21.02.2018

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"Grimm!" von Thomas Zaufke und Peter Lund am Theater Erfurt
Mit dem bösen Wolf hat schon so ziemlich jeder seine Erfahrungen gemacht. So...

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Neuübersetzung "High Society" am Landestheater Coburg
Wenn sich die High Society amüsiert und Hochzeit feiert, ist auch die...

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"Die Nashörner" am Staatsschauspiel Dresden
Die Kritik an einem hinter dem Individualismus versteckten Zwang zu...


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Bild von Nicky SilverSilver, Nicky

1960 in Philadelphia geboren, zählt der Autor Nicky Silver heute zu den bekanntesten und erfolgreichsten Vertretern des amerikanischen Boulevardtheaters. Seine pointenreichen, häufig überdrehten Stücke beziehen sich auf chaotische Familienverhältnisse, Inzest, homosexuelle Beziehungsdramen und andere Katastrophen. Prägend wirkte nach eigenen Aussagen Silvers Herkunft aus einer jüdischen Familie, der Vater Finanzmakler, die Mutter sozialengagierte Pharmareferentin. Durch seine jüdische Herkunft und seine Homosexualität erlebte er sich immer wieder in belastenden Außenseiterpositionen.
1977 ging Silver nach New York, wo er sich in den Studiengang "Experimentelles Theater" einschrieb, zahlreiche Stücke verfasste und an kleinen Bühnen selbst inszenierte.
Anfang der 90er Jahre erfolgte sein Durchbruch in den USA, ab 1996 war er zunehmend in Deutschland erfolgreich.

 

Zwillingsbrut

(Raised In Captivity)
Ein Stück in zwei Akten
Deutsch von Frank Heibert
2D, 3H
UA: Januar 1995, Vineyard Theatre New York
DSE: 22.11.1996, Theater Dortmund

Was herabfallende Duschköpfe alles so anrichten können: Auf der Beerdigung ihrer Mutter, die von einem solchen erschlagen worden ist, treffen sich nach langen Jahren die Zwillinge Sebastian und Bernadette wieder, beides emotionale Krüppel. Sebastian, der schwule Journalist, hat elf Jahre zuvor seinen Lover verloren und ist seitdem zu Gefühlen kaum noch fähig. Seine Therapie bricht er ab, nachdem seine Psychiaterin Hillary sich verzweifelt in ihn verliebt hat. Sich selbst bestrafend, sticht sie sich mit einem Schraubenzieher die Augen aus, aus purer Unfähigkeit, mit ihren Emotionen umzugehen. Hassende Neurotiker, wohin man nur sieht.

Auch Sebastians hysterische Schwester Bernadette ist alles andere als glücklich. Ein Wahn treibt sie in den nächsten. Ihr Ehemann Kip, ein mit sich und seinem Beruf unzufriedener Zahnarzt, will aussteigen, Maler werden, nach Afrika auswandern. Als Sebastian von einem Stricher die Kehle halb durchgeschnitten wird, erscheint dem Verblutenden die tote Mutter. Von ihr erfährt er die Wahrheit über sich: er und Bernadette sind die Ausgeburt einer Vergewaltigung. Sebastian überlebt und wird von seiner Schwester gesund gepflegt, die den von nun an psychisch Labilen kaum mehr wiedererkennt. Ein Ende ohne Hoffnung? Was bleibt, ist der schonungsloseste Zynismus der Dramenliteratur. Es ist zum Totlachen.

Hinweis: Für dieses Werk können an Amateurtheater leider keine Aufführungsrechte vergeben werden.

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