25.11.9393

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"Wartesaal" von Lion Feuchtwanger an den Münchner Kammerspielen
In Lion Feuchtwangers berühmter Wartesaal-Trilogie bestehend aus den Romanen...

DSE: "Die Zertrennlichen" von Fabrice Melquiot am Schauspiel Frankfurt
Am 26. November ist die deutschsprachige Erstaufführung von Die...

"Alice" am Metrolpoltheater München
Herzlichen Glückwunsch zum Nichtgeburtstag und toi, toi, toi dem Münchener...

"Die Orestie" am Thalia Theater in Hamburg
Am 21. Oktober feierte Aischylos' Werk Die Orestie in der Bearbeitung von...

UA: "Eine Weihnachtsgeschichte" von Philipp Löhle nach Charles Dickens
"Die Reise führt tief hinein ins Unterbewusste des alten Griesgrams, wo die...

Neu bei FBE: "Blütenzeit (Blossom Time)" von Dorothy Donnelly und Sigmund Romberg
Blütenzeit ist die amerikanische Version des Wiener Singspiels "Das...

UA: "Nachts" von Franziska Henschel am Theater Oberhausen
Was passiert eigentlich mit der Welt, wenn ich die Augen zumache? Wie kommen...

DER FAUST für Hannah Biedermann
Am Freitag ist Hannah Biedermann der Deutsche Theaterpreis DER FAUST...

Brüder-Grimm-Preis 2017 für "NASSER #7Leben"
Der mit 10.000 Euro dotierte Brüder-Grimm-Preis des Landes Berlin geht in...

Neu bei FBE: "Mit deinem Bein im Mund lässt es sich viel leichter ich liebe dich Luka sagen" von Marcus Peter Tesch
Körper hängen wie geschlachtete Tiere von der Bühnendecke. Es sind die...

NEU bei Desch: "Jugendliebe" von Ivan Calbérac
Antoine Chopin hat alles – eine wunderschöne Freundin, beruflichen Erfolg und...


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Bild von Jerry HermanHerman, Jerry

Jerry Herman zählt mittlerweile zu den Klassikern der Broadway-Komponisten. Am 10. Juli 1933 in New York geboren, ist er musikalischer Autodidakt und wollte ursprünglich Architekt werden. Schon kurz nach Studienbeginn an der Universität Miami wechselt er das Fach, studiert Schauspiel und Theaterwissenschaft und beginnt, für Revuen zu komponieren.

Nach seiner Rückkehr nach New York arbeitet er zunächst als Barpianist, erregt aber schon bald mit seiner ersten Revue für den Off-Broadway ("I Feel Wonderful") das Aufsehen der Musicalwelt. Sein erstes Broadway-Musical, "Milk and Honey", das für fünf Tony Awards nominiert wurde, schreibt er 1961. Der große Durchbruch gelingt ihm 1964 mit "Hallo, Dolly!", das fünf Tonys gewann und mittlerweile zum Musical-Standardrepertoire gehört.

Mit der Geschichte von Mame, einer resoluten Dame, die mit Witz und Selbstsicherheit den ihr anvertrauten, verwaisten Neffen Patrick durchs Leben leitet, versucht Herman 1966 an den Erfolg von "Hallo, Dolly!" anzuknüpfen. Mame gewann drei Tony Awards. Es folgt 1969 mit "Dear World" eine Musicalversion von Jean Giraudouxs Komödie "Die Irre von Chaillot". 1974 hat Mack und Mabel am Broadway Premiere. Diesen nostalgischen Rückblick auf die Stummfilmzeit arbeitet Herman 1995 für eine Aufführung im Londoner West End nochmals um, wo das Werk zum "Musical des Jahres" gewählt wurde.

1983 kann Jerry Herman mit "La Cage aux Folles" (Ein Käfig voller Narren) einen weiteren, bis heute andauernden Welterfolg feiern. Der Broadway ehrt ihn in besonderer Weise, zunächst 1985 mit Jerry´s Girls, einer Musical-Revue in der dem Lebenswerk des Komponisten dadurch Tribut gezollt wird, dass seine weiblichen Hauptfiguren (von Dolly Gallagher aus "Hallo, Dolly!" bis zu Zaza aus "La Cage aux Folles") in einer Show zusammen auftreten. 1998 steht der Komponist und Textdichter in "An Evening With Jerry Herman" nochmals selbst auf einer Broadwaybühne.

 

Mack und Mabel

(Mack And Mabel)
Eine musikalische Liebesgeschichte
Buch von Michael Stewart
Musik und Gesangstexte von Jerry Herman
Deutsche Fassung von Frank Thannhäuser
5D, 10H, (Fassung 1974); 3D, 11H, Nebendarsteller (Fassung 1995)
Orchesterbesetzung: Fassung 1974: Reed I, II, III, IV, Hr, Trp I, II, Pos I, II, Schl I, II, Git, Kl, Vl I, II, Va, Vc, B; Fassung 1995: Reed I (Picc, Fl, Klar, A.Sax), Reed II (Klar, A.Sax), Reed III (Klar, S.Sax, T.Sax), Reed IV (Klar, B.Klar, Bar.Sax), Trp I, II, III, Pos I, II (B.Pos), Schl, Kl, B/Tb); für größere Version erweitert um: Hr, Schl II, Git (Bj), Vln, Va, Vc
UA: 06.10.1974, Majestic Theatre New York
DSE: 26.09.1998, Badisches Staatstheater Karlsruhe

Der Filmregisseur Mack Sennett ist in seine alten Studios zurückgekommen, wo er seinerzeit hunderte von Stummfilmkomödien produziert hat. Er resigniert angesichts der neuen vom Tonfilm diktierten Entwicklungen, und er erinnert sich an die Anfänge seiner Karriere. Sein erster Star war Lottie, die er aus der Vaudevilleszene in sein Atelier geholt hatte. Da stolpert eines Tages Mabel Normand, die Knackwurstbrötchenverkäuferin, in sein Studio. Mack erkennt ihr komisches Naturtalent und macht sie zur Heldin seiner Slapstick-Filme.

Macks Titel haben so großen Erfolg, dass die Produzenten Kleinman und Fox ihn überreden, nach Kalifornien überzusiedeln. Dort angekommen, will man den Regisseur zu einer tragischen Filmromanze überreden: Der Niedergang Roms. Mack kennt seine Grenzen und bekennt, dass sein Metier die Filmkomödie bleiben wird. Der Drehbuchautor Frank Wyman möchte Mabel Normand aber für dramatische Rollen gewinnen. Er ist der vielen Torten im Gesicht überdrüssig. William Desmond Taylor engagiert Mabel für einen abendfüllenden Film. Mack will auch ohne den Star auskommen, den er geprägt hat, schließlich könne er Hunderte von Schönheiten auf die Leinwand bringen – und erfindet Mack Sennetts Badeschönheiten.

Zu Macks Unmut hat Mabel bereits einige seriöse Filme abgedreht, er selbst hat zwar noch immer den gleichen Erfolg mit seinen Zweispulenkömödien, aber die Zeiten ändern sich, das Publikum ist der immer gleichen Riege synthetischer Schönheiten überdrüssig. Mack bittet Mabel, zu ihm zurückzukommen. Statt mit dem Film "Molly" zu beginnen, dessen Drehbuch Frank für Mabel geschrieben hatte, fällt Mack wieder zurück in seine Standards: er hat sich Gags mit einer Reihe von Polizisten, den Keystone Kops, ausgedacht. Enttäuscht wendet sich Mabel wieder Taylor zu, den sie auf seiner Reise nach Paris begleiten will.

Macks Team löst sich auf, der Tonfilm schreibt seine eigenen Gesetze, Lottie ist inzwischen ein gefeierter Musicalstar. Mabel verliert sich an Alkohol und Drogen, Taylor fällt einem Mord zum Opfer. Mack, ebenfalls am Ende seiner Karriere, will Mabel noch einmal für einen einzigen Film engagieren, aber ist es vielleicht schon zu spät?