24.11.2404

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"Alice" am Metrolpoltheater München
Herzlichen Glückwunsch zum Nichtgeburtstag und toi, toi, toi dem Münchener...

"Die Orestie" am Thalia Theater in Hamburg
Am 21. Oktober feierte Aischylos' Werk Die Orestie in der Bearbeitung von...

UA: "Eine Weihnachtsgeschichte" von Philipp Löhle nach Charles Dickens
"Die Reise führt tief hinein ins Unterbewusste des alten Griesgrams, wo die...

Neu bei FBE: "Blütenzeit (Blossom Time)" von Dorothy Donnelly und Sigmund Romberg
Blütenzeit ist die amerikanische Version des Wiener Singspiels "Das...

UA: "Nachts" von Franziska Henschel am Theater Oberhausen
Was passiert eigentlich mit der Welt, wenn ich die Augen zumache? Wie kommen...

"Wartesaal" von Lion Feuchtwanger an den Münchner Kammerspielen
In Lion Feuchtwangers berühmter Wartesaal-Trilogie bestehend aus den Romanen...

DER FAUST für Hannah Biedermann
Am Freitag ist Hannah Biedermann der Deutsche Theaterpreis DER FAUST...

Brüder-Grimm-Preis 2017 für "NASSER #7Leben"
Der mit 10.000 Euro dotierte Brüder-Grimm-Preis des Landes Berlin geht in...

Neu bei FBE: "Mit deinem Bein im Mund lässt es sich viel leichter ich liebe dich Luka sagen" von Marcus Peter Tesch
Körper hängen wie geschlachtete Tiere von der Bühnendecke. Es sind die...

NEU bei Desch: "Jugendliebe" von Ivan Calbérac
Antoine Chopin hat alles – eine wunderschöne Freundin, beruflichen Erfolg und...


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Bild von Friedrich HollaenderHollaender, Friedrich

Friedrich Hollaender stammt aus einer künstlerisch vielseitig begabten Familie. Sein Vater dirigiert die Kapelle des Zirkus Barnum and Baily, als der Sohn 1896 in London geboren wird. Ab 1901 beginnt er in Berlin Karriere zu machen. Gemeinsam mit dem Librettisten Julius Freund schreibt er bis 1911 sieben Revuen für das Metropol-Theater. Friedrichs Onkel Gustav leitet das berühmte Stern´sche Konservatorium, Onkel Friedrich ist Schriftsteller und Dramaturg bei Max Reinhardt.

Dem jungen Friedrich fällt alles Musikalische leicht, eine Stelle als Korrepetitor am Deutschen Theater in Prag vermittelt abschließende theaterpraktische Kenntnisse. Nach dem 1. Weltkrieg, in dem er als musikalischer Leiter von Operetten-Aufführungen an der Front eingesetzt wurde, kehrt er nach Berlin zurück und komponiert die Musik zur Uraufführung von Else Lasker-Schülers "Die Wupper". Für das 1919 neugegründete Reinhardt-Kabarett "Schall und Rauch" liefert er die Musik zu politisch häufig aggressiven Texten von Walter Mehring, Kurt Tucholsky und Klabund. Darüber hinaus komponiert er für Rosa Valettis Kabarett "Größenwahn" und Trude Hesterbergs "Wilde Bühne".

Als er sich erstmals an einer großen Operette versucht, erlebt er am 31. Dezember 1923 mit der "Frommen Helene" einen Skandal. Traumatisiert bleibt er zunächst bei der Kabarett-Revue, ehe im Spätherbst 1929 durch Zufall seine Karriere als Filmkomponist startet. Lucie Mannheim bittet ihn, sie beim Vorsingen für die Rolle der Lola in dem Film "Der Blaue Engel" zu begleiten. Die Mannheim fällt durch, der Regisseur Josef von Sternberg interessiert sich aber für den Begleiter und engagiert Hollaender, der mit dem langsam schmachtenden Walzer "Ich bin von Kopf bis Fuß" seinen größten Hit landet.

Erfolg reiht sich an Erfolg. 1931 eröffnet Hollaender in der ehemaligen "Wilden Bühne" sein "Tingel-Tangel", 1932 führt er bei dem UFA-Film "Ich und die Kaiserin" zum erstenmal Regie. Eine Regie-Karriere wird jedoch durch die Emigration 1933 verhindert. In Paris, später in Hollywood ist der Neustart äußerst schwierig. Bis 1954 komponiert er aber immerhin die Musik zu über 120 Hollywood-Filmen. Viermal wird er für den Oscar nominiert, u.a. für "This is the moment" im letzten Lubitsch-Film "That Lady In Ermine" von 1948 und für die Musik zu "The Five Thousand Fingers Of Doctor T." (1953), der die Alpträume eines gequälten Klavierschülers musikalisch dämonisiert. Einen endgültigen Durchbruch erreicht er in den USA jedoch nicht.

1955 kehrt er nach Deutschland zurück. Die Hamburger Uraufführung des Musicals "Scherzo" (1956) wird ein Misserfolg, da sich Hollaender als Autor und Regisseur kaum zu Strichen durchringen kann. Erfolgreicher ist er hingegen als Komponist und Texter in Trude Kolmans Münchner Kabarett "Die kleine Freiheit". Der Plan eines eigenen Kabaretts scheitert indessen. Hollaender zieht sich mehr und mehr zurück, schreibt seine Autobiographie "Von Kopf bis Fuß" (1965), ehe er am 18. Januar 1976 in München stirbt.

 

Das Blaue vom Himmel

Musikalische Komödie in drei Akten
Buch von Robert Gilbert und Per Schwenzen
Musik von Friedrich Hollaender
8D, 8H
Orchesterbesetzung: Fl I, II, Ob, Klar I, II, Fg, Hr I, II, III, Trp I, II, Pos I, II, Schl, Hrf, Kl, Vl I, II, Va, Vc, Kb
UA: 14.11.1959, Städtische Bühnen Nürnberg-Fürth Nürnberg

Freunde bringen Antje Doorn ein Geburtstagsständchen, müssen aber von deren Eltern erfahren, dass Antje wieder einmal geschwindelt hat. Warum soll man seinen Geburtstag nicht einfach feiern, wenn einem danach ist, meint Antje. Mit einem falschen Feuerwehralarm bringt sie das Fass zum Überlaufen. Aufgebracht über ihr Betragen verkünden Karl und Emma Doorn Antje, dass sie nicht ihre Tochter, sondern nur ein Findelkind ist.

Ein Verkehrsunfall führt Monsieur Outrelle, den neuen Besitzer des Jagdschlosses, in das Haus der Familie Doorn. Der in Antje verliebte Ortsgendarm Richard Landa erkennt in ihm einen berühmten Detektiv. Outrelle hat es auf der Suche nach seiner ihm unbekannten Tochter in den kleinen Ort verschlagen. In einem Schreiben seiner ehemaligen Geliebten hat er lediglich den Namen des Ortes erfahren, keine weiteren Einzelheiten. In dem lebenslustigen Phantasiemenschen Outrelle glaubt Antje ihren wirklichen Vater gefunden zu haben und träumt sich in die Rolle der Schlossherrin. Landa ist auf die plötzliche Vaterschaft Outrelles eifersüchtig, zumal ihn die Tatsache, dass Antje in diesem Fall eine reiche Erbin wäre, irritiert. Als gewissenhafter Beamter startet er mehrere Aktionen. Zum einen prüft er, wieviele Findlinge als Tochter überhaupt in Frage kommen, zum anderen recherchiert er im Geheimen anhand des Briefes, den Outrelle erhalten hat, wer Antjes Mutter sein könnte.

Mit dem ersten Ergebnis, es kommen tatsächlich weitaus mehr Mädchen in Betracht als erhofft, bringt er Monsieur Outrelle, der Antje sehr zugetan ist, in Verlegenheit. Das Ergebnis seiner übrigen Nachforschungen aber führt tatsächlich Antjes Mutter, eine ehemalige Chansonette, in den Ort. Anhand einer wertvollen Brosche, die sie einst dem ausgesetzten Kind angeheftet hat, kann sie die Identität Antjes klären. Da sie mittlerweile verheiratet ist, gibt sie Antje jedoch ihre Identität nicht preis. Dafür darf Monsieur Outrelle alle Freuden als Vater einer attraktiven Tochter genießen, die er dem ehemaligen Gendarmen Landa, mittlerweile als detektivischer Nachfolger des Schwiegervaters ausersehen, als Braut zuführt.