18.11.8336

Aktuelle Nachrichten
Aktuelle Stücke

Little Voice
von Jim Cartwright und Philipp Löhle

Zwei Lügen, eine Wahrheit
von Sébastien Blanc und Nicolas Poiret

Wildbestand oder Von einer, die auszog, eine Zukunft zu finden
von Esther Becker

Was man von hier aus sehen kann
von Mariana Leky

Wälder im Frühling
von Eva Rottmann

Der Vogel Anderswo
von Stephan Wolf-Schönburg

Die Verschwörerin
von Joël László

Der Untergang der Vereinigten Staaten von Amerika
von Oliver Schmaering

Trailer für die nahe Zukunft
von Oliver Schmaering

The Making of Der Untergang der Vereinigten Staaten von Amerika
von Oliver Schmaering

Der Sohn
von Florian Zeller

Der Sittich
von Audrey Schebat

Siegfried simulieren
von Nina Ender

Sherlock Holmes und der Tod des Bayernkönigs
von Dogberry&Probstein

Serverland
von Josefine Rieks

Seefahrerstück
von Oliver Schmaering

Scham
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Rotterdam
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Ramses II.
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Polnische Hochzeit
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Nora, 2. Teil
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Nicobobinus
von Katrin Lange und Terry Jones

Nibelungen
von Oliver Schmaering

Nackt über Berlin
von Axel Ranisch

Nach Luft jagen
von Michael Alexander Müller

Mr. Nobody
von Jaco Van Dormael

Das Molekül
von William Ward Murta

Die Mitwisser
von Philipp Löhle

Mit deinem Bein im Mund lässt es sich viel leichter ich liebe dich Luka sagen
von Marcus Peter Tesch

Little Me
von Cy Coleman , Neil Simon und Carolyn Leigh

Kuno kann alles
von Henry Mason

Kopfkino
von Thomas Zaufke und Peter Lund

Kiss Me, Kate / große Fassung / Neubearbeitung Peter Lund
von Cole Porter , Bella Spewack und Samuel Spewack

King Kong Bonus Features
von Oliver Schmaering

Die Jüdin von Toledo
von Lion Feuchtwanger und Koen Tachelet

Jedermann - Ein Musical vom Sterbenlernen
von Peter Lund , Wolfgang Böhmer und Hugo von Hofmannsthal

Jasper in Deadland
von Ryan Scott Oliver und Hunter Foster

In 80 Tagen um die Welt
von Tilo Nest und Hanno Friedrich

Im Gefängnis
von Monika Osberghaus und Thomas Engelhardt

Ich, Ikarus
von Oliver Schmaering

Ich werde nicht hassen
von Izzeldin Abuelaish

Hunger
von Knut Hamsun

Heiß auf 2. Liga
von Jörg Menke-Peitzmeyer

Die ganze Welt in meinem Zimmer
von Sergej Gößner und Klaus Schumacher

Fuckfisch
von Juliette Favre

Fuckfisch
von Juliette Favre

Der Freischütz
von Carsten Golbeck

Frau Ada denkt Unerhörtes
von Martina Clavadetscher

Die Feuerbringer
von Tomer Gardi

Fallen
von Anna Gschnitzer

Die Eisbärin
von Eva Rottmann

Eine Weihnachtsgeschichte
von Philipp Löhle

Ein Amerikaner in Paris
von George Gershwin , Ira Gershwin und Craig Lucas

Effi
von Oliver Schmaering und Kay Wuschek

Du springst, ich falle
von Maryam Madjidi

Das Dschungelbuch
von Paul Graham Brown und Birgit Simmler

Das Mädchen Wadjda
von Haifaa Al Mansour

Brigitte Bordeaux
von Sergej Gößner

Das brandneue Testament
von Jaco Van Dormael und Thomas Gunzig

Big Republic
von Oliver Schmaering

Big Guns
von Nina Segal

Adel verpflichtet (Musical)
von Rainer Bielfeldt , Anne X. Weber und Susanne Lütje

Adel verpflichtet
von Dogberry&Probstein


Aktuelle Premieren
Aktuelle Premierenberichte
Hervé, Florimond

Florimond Hervé, am 30. Juni 1825 in Houdain bei Arras als Florimond Ronger geboren, war zunächst Organist, ehe er sich der Bühne zuwandte und schließlich am Boulevard du Temple ein eigenes Theater eröffnete, die "Folies nouvelles", die zum Vorbild für Jacques Offenbachs "Bouffes parisiennes" werden sollten. Die satirische Schärfe Offenbachs finden wir freilich in Hervés Grotesken und Parodien kaum, wenngleich er im "Kleinen Faust" die Faust-Oper Gounods witzig kolportiert und im "König Chilperich" die Allüren der Grand Opéra à la Meyerbeer karikiert.

Während er Offenbach Paris überließ, feierte er seine Erfolge häufig in der Provinz. Nach einem kurzen Zwischenspiel als Kapellmeister am Londoner Empire-Theatre, 1870/71 infolge der deutsch-französischen Kriegslage, kehrte er in die französische Hauptstadt zurück, wo er 1883 seinen größten Triumph erlebte, die Uraufführung des Singspiels Mamselle Nitouche, das sein Publikum charmant unterhält, ohne sich, wie noch in den Jugendwerken, grotesk zu überschlagen. Die amüsante Geschichte um den Organisten eines Mädchenpensionats, der eine Operette geschrieben hat und zwischen klösterlich strenger Pensionats- und frivoler Theaterwelt hin- und herpendelt, verweist schmunzelnd auf das Leben des Autors.

Hervé starb am 4. November 1892 in Paris. Neben dem bedeutenden Werk seines "Rivalen" Jacques Offenbach konnten sich seine Stücke nach seinem Tod kaum auf dem Spielplan halten. Die Ausnahme war und ist Mamselle Nitouche, das bis heute die Begabung und den Witz Hervés bezeugt. Eine Neufassung liegt von Alexander Steinbrecher und Hans Weigel vor.

 

Mamselle Nitouche

(Mam´zelle Nitouche)
Singspiel in drei Akten
Buch von Meilhac und Millaud
Musikalische und textliche Neufassung von Alexander Steinbrecher und Hans Weigel
Musik von Florimond Hervé
4D, 8H, Chor
Orchesterbesetzung: Fl I, II (Picc), Ob, Klar I, II, Fg, Hr I, II, Trp I, II, Pos, Pk, Schl, Hrf, Kl, Vl I, II, Va, Vc, Kb; Bühnenmusik: Harmonium
UA: 28.01.1883, Théâtre des Variétés Paris
EA der Neufassung: 1955

Denise Nitouche, bewunderte Musterschülerin im Pensionat Saint-Philippe, hat erkannt, dass ihr Gesangslehrer Célestin, seines Zeichens Organist der Klosterschule, ein Doppelleben führt und unter dem Namen Floridor im provinzhauptstädtischen Theater für seine Geliebte Corinne eine Operette geschrieben hat. Heimlich hat Denise alle Arien auswendig gelernt.

Da erscheint Vicomte Fernand de Champlatreux, nach dem Willen der Eltern Denises zukünftiger Mann. Denise will lieber zum Theater und stellt sich dumm, beruhigt damit aber den Vicomte, der die Ehe fürchtet und gerne eine etwas "einfältige" Ehefrau akzeptiert. Célestin soll die junge Braut ins Haus ihrer Eltern begleiten. Nur zu dumm, dass man dabei am Theater vorbeikommt, wo gerade Célestins Operette uraufgeführt wird. Hier begegnet Denise dem Vicomte, der sich vor seinem Eintritt in die Ehe von einer Freundin verabschiedet und auf einmal gar nicht mehr so spießig erscheint.

Als die allürenhafte Corinne wieder einmal damit droht, die Vorstellung zu schmeißen, springt Denise an ihrer Stelle ein. Auf offener Bühne kommt es zu einem Schlagabtausch zwischen beiden Damen und zu einem Skandal, der mit dem Einschreiten der Polizei und der Verhaftung des Komponisten beendet wird.

Durch Denises Fürsprache gelingt dessen Befreiung. In der Klosterschule kommt es endlich zu der überfälligen Aufklärung des qui pro quo. Célestin wird rehabilitiert, und Denise und der Vicomte finden zunehmend Gefallen aneinander.