sehen nicht gern, dass das Mädchen assistieren darf, und sie streiten heftig.

Beim Marcos und Rosalies Auftritt verpatzt Lili in ihrer grenzenlosen Bewunderung und Neugier die Nummer, so dass sie von Schlegel gefeuert wird. Der verliebte, unbeholfene Paul tröstet sie mit seinen Marionetten und weist Jacquot an, ihr einen Schlafplatz zu geben, da sie nun mit diesen beiden arbeiten wird. Lili probt, und Schlegel wittert eine Verbesserung des Geschäftes. Das Marionettentheater wird aufgemöbelt und erhält mehr Anteile am Programm. Das Publikum ist von der bezaubernden jungen Dame begeistert. "Lili und ihre Freunde" nennt sich die Schau und macht Lili zum vollwertigen Mitglied der Zirkustruppe. Sogar ins Hauptzelt kommt das Marionettentheater. Ein Wermutstropfen bleibt: Paul reagiert auf Lilis immer noch anhaltende Begeisterung für Marco äußerst grob. Seine eigene Liebe will er auch nicht eingestehen, aber er schreibt ein Lied für sie alleine.

Der reiche Dr. Glass kommt aus Zürich, um seine angebetete Rosalie abzuholen und zu heiraten. Als Marco merkt, wie ernst es Rosalie ist, ihn aus Enttäuschung und Kummer wegen seiner Affären endlich zu verlassen, reagiert er unwirsch, macht jedoch sofort neue Pläne, Lili als Partnerin für seine neue Nummer zu engagieren. Paul probt mit Lili und vertreibt Marco, der sie abwerben will. Lili, in ihrer Schwärmerei für Marco gefangen und durch Pauls grobe Art verletzt, ist bei dieser Probe besonders ungeschickt. Inzwischen spricht sich herum, dass Rosalie Marco verlassen hat. Doch kommt sie zurück mit einem Vertrag, der ihnen Auftritte in allen Hotels des Vaters ihres Doktors garantiert. Mit diesen Verträgen bedankt der Vater sich bei Rosalie für ihren Verzicht auf den Sohn und für die Erleichterung, dass seiner Familie eine Zirkuskünstlerin erspart bleibt. Marco nimmt Rosalie den Vertrag sofort ab, gesteht ihr aber, dass er sich trotz seiner Flirts mit anderen immer an sie gebunden fühle.

Rosalie will mit Marco den Zirkus verlassen. Lili, die sich Hoffnungen auf ein Engagement bei Marco gemacht hatte, ist derart unglücklich, dass sie Paul in Wut und Verzweiflung treibt. Er glaubt, Lili an Marco verloren zu haben, beleidigt und schlägt sie und zerstört das Marionettentheater. Lili will fort, sie ist erwachsen, glaubt nicht mehr an Marcos Versprechungen und erkennt, wie lange sie in der Traumwelt eines Mädchens gelebt hat. Wieder versteckt Paul sich hinter seinen Marionetten und bittet sie zu bleiben. Lili wird bewusst, dass Paul durch die Puppen zu ihr spricht, um ihr seine Liebe zu offenbaren. Sie wird bei ihm bleiben.