17.05.2012
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Nino Haratischwilis "Z" in Bielefeld, "Drei Sekunden" in Bremen
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"Die Kakao-Kuh" feiert UA am Landestheater Detmold
Am 11. Mai feiert Die Kakao-Kuh und der falsche Fuß von Torsten Böhm nach dem...
Ekat Cordes beim Theatertreffen 2012
2010 war Autor und Regisseur Ekat Cordes mit seinem Stück Ewig gärt zum...
Neu bei FBE: Der spanische Autor Jordi Galceran
Wir freuen uns, Ihnen den spanischen Autor Jordi Galceran vorzustellen, der...
Endlich verfügbar: "Alice" von Tom Waits, Kathleen Brennan und Robert Wilson
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Neu bei FBE: "Namaste - Glücksucher in Nepal" von Geraldine Aron
Drei Paare mittleren Alters und eine verwöhnte 30-Jährige reisen nach Nepal,...
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"Madame Pompadour" von Leo Fall am Landestheater Coburg
In der Regie von Francois de Carpentries und unter der musikalischen Leitung...
ÖEA "Leben ohne Chris" in Wien
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![]() | Hauptmann, Gerhart |
1862 in Schlesien geboren zählt Gerhart Hauptmann zu den bedeutendsten
Vertretern des Naturalismus. Sein umfangreiches Schaffen ausschließlich
darauf zu beziehen, wäre indessen den Intentionen des Autors ebenso
wenig gerecht wie der stilistischen Vielfalt seiner Dramen. Die
Verbundenheit mit seiner schlesischen Heimat und die in seiner Jugend
erfahrene wirtschaftliche Not bestimmen immer wieder seine Themen,
Motive und Charaktere.
Nachdem er mit 16 Jahren die Realschule verlassen hat, beschäftigt
er sich mit vielen unterschiedlichen Studien, ohne sich für die eine
oder andere Richtung entscheiden zu können.
Die Heirat mit einer Großkaufmannstochter enthebt ihn materieller
Sorgen und sichert die Existenz eines freien Schriftstellers. 1889
führt die Uraufführung des sozialen Dramas Vor Sonnenaufgang am Berliner Lessing-Theater zu einem handfesten Theaterskandal.
Seine Schaffenskraft leidet darunter nicht. Im Gegenteil: 1893 werden die Dramen Die Weber, Der Biberpelz und Hanneles Himmelfahrt
innerhalb von zehn Monaten an drei Berliner Bühnen uraufgeführt. Bald
zählt der "Revolutionär" zu den Etablierten, wird als Volksdichter
gefeiert und erhält 1912 den Literatur-Nobelpreis, während ihm im
Kaiserreich von "Allerhöchster Stelle" der Schiller-Preis verweigert
wurde.
Die Weimarer Republik hingegen feiert in Hauptmann den
repräsentativen, weltoffenen Patrioten. Die Nationalsozialisten
missbrauchen Namen und Werk zu Propagandazwecken. Hauptmann bleibt in
Deutschland, wendet sich aber in der Auseinandersetzung mit der
griechischen Mythologie neuen Stoffen zu. In hohem Alter stirbt er am
6. Juni 1946 in Agnetendorf im Riesengebirge, kurz nachdem er von den
russischen Besatzungsbehörden aufgefordert worden war, sein Haus und
seine Heimat zu verlassen.
Gerhart Hauptmanns Werk ist noch nach mehr als hundert Jahren auf den
Theatern lebendig geblieben, und seine Figuren sind so lebendig wie
ehedem. Es sind Überlebenskämpfer in einer sich überschlagenden Zeit,
Menschen, die ihre Ängste und Hoffnungen, ihre Überforderung, ihre
unerfüllten Träume mit sich herumschleppen, die laut die Schuld am
eigenen Missglücken dem Andern aufbürden, die lieber austeilen als
einstecken - Menschen der modernen Zeit eben!
Ein Glashüttenmärchen
2D, 8H, Nebendarsteller
UA: 19.01.1906, Kleines Theater (Lessingtheater) Berlin
Winter im schlesischen Gebirge. In der Schenke des alten Wende
verbringen die Arbeiter und der Direktor der nahen Glashütte ihren
Feierabend. Der Italiener Tagliazoni lässt seine junge Tochter Pippa
für Geld vor den Gästen tanzen, und nicht nur der Direktor ist
insgeheim in das zierliche Mädchen mit dem langen blonden Haar
verliebt. An diesem Abend tritt ein Fremder ein: Michel Hellriegel, ein
wandernder Handwerksbursche, der ein Nachtquartier sucht und seltsame
fantastische Geschichten erzählt. Pippa und der junge Fremde finden
sofort Gefallen aneinander. Der alte Huhn, eine riesenhafte bärtige
Gestalt, drängt sich dazwischen und fordert Pippa zum Tanz auf. Da
bricht ein Streit unter den Arbeitern aus, Tagliazoni ist beim
Falschspielen ertappt worden. Er zieht einen Dolch und wird draußen vor
der Schenke von seinen Mitspielern ermordet. Der alte Huhn nutzt den
Tumult und verschleppt die ohnmächtige Pippa. In seiner ärmlichen Hütte
in den Bergen will er das erschrockene Mädchen bei sich behalten. Als
er sie einen Moment allein lässt, erscheint Michel Hellriegel, tröstet
die verängstigte Pippa und verspricht, mit ihr nach Venedig zu gehen.
Inzwischen hat der Glashüttendirektor, den die Sehnsucht nach Pippa
quält, sich auf die Suche nach dem verschwundenen Mädchen gemacht. Er
sucht Rat bei einem geheimnisvollen Weisen, dem alten Wann, der
zurückgezogen in den Bergen lebt. Da stürzt Pippa herein und ruft um
Hilfe für den im Schnee verschütteten Michel Hellriegel. Als der
Direktor Pippas Fürsorge für den geretteten Michel sieht, fühlt er sich
von seiner Leidenschaft kuriert und macht sich auf den Heimweg. Wann
überredet Pippa und Michel, ihre Reise nach Venedig am nächsten Tag
fortzusetzen und quartiert sie für die Nacht bei sich ein. In der Stube
trifft Wann mit dem alten Huhn zusammen, der den beiden Liebenden
gefolgt ist. Sie stehen einander hasserfüllt gegenüber, und Wann
besiegt den Alten, als sie miteinander ringen. Pippa findet den alten
Huhn im Todeskampf auf der Ofenbank liegen und lässt sich von ihm
überreden, noch einmal für ihn zu tanzen. Doch mitten im Tanz bricht
sie tot zusammen, und auch Huhn stirbt. Michel, der plötzlich erblindet
ist, glaubt Pippa immer noch an seiner Seite und macht sich auf den Weg
nach Venedig.
Ein Schlüssel zur Deutung dieses vielschichtigen Werks ist die
Begegnung Gerhart Hauptmanns mit der damals 16-jährigen Ida Orloff im
Jahr 1905. Die mädchenhaft zarte Schauspielerin mit den großen Augen
und dem schweren blonden Haar, das ihr bis zur Taille reichte, wurde
seine letzte Liebe und prägte viele seiner Frauenfiguren in den Werken
der kommenden Jahre.