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Einfach das Ende der Welt

(Juste la fin du monde)
von Jean-Luc Lagarce

Deutsch von Uli Menke
3D, 2H

UA: Oktober 1999, Théâtre National de la Colline, Paris
DSE: 08.11.2001, Bremer Theater, Bremen

Louis, 34 Jahre alt, hat vor Jahren plötzlich und kommentarlos seine Familie verlassen. Er ist durch die Welt gereist. Seine Familie hat jahrelang von ihm nichts gehört und gesehen außer belanglosen Postkarten mit belanglosen Mitteilungen. Nun ist er zurückgekehrt, genauso plötzlich und kommentarlos, wie er damals gegangen ist. Seine überraschende Ankunft versetzt die Familie in größte Aufregung. Seinem zwei Jahre jüngeren Bruder Antoine gegenüber, der ohnedies immer schon darunter zu leiden hatte, dass die Mutter Louis eindeutig vorzog, genießt er nun auch noch die Vorteile des verlorenen Sohnes. Seine Schwester Suzanne, 23, macht ihn dafür verantwortlich, dass sie noch zu Hause lebt, wo sie sich langweilt und das Gefühl hat, ihr Leben zu verpassen: Nachdem damals Louis gegangen ist, bringt sie es nicht über sich, die Mutter einfach zu verlassen. Antoines Frau, Catherine, sieht er überhaupt zum erstenmal.

Das Stück zeigt eine komisch quälende Familiensituation, die fast jeder kennt, der jemals nach längerer Abwesenheit heimgekehrt ist. Unter der Oberfläche sorgenden Wohlwollens füreinander hat sich ein Berg an wechselseitigen Vorwürfen, Kränkungen und Aggressionen aufgestaut. Ausführlich wird über Eitelkeiten und Belanglosigkeiten gesprochen in diesem Stück, doch das Wichtigste wird dabei nicht erwähnt: Louis, der offenbar homosexuell ist, wird sterben und er ist zurückgekommen, um seinen "nahen und unheilbaren Tod selbst anzukündigen, sein einziger Bote zu sein."