18.02.2018

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"Grimm!" von Thomas Zaufke und Peter Lund am Theater Erfurt
Mit dem bösen Wolf hat schon so ziemlich jeder seine Erfahrungen gemacht. So...

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"Die Nashörner" am Staatsschauspiel Dresden
Die Kritik an einem hinter dem Individualismus versteckten Zwang zu...


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Bild von Kurt WeillWeill, Kurt

Kurt Weill (geboren am 2. März 1900 in Dessau, gestorben am 3. April 1950 in New York) studierte in Berlin und begann seine Musikerlaufbahn als Korrepetitor in Dessau und Kapellmeister in Lüdenscheid. 1925 schrieb er seine erste Oper "Der Protagonist" nach einem Stück von Georg Kaiser. Beide setzten ihre Arbeit drei Jahre später mit "Der Zar lässt sich photographieren" fort. Durch die Zusammenarbeit mit Bertolt Brecht ("Dreigroschenoper", 1928) wurde Weill weltberühmt. Es folgten u.a. Happy End (1929), "Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny" (1930) und Der Silbersee (1931) wiederum nach einem Stück von Georg Kaiser. Weills internationales Renommee half ihm, als er 1933 emigrierte und sich 1935 in den Vereinigten Staaten niederließ.

Nach anfänglichen Problemen konnte er sich mit Johnny Johnson (1936), "Knickerbocker Holiday" ("When I Was A Young Man", 1938), "Lady In The Dark" (1941), "One Touch Of Venus" (1943) den Broadway erobern, während die Broadway opera "Street Scene" (1947) und "Lost In The Stars" (1949) zunächst keinen breiten Publikumserfolg verbuchen konnten, erstere aber später die Opernhäuser eroberte.

Zu seinem größtem amerikanischen Erfolg wurde postum DIE DREIGROSCHENOPER in einer Off-Broadway-Bearbeitung 1954 mit mehr als 2600 Vorstellungen.


Weitere Informationen zu Kurt Weill

 

Johnny Johnson

Die Geschichte eines einfachen Mannes
von Paul Green
Musik von Kurt Weill
Deutsche Fassung von Fred Berndt und Jörg Gronius
4D, 9H, Nebendarsteller
Orchesterbesetzung: Klar, A.Sax, Trp I, II, Pos, Schl, Hammond-Org, Git, Vln, Vc
UA: 19.11.1936, 46th Street Theatre New York
DSE: 15.10.1973, Schauspielhaus Bochum
deutsche Übersetzung von Dave Kamien und Volker Preen (Gesangstexte) sowie Ute und Volker Canaris (Buch)

Am 6. April 1917 soll in einer amerikanischen Kleinstadt ein Denkmal für den Frieden enthüllt werden, der Bürgermeister spricht zur politischen Lage. Die Nachricht vom Eintritt der USA in den Weltkrieg ruft gleichwohl bei Offiziellen und einfachen Bürgern Kriegsbegeisterung hervor. Nur der Bildhauer Johnny Johnson bleibt bei seiner Friedensliebe, bis er einerseits Präsident Wilsons Erklärung glaubt, dieser Krieg solle alle Kriege beenden, anderseits von seiner Angebeteten Minnie wegen seines Zögerns verachtet wird.

Er meldet sich freiwillig, wird ausgebildet, kommt an die Front. Dort mahnen selbst die Kanonen die Soldaten zum Frieden, sie wären lieber umgeschmolzen zu Pflugscharen. Als Johnny auf Indianerart einen deutschen Scharfschützen gefangen nimmt, kommt er mit diesem 16-jährigen Hans ins Gespräch, begeistert ihn für Wilsons Proklamation und beide schließen Frieden mit der Verabredung, auf den jeweiligen Seiten die Kameraden von Friedenswillen der Gegenseite zu überzeugen.

Johnny hört von einer geplanten Großoffensive der Alliierten. Mit Lachgas setzt er die großspurigen Generäle im Hauptquartier außer Gefecht, in einer Generalsuniform verkündet er im Schützengraben den Frieden. Doch die Generäle kommen wieder zu sich. Johnny wird festgenommen und als Geisteskranker in eine Nervenklinik gebracht, wo er die Insassen dazu bringt, eine Art pazifistischen Völkerbund zu spielen. Die Verrückten sind vernünftiger als die Normalen.

Endlich entlassen, zieht er als ambulanter Spielzeugverkäufer durch die Welt. Kriegsspielzeug und Soldaten hat er nicht im Angebot, aber nur das wird verlangt, und von einer nahen Massenveranstaltung hört man martialisches Gebrüll. Er hört noch einmal von seiner Jugendliebe Minny Belle, die allerdings schon damals einen anderen vorgezogen hatte, nun aber auch einsam alt geworden ist.

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