19.11.2017

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UA: "Eine Weihnachtsgeschichte" von Philipp Löhle nach Charles Dickens
Die Geschichte ist bekannt: Der hartherzige Geldverleiher Ebenezer Scrooge...

UA: "Nachts" von Franziska Henschel am Theater Oberhausen
Was passiert eigentlich mit der Welt, wenn ich die Augen zumache? Wie kommen...

Neu bei FBE: "Blütenzeit (Blossom Time)" von Dorothy Donnelly und Sigmund Romberg
Blütenzeit ist die amerikanische Version des Wiener Singspiels "Das...

Deutscher Hörspielpreis: "'Broken German' muss man hören!"
Broken German von Tomer Gardi gewinnt den Deutschen Hörspielpreis. Das knapp...

Wiederentdeckt: "Woman of the Year" von John Kander und Fred Ebb
Woman Of The Year – ein witziges und hintersinniges Musical, in dessen...

DER FAUST für Hannah Biedermann
Am Freitag ist Hannah Biedermann der Deutsche Theaterpreis DER FAUST...

Deutscher Jugendliteraturpreis 2017 Kategorie Bilderbuch: "Hier kommt keiner durch!"
Das wahrhaft grenzüberschreitende Buch Hier kommt keiner durch! von Isabel...

Brüder-Grimm-Preis 2017 für "NASSER #7Leben"
Der mit 10.000 Euro dotierte Brüder-Grimm-Preis des Landes Berlin geht in...

DSE: "Gloria" am Residenztheater München
Am 20.10. war die deutschsprachige Erstaufführung von Branden Jacobs-Jenkins'...

"Die Orestie" am Thalia Theater in Hamburg
Am 21. Oktober feierte Aischylos' Werk Die Orestie in der Bearbeitung von...

Neu bei FBE: "Mit deinem Bein im Mund lässt es sich viel leichter ich liebe dich Luka sagen" von Marcus Peter Tesch
Körper hängen wie geschlachtete Tiere von der Bühnendecke. Es sind die...

NEU bei Desch: "Jugendliebe" von Ivan Calbérac
Antoine Chopin hat alles – eine wunderschöne Freundin, beruflichen Erfolg und...


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Bild von Mark LotharLothar, Mark

Mark Lothar wurde am 23. Mai 1902 in Berlin geboren. Von 1934 bis 1944 war der Wolf-Ferrari-Schüler unter der Direktion von Gustav Gründgens musikalischer Leiter und Hauskomponist am Staatlichen Schauspielhaus Berlin, von 1945 bis 1955 war er der Bayerischen Staatsoper München verbunden. Danach arbeitete er als freier Komponist und schrieb im Stil einer "gemäßigten" Moderne Opern, Schauspiel- und Filmmusik, aber auch Kammermusik und Lieder. Opern (Auswahl): Tyll (1928), "Schneider Wibbel" (1938), "Rappelkopf" (1958), "Momo" (1978).

"Mein Bestreben ist es, gute Rollen auf menschlicher Grundlage zu schaffen und damit eine größtmögliche Natürlichkeit des Opernsängers fern von jedem Pathos zu erreichen, eine Musik zu schreiben, die dem Dirigenten die Möglichkeit zur persönlichen Entfaltung gibt, die der Orchestermusiker gerne spielt und die die Fähigkeit besitzt, aufgeschlossenen Menschen zu gefallen. Über die heute geschriebenen Werke werden spätere Generationen entscheiden. Es ist viel, seiner Zeit zu genügen und das Glück zu besitzen, für eine Kunst tätig zu sein, die die Kraft in sich hat, den Menschen vom Alltag wegzuführen und ihn zu verzaubern. Dafür lohnt sich der volle Einsatz eines Lebens." (Mark Lothar: Über mein Opernschaffen. Aus: Mark Lothar. Ein Künstlerporträt. Hrsg. v. Alfons Ott. München 1968.)

 

Tyll

Eine Ulenspiegeloper in drei Akten (fünf Bildern)
Textdichtung von Hugo F. Koenigsgarten
Buch von Mark Lothar
Gesangstexte von Kurt Nachmann
Musik von Mark Lothar
3D, 4H, Nebendarsteller, Chor
Orchesterbesetzung: Picc, Fl I, II, Ob I, II, E.H, Klar I, II, B.Klar, Fg I, II, K.Fg, Hr I, II, III, IV, Trp I, II, III, Pos I, II, III, Tb, Pk, Schl, Hrf, Vl I, II, Va, Vc, Kb
UA: 14.10.1928, Deutsches Nationaltheater Weimar

Tyll Eulenspiegel führt ein lasterhaftes und provokantes Leben. Seine Mitbürger verspottet und verhöhnt er. In seinem neuesten Streich verspricht er den Teilnehmern einer Prozession, vor ihren Augen zu fliegen, wenn sie ihm alle ihren linken Schuh geben. Sensationsgierig erfüllen die Bürger seinen Wunsch. Tyll sammelt die Schuhe ein, klettert mit ihnen auf den Kirchturm und wirft sie den Leichtgläubigen vor die Füße. Der Wirt Pieter bezichtigt ihn beim Erzbischof der Gottlosigkeit und erwirkt seine Verbannung.

Am Hofe des Kurfürsten finden Tyll und sein Freund Lamme Aufnahme. Tyll erhält eine Anstellung als Hofmaler und präsentiert die leere Leinwand als ein Gemälde, das nur die Dünkelhaften nicht sehen können. Alle fallen auf den Betrug herein, nur der Hofnarr sagt die Wahrheit. Wieder wird Tyll davongejagt.

Zuhause wird unterdessen seine Mutter auf Betreiben Pieters wegen Ketzerei hingerichtet. In Schilda foppt Tyll die Bürger, die beim Rathausbau die Fenster vergessen haben. Mehr und mehr erkennt er jedoch die Ziellosigkeit seines Weges. Da er überall nur Geldgier und Lüge vorgefunden hat, beschließt er, nach Hause zurückzukehren. Als er vom Tod seiner Mutter erfährt, erschlägt er Pieter und endet selbst am Galgen. Sein Kumpan Lamme geht wieder auf Wanderschaft.