22.11.2017

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"Alice" am Metrolpoltheater München
Herzlichen Glückwunsch zum Nichtgeburtstag und toi, toi, toi dem Münchener...

"Die Orestie" am Thalia Theater in Hamburg
Am 21. Oktober feierte Aischylos' Werk Die Orestie in der Bearbeitung von...

UA: "Eine Weihnachtsgeschichte" von Philipp Löhle nach Charles Dickens
Die Geschichte ist bekannt: Der hartherzige Geldverleiher Ebenezer Scrooge...

Neu bei FBE: "Blütenzeit (Blossom Time)" von Dorothy Donnelly und Sigmund Romberg
Blütenzeit ist die amerikanische Version des Wiener Singspiels "Das...

UA: "Nachts" von Franziska Henschel am Theater Oberhausen
Was passiert eigentlich mit der Welt, wenn ich die Augen zumache? Wie kommen...

"Wartesaal" von Lion Feuchtwanger an den Münchner Kammerspielen
In Lion Feuchtwangers berühmter Wartesaal-Trilogie bestehend aus den Romanen...

DER FAUST für Hannah Biedermann
Am Freitag ist Hannah Biedermann der Deutsche Theaterpreis DER FAUST...

Brüder-Grimm-Preis 2017 für "NASSER #7Leben"
Der mit 10.000 Euro dotierte Brüder-Grimm-Preis des Landes Berlin geht in...

Neu bei FBE: "Mit deinem Bein im Mund lässt es sich viel leichter ich liebe dich Luka sagen" von Marcus Peter Tesch
Körper hängen wie geschlachtete Tiere von der Bühnendecke. Es sind die...

NEU bei Desch: "Jugendliebe" von Ivan Calbérac
Antoine Chopin hat alles – eine wunderschöne Freundin, beruflichen Erfolg und...


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Bild von Robert GilbertGilbert, Robert

Robert Gilbert wird 1899 im Berliner Osten als Robert David Winterfeld geboren. Sein Vater Max Winterfeld aus Hamburg ist damals zwanzig Jahre alt und ein erfolgloser Komponist, der sich Jean Gilbert nennt. Seinen Lebensunterhalt verdient er als Pianist in Kneipen oder als Kapellmeister in Varieté und Zirkus, auch bei Hagenbeck. Die Mutter näht Hüte. Als Robert zehn Jahre alt ist, hat der Vater mit seinen Operetten "Polnische Wirtschaft" und Die keusche Susanne Erfolg, bald danach mit "Puppchen, Autoliebchen" sowie "Die Kinokönigin" und zählt bald, auch international, zu den ersten Komponisten dieses Genres.

Als Soldat hat Robert im letzten Jahr des 1. Weltkriegs Kontakte zu den Spartakisten, die das politische Bewusstsein des 19-jährigen wecken. Nach Kriegsende studiert er in Berlin und Freiburg Philosophie und Kunstgeschichte, beteiligt sich an Demonstrationen und Wahlkampfaktionen. Als der 24-jährige heiratet, will er sein eigenes Geld verdienen und schreibt für Fritz Löwe (später Frederick Loewe) seinen ersten Schlagertext "Kathrin, du hast die schönsten Beine von Berlin".

Neben Operetten, Schwänke und Revuen schreibt er unter dem Pseudonym David Weber politische Songtexte, u.a. "Die Ballade vom Nigger Jim", das "Lied eines Arbeitslosen" und das "Stempellied", das von Ernst Busch in Hanns Eislers Vertonung zu einem Klassiker des politischen Kampfes gemacht wird. Gleichzeitig wird er zum begehrten Schlagertexter für Nico Dostal, Friedrich Hollaender, Oscar Straus und Werner Richard Heymann, zu dessen Liedern im Tonfilm "Die Drei von der Tankstelle" er die Texte schreibt.

Für Ralph Benatzkys Im Weißen Rössl steuert er das selbstkomponierte Lied "Was kann der Sigismund dafür" und die Texte zu den Liedern "Im Salzkammergut, da kamma gut", "Im Weißen Rössl" u.a. bei. Für den Erik-Charell-Film Der Kongress tanzt schreibt er "Das gibt´s nur einmal, das kommt nicht wieder". Als führender Textdichter des deutschen Tonfilms wirkt er an über 100 Filmen mit: "Der letzte Walzer", "Der blonde Traum", "Ich und die Kaiserin". Lilian Harvey, Willy Fritsch, Heinz Rühmann, Paul Hörbiger und Willi Forst singen Lieder von Robert Gilbert.

Inmitten der beruflichen Glückssträhne sieht er sich 1933 zur Emigration gezwungen, zunächst nach Wien, dann nach Paris und schließlich nach New York. Politische Texte stehen wieder mehr im Zentrum seiner Arbeit. 1944 wird Gilbert amerikanischer Staatsbürger, 1949 kehrt er nach Deutschland zurück. In München lebend schreibt er für Ralph Maria Siegel, Paul Burkhard ( "Oh, mein Papa" in Das Feuerwerk) und für den Film. 1954 wird er wieder deutscher Staatsbürger und übersiedelt ins Tessin, wo er eine neue Karriere als Übersetzer von insgesamt 20 amerikanischen Musicals beginnt, darunter My Fair Lady, "Annie Get Your Gun", Hallo, Dolly!, Can-Can, "Oklahoma!" und Der Mann von La Mancha. 1978 stirbt Robert Gilbert in Locarno.

 

Strammer Junge angekommen

Schwank mit Musik in drei Akten
Buch von Franz Arnold und Ernst Bach
Musik und Gesangstexte von Robert Gilbert
4D, 4H
Orchesterbesetzung: Kl
UA: 1953, (Theater unbekannt) Hamburg

Eine großherzige Tat aus seinem "Ehe-Vorleben" bringt den Privatdozenten Waldemar an seinem ersten Hochzeitstag in Verlegenheit und haarsträubende Situationen. Als mittelloser Student hat er von seiner Zimmerwirtin, einer älteren Dame, die als Mädchen verführt und sitzen gelassen wurde, Unterstützung erhalten. Um sich erkenntlich zu zeigen, hat er sie kurz vor ihrem Tod geheiratet, um ihr Kind, das er nie kennengelernt hat, zu legitimieren.

Ausgerechnetet am Hochzeitstag überbringt ihm der Rechtsanwalt Wehling die Nachricht, dass sein "Sohn", mittlerweile in den 40er Jahren und damit älter als Waldemar, nach langen Jahren ausfindig gemacht werden konnte und von der Existenz seines Vaters erfahren hat. Zu allem Überfluss kündigen sich die sittenstrengen Schwiegereltern an. Die Farce kann beginnen.

Fritz Pappenstil, der "stramme Junge", möchte nach Jahren der Ungewissheit nicht nur seinen "Vater", sondern auch dessen Frau, seine "Mutter" kennenlernen, was Waldemar ihm jedoch verweigert. Wie sollte er seiner Frau das alles auch erklären? Das süße Geheimnis sickerte aber dennoch durch, und die Damen des Hauses erwarten ein kleines Baby aus Waldemars erster Ehe, das sie gerne annehmen und betüteln wollen, da eigener Nachwuchs bisher ausgeblieben ist. Als Fritz Pappenstil, ein sichtbar in die Jahre geratenes "Kleinkind", die Szene betritt, kann nur noch der Vorhang fallen.

Immer tiefer verstrickt sich der arme Waldemar in Widersprüchlichkeiten. Seine Frau steht kurz davor, sich scheiden zu lassen. Pappenstil beweist seine mimischen Talente als Damenimitator. Rechtsanwalt Wehling aber rettet die Situation, hat er doch dank Beobachtungsgabe und eindeutiger Dokumente den Vater des Jungen entdeckt, der seinerzeit die Mutter hat sitzen lassen. Es handelt sich – natürlich – um den moralstrengen Schwiegervater, der nunmehr seine Schande bekennen muss. Umso heller erstrahlt das Licht Waldemars, der großzügig und uneigennützig gehandelt hat. Pappenstil hat an Vätern erstmal ausgesorgt.